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Flugzeugunglück von Stockport

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Flugunfall von Stockport
Datei:British Midland Canadair C4 G-ALHG.jpg

Die Unfallmaschine auf dem Flughafen Manchester am 29. August 1965

Unfallzusammenfassung
Unfallart Treibstoffmangel
Ort Stockport, Greater Manchester, England
Datum 4. Juni 1967
Todesopfer 72
Überlebende 12
Verletzte 12
Luftfahrzeug
Luftfahrzeugtyp Canadair C-4 Argonaut
Betreiber British Midland Airways
Kennzeichen G-ALHG
Passagiere 79
Besatzung 5
Listen von Luftfahrt-Zwischenfällen

Das Flugzeugunglück von Stockport war der Absturz einer Canadair C-4 Argonaut von British Midland Airways nahe dem Stadtzentrum von Stockport im englischen Borough Greater Manchester, 8 km nordöstlich des Flughafens Manchester, am 4. Juni 1967. Dabei wurden 72 der 84 Personen an Bord getötet, die restlichen zwölf schwer verletzt. Damit gilt der Absturz als der viertschlimmste Flugunfall in der britischen Luftfahrtgeschichte.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig 40 years after the Stockport air disaster.] Manchester Evening News, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 8. Oktober 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Unfallhergang

Die von Arrowsmith Holidays Ltd gecharterte Maschine hob um 5 Uhr morgens auf dem Flughafen Palma de Mallorca ab und sollte den Flughafen von Manchester anfliegen. Im Flugzeug befanden sich überwiegend von den Balearischen Inseln heimkehrende Urlauber.

Der Fluglotse des Zielflughafens gab der Besatzung des Cockpits nach Erreichen des ungerichteten Funkfeuers bei Congleton die Freigabe für einen Anflug mittels Instrumentenlandesystem.<ref>Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network (englisch)Vorlage:Abrufdatum</ref> Kurz darauf fiel das rechte Triebwerk 4 aus, 15 Sekunden später das benachbarte Triebwerk 3. Daher kündigten die Piloten an, durchzustarten. Beim zweiten Versuch, die Landebahn anzufliegen, geriet die Maschine aufgrund niedriger Geschwindigkeit und Flughöhe außer Kontrolle und stürzte um 10:09 Uhr Ortszeit auf ein freies Gelände zwischen mehreren Gebäuden nahe dem Stadtzentrum von Stockport. Trotz der hohen Bevölkerungsdichte der Gegend gab es am Boden keine Toten oder Verletzten.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Stockport air crash.] BBC, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. Oktober 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Zufällig am Unfallort befindliche Personen sowie Polizeibeamte schafften es noch, zwölf Menschen aus dem brennenden Wrack zu retten. Alle anderen Passagiere, die den Aufprall überlebt hatten, kamen dann jedoch in den Flammen ums Leben.<ref>Paul Maher: The blackest day in the town's recent history. In: Stockport Express. 6. Juni 2007, abgerufen am 8. Oktober 2009.</ref>

Untersuchung

Sachverständige der Air Accidents Investigation Branch (AIB) legten sich auf Treibstoffmangel – ausgelöst durch einen technischen Defekt – als Unfallursache fest. Das Flugzeug war mit acht paarweise angeordneten Treibstofftanks ausgestattet, welche jeweils durch Umschaltventile miteinander verbunden waren. Jedes Paar war im Normalfall für die Treibstoffversorgung eines Triebwerkes zuständig, jedoch gab es auch die Funktion, mit Umschaltventilen Treibstoff in andere Tanks beliebig umzuleiten. Die Untersuchung ergab, dass durch einen Defekt zweier Ventile der Kraftstoff während des Sinkfluges in die vorderen beiden Tankpaare floss. Da sich nun in den anderen beiden Paaren kein Kraftstoff mehr befand, fielen deren Triebwerke aus. Bei Betätigung der Ventile ertönt normalerweise ein akustisches Signal; dieses wurde von der Besatzung jedoch entweder überhört oder es ertönte erst gar nicht.

Die AIB untersuchte außerdem die Art der Verletzungen bei den umgekommenen Passagieren. Autopsien ergaben, dass die Passagiere in den vorderen Sitzreihen durch den abrupten Stillstand nach hoher Geschwindigkeit Rasanztraumata erlitten und dadurch tödlich verletzt wurden. Weiter hinten befindliche Passagiere erlitten überwiegend Verletzungen an den Beinen, da die Sitzreihen wie bei einer Konzertina aufeinanderprallten. Dadurch war es den meisten dieser Passagiere unmöglich, sich selbst zu befreien und so dem Feuer zu entkommen.

Der überlebende Pilot konnte aufgrund fehlender Erinnerung keine Angaben zum Absturz machen, und die übrige Besatzung des Cockpits kam ums Leben. Der Kommandant wurde von der AIB von jeglicher Schuld freigesprochen.<ref>Town to honour air disaster hero. In: Manchester Evening News. 31. Mai 2002, abgerufen am 13. Oktober 2009.</ref>

Mahnmal

Datei:Stockport Air Crash memorial.jpg
Mahnmal

1998 wurde an der Absturzstelle von Überlebenden ein Gedenkstein enthüllt. Auf ihm steht geschrieben:

<poem style="margin-left:2em;"> IN MEMORY OF THE SEVENTY TWO PASSENGERS AND CREW WHO LOST THEIR LIVES IN THE STOCKPORT AIR DISASTER 4th JUNE 1967 </poem>

2002 wurde mit Unterstützung des damaligen Premierministers Tony Blair eine Aktion gestartet, ein weiteres Mahnmal an gleicher Stelle für die Retter der Überlebenden aufzustellen, die bei ihrem Einsatz selbst ihr Leben riskiert hatten.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig PM backs air disaster campaign.] Stockport Express, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. Oktober 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Im Oktober 2002 wurde dieses Mahnmal schließlich eingeweiht.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Why we fought for memorials… and why the PM backed us.] Stockport Express, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 9. Oktober 2009 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Am 4. Juni 2017, dem 50. Jahrestag des Absturzes (und zugleich einem Sonntag), wurde zum Zeitpunkt und am Ort des Absturzes ein Gottesdienst vom Bischof von Stockport, Libby Lane, abgehalten und neue Informationstafeln mit Einzelheiten zum Absturz und den Namen der Todesopfer enthüllt. Ian Barrie, ein Luftfahrtexperte, und Roger Boden produzierten zum 50. Jahrestag einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Six Miles from Home“.<ref>Stockport air disaster: The holiday flight that ended in catastrophe. BBC, abgerufen am 26. September 2025.</ref>

Literatur

  • Air Disaster, Band 4: The Propeller Era, von Macarthur Job, Aerospace Publications Pty. Ltd. (Australia), 2001, ISBN 1-875671-48-X, S. 154–169.
  • The Day the Sky Fell Down: The Story of the Stockport Air Disaster, von Stephen R. Morrin, 1998, ISBN 0-9534503-0-9.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />