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Ferrero (Unternehmen)

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Ferrero S.A.

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Ferrero - logo brown (Italy, 1964-).svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1946
Sitz Alba, Italien[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Italien
Leitung
  • Lapo Civiletti, CEO
Mitarbeiterzahl 48.697 (2025)<ref name=AR>Il Gruppo Ferrero approva il Bilancio consolidato per l'esercizio 2024/2025 chiuso al 31.08.2025. Ferrero International S.A., abgerufen am 23. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Umsatz 19,3 Mrd. EUR (2025)<ref name="AR" />
Branche Lebensmittelhersteller
Website www.ferrero.com
Stand: 31. August 2025

Die Ferrero International S.A. ist die Konzernobergesellschaft des italienischen Süßwarenherstellers mit faktischem Sitz in Alba in der Region Piemont und steuertaktischem Verwaltungssitz in Luxemburg.

Ferrero betreibt weltweit 41 Produktionsstätten und vertreibt ihre Produkte in über 170 Ländern.<ref name=ww>Key Figures. Ferrero International S.A., abgerufen am 23. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Der Sitz der deutschen Niederlassung liegt in Frankfurt am Main, die Produktionsstätten liegen in Stadtallendorf sowie in Faulbach.

Geschichte

Ferrero International

Datei:Laboratorio Ferrero.jpeg
Die erste Ferrero-Konditorei in Alba

Das Unternehmen wurde 1946 von dem 1898 geborenen Konditor Pietro Ferrero senior in Alba (Italien) gegründet. Pietro Ferrero ist, gemeinsam mit Francesco Rivella, der Erfinder von Nutella, einer Nuss-Nougat-Creme, die das Unternehmen bereits seit den 1940er Jahren in Italien – zunächst unter dem Namen Pasta gianduja, später als Pasta giandujot – verkaufte. 1951 brachte Ferrero die von Sohn Michele Ferrero verfeinerte Rezeptur „Supercrema“ auf den italienischen Markt.<ref>ferrero.de - Eine Familiengeschichte</ref><ref>Der Erfinder von Nutella ist tot. 18. Februar 2025, abgerufen am 18. Februar 2025.</ref>

Nach Pietro Ferreros Tod übernahm kurze Zeit seine Witwe, Piera Cillario Ferrero, die Geschäfte, ihr folgte der gemeinsame Sohn Michele Ferrero. Unter seiner Leitung erlangte das Unternehmen Weltruhm. 1962 heiratete Michele Maria Franca Fissolo. Seit 1997 leitet deren Sohn Giovanni Ferrero das Unternehmen, bis 2011 noch gemeinsam mit seinem Bruder Pietro Ferrero junior, der jedoch 2011 verstarb. Die Ferrero-Gruppe wird heute in der dritten Generation von Giovanni Ferrero geführt und ist vollständig in Familienbesitz.<ref>Elisabeth von Sydow: Wem gehört Ferrero? Das Familienunternehmen und seine Produkte. In: focus.de. 8. April 2022, abgerufen am 14. April 2023.</ref>

1984 stieg Ferrero mit der Ferrero Asia Limited in den chinesischen Markt ein.<ref>Sieg gegen Produktpiraterie: Ferrero gewinnt Markenstreit in China. In: handelsblatt.com. Abgerufen am 14. April 2023.</ref> Heute ist Ferrero auch in Osteuropa, den Vereinigten Staaten, Südamerika sowie im Fernen Osten aktiv. Großes Medieninteresse erweckte das Unternehmen, als es 2000 mit Blick auf die eigene Marke Kinder-Schokolade die Verwendung des Domain-Namens „kinder.at“ durch andere unterbinden wollte. Vor Gericht unterlag es in allen Instanzen.<ref>Urteil: "Kinder" gehören Ferrero nicht allein. In: welt.de. Abgerufen am 14. April 2023.</ref>

