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Fleischers Weidenröschen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Fleischers Weidenröschen
Datei:Chamerion fleischeri RF.jpg

Fleischers Weidenröschen (Epilobium fleischeri)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Nachtkerzengewächse (Onagraceae)
Unterfamilie: Onagroideae
Gattung: Weidenröschen (Epilobium)
Art: Fleischers Weidenröschen
Wissenschaftlicher Name
Epilobium fleischeri
Hochst.

Fleischers Weidenröschen (Epilobium fleischeri <templatestyles src="Person/styles.css" />Hochst., Syn.: Chamaenerion fleischeri <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hochst.) Fritsch, Chamerion fleischeri <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hochst.) Holub) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Weidenröschen (Epilobium) oder Chamaenerion bzw. Chamerion innerhalb der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). In Österreich wird diese Art auch Bergbach-Weidenröschen oder Kies-Weidenröschen genannt.

Beschreibung

Datei:Epilobium fleischeri.jpg
Fleischers Weidenröschen
Datei:Epilobium fleischeri.JPG
Blüte im Detail
Datei:Epilobium fleischeri Fleischers wilgenroosjeDSCF1217.JPG
Habitus im Habitat
Datei:Alpen-Flora (Page 95) BHL10387309.jpg
Illustration aus Alpen-Flora – Westalpen, S. 95

Vegetative Merkmale

Fleischers Weidenröschen wächst als ausdauernde krautige Pflanze oder Halbstrauch und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 40 Zentimetern.<ref name="Hegi1965" /> Es besitzt dicke, fleischige, unterirdische Ausläufer, die rot überlaufen sind.<ref name="Hegi1965" /> Die zahlreichen niederliegenden bis bogig aufsteigenden Stängel, die im unteren Teil leicht verholzen, sind kahl oder oberwärts mit sehr kurzen Haaren spärlich besetzt.<ref name="Hegi1965" />

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind sitzend. Die einfache Blattspreite ist linealisch-lanzettlich, meist unterhalb der Mitte verbreitert und drüsig gezähnt.<ref name="Hegi1965" /> Die Blätter sind beiderseits gleichfarbig grün.<ref name="Hegi1965" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Fünf bis zehn gestielte Blüten sind aufrecht abstehend in einem traubigen Blütenstand angeordnet.

Die zwittrige Blüte ist etwas zygomorph und vierzählig mit doppelter Blütenhülle.<ref name="Wagner2007" /> Die Blüten sind mit einer Länge von etwa 15 Millimetern relativ groß.<ref name="Hegi1965" /> Die Kelchblätter sind tiefrot und schmal. Die Krone besitzt einen Durchmesser von bis zu 3 Zentimetern mit vier rosaroten Kronblättern. Es sind zwei Kreise mit je vier Staubblättern vorhanden,<ref name="Wagner2007" /> die rötlich sind mit grauen Staubbeuteln.<ref name="Hegi1965" /> Die Griffel sind dick, in der unteren Hälfte bis zum Krümmungsansatz weißfilzig. Die Narbe ist tier vierlappig.<ref name="Hegi1965" /><ref name="Wagner2007" />

Die Kapselfrucht ist dicht weiß filzig behaart und 3 bis 5 Zentimeter lang.<ref name="Hegi1965" /> Es sind viele Samen in einer Reihe in jedem Fruchtfach vorhanden.<ref name="Wagner2007" />

Es liegt Diploidie vor<ref name="Wagner2007" /> und die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Vorlage:Hinweisbaustein Fleischers Weidenröschen ist ein ausgesprochener Rohbodenpionier. Mit zahlreichen Ausläufern und den dank ihres Haarschopfs flugtüchtigen Samen erobert sie rasch neue Geröllflächen. Mit seinen auffallenden Blüten, die Insekten anlocken, kann es sogar das Risiko der Selbststerilität eingehen.

