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Flugplatz Cortina d’Ampezzo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Flugplatz Cortina d’Ampezzo
Aeroporto di Cortina-Fiames
“Sant'Anna”
Kenndaten
ICAO-Code LIDI
IATA-Code CDF
Koordinaten 46° 34′ 29″ N, 12° 6′ 55″ OKoordinaten: 46° 34′ 29″ N, 12° 6′ 55″ O
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Höhe über MSL 1.200 m  (3.937 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 4 km nördlich von Cortina
Strasse SS51
Nahverkehr Bus
Basisdaten
Eröffnung 1962
Schliessung 2015
Start- und Landebahn
18/36 1380 m × 23 m Asphalt
geschlossen

Der Flugplatz Cortina d’Ampezzo ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein ehemaliger Flugplatz bei Cortina d’Ampezzo in der norditalienischen Region Venetien.

Lage, Infrastruktur und Nutzung

Der Flugplatz lag inmitten der Dolomiten, im oberen Valle del Boite, zwischen den Tofanen im Westen und dem Pomagagnon im Osten, rund vier Kilometer nördlich von Cortina bei der Fraktion Fiames, unmittelbar westlich der Strada Statale 51 di Alemagna. Parallel zur Staatsstraße 51 verläuft in Nord-Süd-Richtung die weiterhin stillgelegte, rund 1300 Meter lange asphaltierte Start- und Landebahn 18/36. Auf der Ostseite liegt ein kleines Vorfeld mit kleinen Abfertigungsanlagen und einem Hangar.

Der Flugplatz wurde von dem Unternehmen Esperia Aviation Services wieder hergerichtet. Im Jahr 2011 erhielt es eine dreißigjährige Konzession für den Betrieb des Flugplatzes. Esperia bot mit eigenen Hubschraubern Lufttaxi-Dienste an, wobei Flüge von und nach Venedig und Mailand sowie Rundflüge in den Dolomiten im Vordergrund standen. Bei Bedarf wurden auch Flüge zu anderen italienischen und ausländischen Zielen durchgeführt. Heliskiing wird von der Gemeindeverwaltung Cortina nicht zugelassen. Der ehemalige Flugplatz dient als Stützpunkt für Rettungshubschrauber. Eine Reaktivierung der Start- und Landebahn ist derzeit nicht vorgesehen.

Geschichte

Ein erster Flugplatz wurde 1916 wenige Kilometer südlich von Cortina, bei der Ortschaft Campo di Sotto, vom italienischen Militär angelegt. Dabei handelte es sich um einen vorgeschobenen Stützpunkt, der im Ersten Weltkrieg dem Militärflugplatz Belluno zugeordnet war. Schon dieses erste Flugfeld erwies sich wegen der besonderen klimatischen Bedingungen in Cortina als fliegerisch schwierig. Nach dem Krieg wurde das Flugfeld Campo di Sotto wieder aufgegeben.

Im Sommer 1929 versuchte die Fluggesellschaft Transadriatica, Linienverbindungen nach Cortina aufzunehmen, da der Ort in den Dolomiten für Touristen nicht einfach zu erreichen war. Transadriatica verband in jenen Jahren unter anderem Venedig mit München und Wien und wollte Cortina-Campo di Sotto als Zwischenstopp einplanen. Das italienische Luftfahrtministerium stimmte dem zu, wollte aber einen neuen Flugplatz bei Fiames einrichten. Die weitere Entwicklung verlief im Sande, und so wurde das Projekt auch aus finanziellen Gründen 1931 fallen gelassen. Im Jahr 1942 folgte ein weiterer Versuch des Tourismusverbandes von Cortina, einen Flugplatz für die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg errichten zu lassen.