Im Sommer 2014 übernahm Ferrero den größten türkischen Haselnussverarbeiter Oltan<ref name=":1">Stefano Liberti: Das Haselnuss-Imperium – Wie das italienische Familienunternehmen Ferrero zu einem der weltweit größten Süßwarenhersteller aufstieg. In: Barbara Bauer Dorothee d’Aprile (Hrsg.): Le Monde diplomatique. Nr. 01/26. TAZ/WOZ, Januar 2020, ISSN 1434-2561, S. 20 f. (monde-diplomatique.de – übersetzt von Ambros Waibel).</ref> zu einem ungenannten Preis, um die Versorgung mit der in vielen seiner Produkte enthaltenen Zutat langfristig abzusichern.<ref>Ferrero - Corporate News, 16. Juli 2014</ref><ref>Zutatensicherung: Ferrero kauft türkischen Haselnuss-Primus. Handelsblatt, 17. Juli 2014</ref> Die EU-Kommission genehmigte die Übernahme im September 2014<ref>Ferrero darf türkischen Haselnuss-Spezialisten Oltan übernehmen, NZZ.ch</ref> mit der Begründung, dass Ferrero damit keine<ref name=":1" /> marktbeherrschende Stellung einnehme. Interessenvertreter türkischer Bauern und industrieller Weiterverarbeiter bestreiten<ref name=":1" /> dies. Ferrero kaufte 2019 etwa ein Drittel<ref name=":1" /> der gesamten türkischen Haselnussproduktion.

2016 übernahm Ferrero den belgischen Gebäckhersteller Delacre von der Yıldız-Tochter United Biscuits.<ref>Übernahme: Ferrero macht Delacre-Kauf perfekt. In: lebensmittelzeitung.net. Abgerufen am 18. April 2023.</ref> Im Jahr darauf übernahm das Unternehmen die Ferrara Candy Company, welche zu diesem Zeitpunkt einen Jahresumsatz von rund einer Milliarde Dollar hatte.<ref>Ferrero kauft US-Süßwarenhersteller Ferrara. In: Der Spiegel. 19. Oktober 2017, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 22. April 2025]).</ref><ref>Ferrero expandiert in den USA. In: Handelsblatt. Abgerufen am 22. April 2025.</ref>

Im Januar 2018 übernahm Ferrero das Süßwarengeschäft von Nestlé in den USA für 2,8 Milliarden US-Dollar, das in die Tochtergesellschaft Ferrara Candy Company in Chicago eingegliedert wurde. Die Übernahme umfasste die Marken 100Grand, Baby Ruth, Butterfinger, Chunky, Crunch, Raisinets, OhHenry! und SnoCaps sowie weitere regionale Marken wie SweeTarts, LaffyTaffy, Nerds, FunDip, PixyStix, Gobstopper, BottleCaps, Spree und Runts.<ref>Nestlé agrees to sell U.S. confectionery business to Ferrero</ref>

Ferrero übernahm 2019 die Keks-Sparte von Kellogg’s, zu der unter anderen Marken wie Keebler, Mother’s und Little Brownie Bakeries gehören, für 1,2 Milliarden Euro.<ref>Milliarden-Deal: Ferrero schluckt Kellogg-Kekse - HORIZONT. Abgerufen am 22. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Ferrero will Kekssparte von Kellogg kaufen. In: Der Spiegel. 1. April 2019, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 22. April 2025]).</ref> Der 2023 durch eine Spaltung des Kelloggs-Unternehmens entstandene Konzern WK Kellogg wurde 2025 von Ferrero für 3,1 Milliarden US-Dollar gekauft. WK Kellogg vertreibt Zerealien wie Froot Loops, Frosties oder Rice Crispies in Nordamerika.<ref>Lebensmittel: „Das ist mehr als eine Übernahme“ – Ferrero kauft WK Kellogg für 3,1 Milliarden US-Dollar. In: WELT. Abgerufen am 22. Juli 2025.</ref><ref>Ferrero übernimmt Frühstücksflocken-Hersteller in Milliardendeal. In: Handelsblatt. 10. Juli 2025, abgerufen am 22. Juli 2025.</ref>

Im Jahr 2019 erwarb Ferrero die Anteilsmehrheit am größten spanischen Handelsmarken-Eiskremhersteller Ice Cream Factory Comaker (ICFC), früher Avidesa, mit Produktionsstätten im spanischen Alzira und im italienischen Castel d’Ario;<ref>https://packmedia.network/de/content/ferrero-setzt-auf-speiseeis-und-erwirbt-die-mehrheit-von-icfc</ref> 2021 wurden auch die restlichen 30 % Anteile erworben.<ref>https://www.eleconomista.es/empresas-finanzas/noticias/11499831/11/21/El-fabricante-de-Nutella-y-Kinder-compra-el-30-de-la-heladera-valenciana-ICFC-que-no-tenia.html</ref>

