Forces de défense congolaise
Die Forces de défense congolaise (kurz: FDC; Spitzname Guides<ref name="TAZRache">Simone Schlindwein: Rachefeldzug gegen die Späher aus dem Wald. In: die tageszeitung. 19. Januar 2012, abgerufen am 7. Februar 2012.</ref>) sind eine Miliz in der Demokratischen Republik Kongo. Sie wurde etwa 2010 gegründet und bekämpft vor allem die Forces Démocratiques de Libération du Rwanda (FDLR). Da sie ungewöhnlich schnell Erfolge erzielen konnte, wird angenommen, dass sie vom ruandischen Militärgeheimdienst oder der kongolesischen Armee (FARDC)<ref name="TAZRache"/> unterstützt wird.<ref name="TAZBier">Simone Schlindwein: Kein Bananenbier für den General. In: die tageszeitung. 1. Februar 2012, abgerufen am 7. Februar 2012.</ref><ref name="GLVkill">By Uganda’s lead, Rwanda Special Forces kill FDRL chief of staff Gen. Mugaragu. In: Greate Lakes Voice. 18. Januar 2012, abgerufen am 9. Februar 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ursprung
Ursprünglich war die FDC eine Gruppe aus jungen Männern der Ethnien Bahunde und Banyanga, die vor allem Aufklärungstätigkeiten für die kongolesische Armee und Milizen der Mai-Mai gegen die FDLR durchführten. Deshalb der Spitzname „Guides“.<ref name="TAZRache"/>
Seit 2011 entwickelten sie sich zu einer Kampfgruppe. Sie werden von dem angeblich Bosco Ntaganda nahestehenden Luanda Bandu angeführt und sind mit Sturmgewehren, Raketenwerfern und Satellitentelefonen ausgerüstet.<ref name="TAZRache"/>
Ereignisse
Am 27. November 2011 eroberten die FDC das Dorf Kimua und die angrenzenden Gebiete. Dieses liegt in direkter Nachbarschaft des militärischen Hauptquartiers der FDLR und war bis dahin auch eine der wichtigsten Nachschubquellen.<ref name="TAZBier"/> Die FDLR startete daraufhin Vergeltungsmaßnahmen. Laut dem Gemeindechef Mwami Lukonge gab es dabei 46 Tote, darunter 19 Enthauptete, und mehr als 20.000 vertriebene Familien.<ref name="TAZRache"/>
Am 25. Dezember 2011 griffen Mitglieder der FDC das Dorf Ntoto an. Dieses befindet sich nahe dem militärischen FDLR-Hauptquartier von Übergangspräsident Gaston Iyamuremye (Kampfname: „Rumuli“). Dabei kam es am Markt zu einem Feuergefecht mit FDLR-Mitgliedern, bei denen ein Mädchen und ein Milizionär der FDLR starben. Am 5. Januar eroberte die FDLR das Dorf zurück.<ref name="TAZBier"/> Laut der Mission de l’Organisation des Nations Unies en République Démocratique du Congo (MONUSCO) flüchteten etwa 1.000 Menschen vor den Kämpfen in ein behelfsmäßiges Lager rund um eine Militärbasis von indischen UNO-Soldaten.<ref name="UNdisplaced">About 1000 internally displaced persons around MONUSCO base in Goma. In: Offizielle Webseite der MONUSCO. 16. Januar 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Februar 2012; abgerufen am 9. Februar 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am 11. Januar 2012 soll Leodomir Mugaragu, Stabschef der FDLR, von einem gemeinsamen Kommando der FDC und ruandischen Spezialeinheiten in dem militärischen Hauptquartier der FDLR getötet worden sein. Die ruandische Regierung wies aber jede Verantwortung von sich.<ref name="GLVkill"/>
Bei Kämpfen zwischen der FDC und der FDLR in Masisi und Walikale kamen Ende Januar 70 Menschen ums Leben. Etwa 75.000 Personen aus 30 Dörfern waren auf der Flucht.<ref name="AAViolance">Violence Escalating in Eastern Country. In: allafrica.com. 26. Januar 2012, abgerufen am 9. Februar 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Laut dem Jesuit Refugee Service (JRS) versorgten sie Anfang Februar 2012 seit den Kämpfen im November etwa 20.000 Personen.<ref name="TOforced">Democratic Republic of Congo (DRC): urgent response to forced displacement. In: trust.org. 8. Februar 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Februar 2012; abgerufen am 9. Februar 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Weblinks
- Angst vor den Milizen, Deutschlandradio, 28. Januar 2012
Einzelnachweise
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