Dieser Versuch geriet anlässlich der 1956 in Cortina ausgetragenen Olympischen Winterspiele wieder ins Bewusstsein. Im Jahr 1958 begann das Unternehmen Aeralpi, am heutigen Standort des Flugplatzes bei Fiames eine Piste entlang der Straße nach Toblach einzurichten. Der Flugplatz wurde 1962 eröffnet. Wegen seiner Lage zwischen zwei Gebirgsmassiven und der schwierigen Windverhältnisse vor Ort konnten hier nur besondere Flugzeugtypen und im Gebirgsflug erfahrene Piloten eingesetzt werden. Aeralpi setzte zunächst Pilatus Porter, Short Skyvan und Twin Otter ein und verband mit diesen Cortina mit Venedig, Mailand (direkt oder über Belluno oder Asiago) und Bozen. Unter den Piloten befand sich ab 1967 Fiorenza de Bernardi, Italiens erste Verkehrspilotin. Nachdem 1967 eine Twin Otter bei Fadalto mit einem Berg kollidiert war (siehe unten bei Zwischenfälle) und 1968 der Hauptaktionär, Cesare Acquarone, in Mexiko umgebracht worden war, stellte die Aeralpi ihren Flugbetrieb ein. Dies galt auch für den Flugplatz Cortina, der in der Zwischenzeit einige Unfälle mit Leichtflugzeugen verzeichnet hatte. Im Jahr 1975 ging Aeralpi nochmals an den Start und verband Cortina wiederum mit Mailand, Venedig und Bozen. Am 31. Mai 1976 stürzte eine Cessna 206 der Aeralpi kurz nach dem Start in Cortina bei sehr schwierigen Windverhältnissen ab, wobei die sechs Insassen ums Leben kamen. Der Flugplatz wurde daraufhin für Starrflügelflugzeuge definitiv geschlossen. Kurze Zeit operierte dort noch das Unternehmen Elidolomiti mit seinen Hubschraubern, dann nutzte man den Flugplatz inklusive der Piste als Parkplatz, insbesondere für Wohnmobile. Es folgten etliche vergebliche Versuche den Flugplatz zu reaktivieren. Im Jahr 1992 starteten von Cortina-Fiames vorübergehend Hubschrauber für Dreharbeiten zum Film „Cliffhanger – Nur die Starken überleben“, dann diente er zwei weitere Jahrzehnte als Parkplatz, bis Esperia 2010 die Reaktivierung als Heliport gelang. Der Flugplatz behielt in seiner inaktiven Zeit stets sowohl seinen ICAO-Code LIDI als auch seinen IATA-Code CDF, weswegen er auch als „Geisterflughafen“ oder aeroporto fantasma bezeichnet wurde.

Im März 2015 entzog die Gemeinde Cortina d’Ampezzo Esperia die Nutzungskonzession, nachdem im März 2014 das Dach des einzigen Hangars nach starken Schneefällen eingestürzt war. Die Gemeinde warf der Betreibergesellschaft Fahrlässigkeit vor, da sie das Dach nicht vom Schnee befreit habe.<ref>Un Aeroporto a Cortina. In: VFR Aviation. Dezember 2015, S. 904–905.</ref>

Anlässlich der Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo wurde auf dem Gelände des Flugplatzes ein temporäres Olympisches Dorf errichtet. Während der Spiele sind hier etwa 1.400 Menschen in 350 18 qm großen Mobilheimen untergebracht. Die Kosten beliefen sich auf ungefähr 35 Millionen Euro.<ref name=":0">Felix Neureuther · Olympia im Wandel? 30. Januar 2026, abgerufen am 4. Februar 2026.</ref> Alle Heime wurden für die Zeit nach den Spielen verkauft und werden anschließend auf Campingplätzen in Italien weitergenutzt.<ref>Stephan Flohr: „Alles ist super, nur ein Fernseher und Schreibtisch wären schon schön“, sagt der Bundestrainer. 4. Februar 2026, abgerufen am 4. Februar 2026.</ref>

Zwischenfälle

Weblinks

Einzelnachweise

<references />