Im Juni 2021 übernahm die zur Ferrero-Gruppe zählende belgische Finanzholding CTH die britische Burton’s Biscuit Company.<ref>https://www.ferrero.com/fc-4073?news=1939</ref> Über CTH hatte Ferrero in der Vergangenheit bereits Fox’s Biscuits in Großbritannien, Biscuits Delacre in Belgien und die Kelsen Group in Dänemark übernommen.<ref>Steven Plöger: Ferrero: Nutella-Milliardär baut sich jetzt ein Keks-Imperium auf - Business Insider. In: businessinsider.de. 20. März 2021, abgerufen am 9. März 2024.</ref>

Im Oktober 2023 übernahm die amerikanische Tochterfirma Ferrara den Süßwarenproduzenten Jelly Belly. Der Kaufpreis soll bei etwa 3 Milliarden US-Dollar gelegen haben.<ref>Anthony Noto: Ferrero Gobbles Up Jelly Belly. 3. November 2023, abgerufen am 24. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Ferrero-Tochter übernimmt Jelly Belly Candy Company. Abgerufen am 24. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Das Unternehmen begann 2020 eine schokoladenverarbeitende Fabrik in Bloomington, Illinois zu bauen.<ref>Ferrero baut in den USA neue Kinder-Bueno-Fabrik. 11. August 2022, abgerufen am 24. Mai 2024.</ref> Die Fabrik ist das erste schokoladenverarbeitende Werk des Unternehmens in Nordamerika und das dritte weltweit. Es liefert Schokolade für Marken wie kinder, Butterfinger und Crunch und wurde im Mai 2024 eröffnet.<ref>Italian Ferrero Opens Its First North American Chocolate Factory. Abgerufen am 24. Mai 2024.</ref><ref>Ferrero opens its first US chocolate production facility, at Bloomington, Illinois. Abgerufen am 24. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im April 2025 kündigte das Unternehmen an, die Fabrik in Brantford, Kanada, für 445 Millionen Euro zu erweitern.<ref>Ferrero baut Fabrik in Kanada aus. In: Food Aktuell. 16. April 2025, abgerufen am 22. April 2025.</ref><ref>Ferrero Canada announces $445 million expansion of Brantford facility. In: Canada Convenience Store News. 11. April 2025, abgerufen am 22. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Salmonellen-Ausbruch im Produktionswerk Arlon ab Dezember 2021

Im April 2022 geriet das Unternehmen wegen eines Salmonellen-Ausbruchs in die Schlagzeilen. Dabei wurden Rückrufaktionen in mehreren Staaten veranlasst, nachdem der Verdacht aufgekommen war, dass bestimmte Produkte, die im Ferrero-Werk im belgischen Arlon produziert wurden, mit Salmonellen befallen sein könnten.<ref>Laura Sibold: Verdacht auf Salmonellen — Böse Osterüberraschung: Kinder-Schokoprodukte zurückgerufen. In: srf.ch. 6. April 2022, abgerufen am 6. April 2022.</ref> Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wurde der Ausbruch durch Salmonella Typhimurium verursacht. Der erste Fall sei am 7. Januar 2022 vom Vereinigten Königreich gemeldet worden. Zusammen mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurde der Ausbruch weiter untersucht.<ref>Die EFSA und das ECDC untersuchen einen länderübergreifenden Salmonellen-Ausbruch im Zusammenhang mit Schokoladeprodukten. In: efsa.europa.eu. 6. April 2022, abgerufen am 11. April 2022.</ref>