Vorkommen und Gefährdung

Fleischers Weidenröschen ist nur in den Alpen (besonders in den Westalpen) von den Tallagen bis in Höhenlagen von 2700 Metern verbreitet. Es hat ursprüngliche Vorkommen in Frankreich, Italien, Deutschland, der Schweiz und in Österreich.<ref name="Euro+Med" /> In den Allgäuer Alpen steigt es von 900 Meter an der Ostrach bei Hinterstein bis zu einer Höhenlage von 1300 Metern auf. In Graubünden steigt es bis 2530 Meter, im Kanton Wallis bis zu einer Höhenlage von 2700 Meter auf.<ref name="Hegi1965" /> Diese kalkmeidende Art ist ein Erstbesiedler auf Kies(bänken), Geröll, Flussschotter, Moränen und feuchtem Schutt. Chamaenerion fleischeri gilt in Mitteleuropa als Charakterart des Epilobietum fleischeri.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w+ (feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

In Österreich ist Fleischers Weidenröschen zerstreut in Tirol und Vorarlberg anzutreffen und gilt als gefährdet.

Fleischers Weidenröschen ist sowohl durch natürliche Veränderung der Standorte (Verbuschung) als auch durch menschliche Eingriffe bedroht. Ihre letzten Bestände verdienen Schutz.<ref name="Dörr-Lippert 2004" />

Systematik und botanische Geschichte

Diese Art wurde von Franz von Fleischer (1801–1878), dem späteren Professor in Stuttgart-Hohenheim, am Ortler in Südtirol 1825 entdeckt und nach ihm benannt.<ref name="Hegi1965" />

Die Erstbeschreibung als Epilobium fleischeri erfolgte 1826 durch Christian Ferdinand Friedrich Hochstetter (1787–1860) in Flora; oder (allgemeine) botanische Zeitung, Band 9, S. 85.<ref name="Hochstetter1826" />

Ergebnissen molekulargenetischer Studien zufolge wird diese Art als Chamaenerion fleischeri (<templatestyles src="Person/styles.css" />Hochst.) <templatestyles src="Person/styles.css" />Fritsch von Epilobium abgetrennt.<ref name="Wagner2007" /><ref name="Sennikov2011" /> In nordamerikanischer Literatur ist häufig das Synonym Chamerion fleischeri (<templatestyles src="Person/styles.css" />Hochst.) <templatestyles src="Person/styles.css" />Holub zu finden.

Die Art Chamerion fleischeri <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hochst.) Holub gehört bei Wagner 2007 gehört zur Sektion Chamerion sect. Rosmarinifolium (<templatestyles src="Person/styles.css" />Tacik) <templatestyles src="Person/styles.css" />Holub aus der Gattung Chamerion <templatestyles src="Person/styles.css" />(Raf.) <templatestyles src="Person/styles.css" />Raf. im Tribus Epilobieae <templatestyles src="Person/styles.css" />Endl.<ref name="Wagner2007" /> Doch ist der bereits 1754 veröffentlichte Name Chamaenerion <templatestyles src="Person/styles.css" />Ség. der akzeptierte Name dieser Gattung. Deshalb ist Chamaenerion fleischeri <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hochst.) Fritsch in Excursionsflora fur Oesterreich (mit Ausschluss von Galizien, Bukowina und Dalmatien)... Wien, 1897, S. 392 veröffentlichte Name der akzeptierte Artname.<ref name="Sennikov2011" />

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Epilobium fleischeri Hochst. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert 2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching bei München, 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 246. </ref> <ref name="Hochstetter1826"> Christian Ferdinand Friedrich Hochstetter: Ueber das Ergebniss der botanischen Reise des Pharmaceuten Fleischer nach Tyrol im Sommer 1825. In: Flora. Band 9, Nr. 1, 6, 1826, S. 81–86 (hier: S. 85). </ref> <ref name="Wagner2007"> Warren L. Wagner, Peter C. Hoch, Peter H. Raven: Revised Classification of the Onagraceae (= Systematic Botany Monographs. Band 83). American Society of Plant Taxonomists, Ann Arbor, Mich. 2007, ISBN 978-0-912861-83-8. (PDF-Datei). </ref> <ref name="Sennikov2011"> Alexander N. Sennikov: Chamerion or Chamaenerion (Onagraceae)? The old story in new words. In: Taxon. Band 60, Nr. 5, 2011, S. 1485–1488. {{doi:10.1002/tax.605028}} </ref> <ref name="Hegi1965"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 821–822. </ref> <ref name="Euro+Med"> E. von Raab-Straube (2018+): Onagraceae. Datenblatt Epilobium fleischeri In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>

Weblinks