Am 8. April 2022 kündigte die belgische Aufsichtsbehörde AFSCA an, dem Ferrero-Werk in Arlon, der Ferrero Ardennes, die Produktionslizenz zu entziehen.<ref>Salmonellen-Fälle: Belgische Behörde entzieht Ferrero vorerst Lizenz für ein Werk. In: Handelsblatt.com. 8. April 2022, abgerufen am 8. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ferrero bestätigte im April 2022, dass in dem betroffenen Werk bereits am 15. Dezember 2021 ein Salmonellenbefall festgestellt worden war. Die Öffentlichkeit wurde hierüber nicht informiert, die betroffenen Produkte gingen in den freien Verkauf und wurden erst bis zu vier Monate später zurückgerufen.<ref>Pressemitteilung: Ferrero kündigt die vorübergehende Einstellung des Betriebs in Arlon, Belgien, an und erweitert den Rückruf von Kinderprodukten, die im selben Werk hergestellt werden. Abgerufen am 9. April 2022.</ref> Die belgische Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen gegen Ferrero ein.<ref>Ferrero: Staatsanwaltschaft in Belgien ermittelt gegen Unternehmen - Rückrufe wegen Salmonellen-Verdacht. In: Der Spiegel. 11. April 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 11. April 2022]).</ref>

Ende Juni 2023 wurden weitere Salmonellenrückstände im Werk entdeckt.<ref>Erneut Salmonellen bei Ferrero in Arlon entdeckt. 29. Juni 2023, abgerufen am 27. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Produktion wurde gestoppt, laut Ferrero sei dies jedoch eine „reine Vorsichtsmaßnahme“ gewesen, da keine Infizierung von Produkten festgestellt werden konnte.<ref>Produktionsstopp in belgischem Werk: Erneut Salmonellen bei Ferrero entdeckt. 14. Juli 2023, abgerufen am 27. Juli 2023.</ref>

Auf das Werk in Arlon entfallen nach Unternehmensangaben rund sieben Prozent aller jährlich weltweit hergestellten Produkte der Marke Kinder.<ref>Maria Marquart, Ariane Fries, Kristina Gnirke: Ferrero wusste schon seit Dezember von Salmonellen in Fabrik. In: Der Spiegel. 8. April 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 8. April 2022]).</ref> Bis Mai 2022 waren 266 Infektionen mit Salmonellen auf den Verzehr von Ferrero-Produkten zurückzuführen.<ref>EU-Gesundheitsbehörde: Mehr als 266 Fälle von Salmonellen durch Schokoprodukte von Ferrero. In: Der Spiegel. 18. Mai 2022, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 18. Mai 2022]).</ref>

Ferrero Deutschland

Datei:Stadtallendorf Ferrero Factory.jpg
Werk in Stadtallendorf

Ferrero Deutschland wurde im September 1956 in Stadtallendorf gegründet. Zuerst firmierte die Ferrero oHG unter dem Namen Assia GmbH (Assia ist italienisch für Hessen).<ref>Kristina Knoessl: Regensburger Archiv für Werbeforschung. In: raw.ur.de. Abgerufen am 18. April 2023.</ref> Anfänglich verfügte die deutsche Ferrero über fünf Mitarbeiter: einen Ingenieur aus Turin, eine deutsche Sekretärin und drei Arbeiter aus dem Mutterwerk in Alba.<ref>Manfred Köhler: Auch eine Frankfurter Geschichte: Mit Nutella durch ein halbes Jahrhundert. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 18. April 2023]).</ref> Zunächst wurde nur das Produkt Cremalba in 200-g-Bechern produziert und verkauft. Sechs Monate später hatte Ferrero Deutschland über 60 Mitarbeiter, gegen Ende 1957 bereits 150. Noch im gleichen Jahr erreichte das Werk in Stadtallendorf die gesetzten Produktionsziele. Später wurde der Verwaltungssitz in Frankfurt am Main angesiedelt, nachdem die ursprünglich ausgesuchte, näher am Produktionsstandort gelegene Stadt Marburg keine ausreichende Gewerbefläche zur Verfügung stellen wollte, um nicht mit einer anderen größeren Firma, den Behringwerken, ihren Charakter als Universitätsstadt aufs Spiel zu setzen.

Die Kirschpraline Mon Chéri verhalf Ferrero zum endgültigen Durchbruch auf dem westdeutschen Süßwarenmarkt. Schon 1957 stellte Ferrero täglich rund 9000 kg Mon Chéri her. Ein Jahr später wurde die Produktion auf 20.000 kg pro Tag erhöht. Der Begriff „Piemont-Kirsche“ ist eine reine Erfindung der Werbeabteilung. „Piemont“ ist angelehnt an die Herkunftsregion der Familie Ferrero. Eine Kirschsorte dieses Namens existiert nicht.<ref>Die Piemont-Kirsche aus Italien ist ein Mythos: So müsste sie eigentlich heißen. In: bnn.de. 4. Juli 2020, abgerufen am 18. April 2023.</ref> Ein großer Teil der verwendeten Kirschen stammt aus der baden-württembergischen Ortenau (Stand 2022).<ref>Kirschen für Mon Chéri stammen zu großem Teil aus der Ortenau. In: badische-zeitung.de. 7. Juni 2022, abgerufen am 18. April 2023.</ref>

Im April 2023 übernahm Ferrero die Fabrik der Laurens Spethmann Holding in Faulbach mitsamt den Mitarbeitern. Ferrero wollte mit diesem dritten Standort in Deutschland ihr Geschäft mit gesünderen Snacks ausweiten.<ref>Ferrero-Gruppe erwirbt Medin-Produktionsstätte. Abgerufen am 27. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Süßwaren: LSH verkauft Riegel-Werk an Ferrero. Abgerufen am 27. Juli 2023.</ref>

Heute beschäftigt Ferrero nach eigenen Angaben in Deutschland 4500 Menschen, der überwiegende Teil arbeitet am Standort Stadtallendorf.<ref>Mitarbeiter. In: ferrero.de. Abgerufen am 18. April 2023.</ref> Hinzu kommen mehrere tausend Saisonkräfte, etwa für die Oster- oder Weihnachtsproduktion.

Parteispendenaffäre der hessischen CDU

Im Zuge der Affäre um fehlerhafte Rechenschaftsberichte der hessischen CDU wurde bekannt, dass der CDU-Landesverband seit den 1980er Jahren regelmäßig Spenden von Ferrero erhalten hatte, diese aber nicht verbuchte. Nach Angaben des Bundestags summieren sich die Spenden auf insgesamt 500.000 DM (255.646 Euro). In den CDU-Rechenschaftsberichten waren sie nicht aufgetaucht.<ref>Spendenausschuss: Süße Spenden an die Hessen-CDU. In: Der Spiegel. 15. Februar 2001, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 18. April 2023]).</ref> Der damalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) verhängte gegen die hessische CDU daher eine Strafe von 511.000 Euro.<ref>CDU muss über 500.000 Euro Strafe zahlen. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 18. April 2023.</ref>

Wie das Rechnungsprüfungsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf im Jahr 2000 feststellte, hat das Unternehmen für sein Werk im hessischen Stadtallendorf jahrelang zu niedrige Gewerbesteuer-Vorauszahlungen geleistet. Während die Prüfer für die Jahre 1993 und 1994 Vorauszahlungen von jeweils 40,2 Millionen DM für angemessen hielten, setzte die Finanzverwaltung der CDU-regierten Kommune lediglich 6,8 Millionen DM an. Für die Jahre 1994 bis 1996 musste Ferrero deshalb Gewerbesteuer in Höhe von 52 Millionen DM nachzahlen. Die Zinsgewinne, die Ferrero durch die niedrigen Vorauszahlungen erwirtschaftete, werden auf 13 Millionen DM geschätzt.<ref>Ferrero: "Die wollten uns etwas Gutes tun". In: manager-magazin.de. Abgerufen am 18. April 2023.</ref>

Markenrechtsstreit um Kinder

Datei:KinderSchokolade.jpg
Kinder Schokolade

Ferrero muss künftig auch Produkte anderer Hersteller mit dem Namensbestandteil Kinder akzeptieren. Am 20. September 2007 wies der deutsche Bundesgerichtshof in Karlsruhe die Klage von Ferrero ab, die dem Mitbewerber Haribo den Produktnamen Kinder Kram verbieten sollte. Der Begriff Kinder allein unterliege keinem markenrechtlichen Schutz, da es lediglich die Zielgruppe dieser Produkte benenne, urteilte das Gericht.<ref>Ferrero unterliegt im Streit um Marke „Kinder“. Markenrecht: Urteil beim BGH. In: Hamburger Abendblatt. 20. September 2007, abgerufen am 15. Juni 2011.</ref>

Kritik

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt hat auf ihrer Webseite „Kaefigfrei“ aufgedeckt, dass Ferrero Eier aus nicht artgerechter Käfighaltung verwendet. Nachdem über 6000 Unterschriften online gesammelt und intensive Gespräche mit dem Hersteller geführt worden waren, hat Ferrero im Jahr 2010 angekündigt, ab Ende 2012 auf Eier aus jeglicher Form der Käfighaltung zu verzichten, also sowohl auf Eier aus der bereits ab Beginn des Jahres 2012 in der Europäischen Union verbotenen konventionellen Käfighaltung als auch auf Eier aus der weiterhin dort erlaubten Haltung in sogenannten ausgestalteten Käfigen.<ref>Ferrero verzichtet auf Käfigeier. In: kaefigfrei.de. Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, 9. September 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. August 2011; abgerufen am 14. Juni 2011.</ref>

Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert, der Hersteller der Milch-Schnitte erwecke in Werbekampagnen den Eindruck, das Produkt sei aufgrund des Milchanteils gesundheitsfördernd und eine Alternative zum Pausenbrot. Das Produkt enthält allerdings mit 60 % verhältnismäßig mehr Fett und Zucker als eine Sahnetorte.<ref>Pressemitteilung von Foodwatch. (PDF; 79 kB) Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. Juni 2012; abgerufen am 29. April 2011.</ref> Bei der Internet-Abstimmung zum Goldenen Windbeutel der Organisation für die Werbelüge des Jahres 2011 haben Verbraucher die Milch-Schnitte von Ferrero auf Platz 1 gesetzt. Rund 43 % der Teilnehmer hielten die Werbung für das Milcherzeugnis als leichte Zwischenmahlzeit für den dreistesten Fall von Etikettenschwindel.<ref>„Milch-Schnitte“ ist „Werbelüge des Jahres“. In: tagesschau.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. Februar 2012; abgerufen am 17. Juni 2011.</ref><ref>Wie Ferrero reagiert. Von plumper Irreführung zu gewiefter Manipulation. In: Foodwatch. 8. September 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. Mai 2013; abgerufen am 29. März 2013.</ref> Eine ähnliche Irreführung warf Foodwatch Ferrero 2010 für Yogurette vor, die zu 36 Prozent aus Fett besteht und im Gegensatz zu dem, was in der Werbung suggeriert wird, eine energiereiche Süßigkeit ist.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 1. Februar 2016 im Internet Archive)</ref>

In den 1990er Jahren wurde Ferrero kritisiert, als Verbraucher-Zentralen in Milch-Schnitte, Kinder Pinguí, Kinder Bueno und Kinder Maxi King Alkohol nachwiesen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kinderprodukte jetzt ohne Alkohol! (Memento vom 27. Juni 2013 im Internet Archive)</ref> Dies sei problematisch, da sich Kinder so durch den Konsum dieser Süßigkeiten an den Geschmack von Alkohol gewöhnen und hierdurch möglicherweise die Hemmschwelle zum Ausprobieren von „richtigem“ Alkohol herabgesetzt werden könnte. Ferrero reagierte auf die Kritik und gibt an, seit Mitte 2000 keinen Alkohol mehr als Zusatzstoff in seinen Produkten zu verwenden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verbraucherschutzzentrale: Alkohol in Süßwaren (Memento vom 23. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref>

Wie auch andere Kakaounternehmen<ref>Reportage/Dokumentation von Miki Mistrati im Auftrag des NDR, 43:23 Minuten, deutsche Erstausstrahlung am 6. Oktober 2010 in Das Erste: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. auf ardmediathek.de (Stelle: 40:02–41:30)</ref> steht Ferrero außerdem im Verdacht, Ausbeutung und Kinderarbeit in seiner Produktionskette für Kakao und Haselnüsse zu tolerieren.<ref name=":0"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ferrero-Check (Memento vom 13. Januar 2012 im Internet Archive)</ref> Ferrero gibt an, dass 2009/2010 ein Anteil von 10 % des verwendeten Kakaos aus zurückverfolgbarem, nachhaltigen Anbau komme.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ferrero Second Corporate Social Responsibility Report 2009/2010 (Memento vom 24. September 2011 im Internet Archive), S. 65.</ref> In der Sendung Ferrero Check des Senders WDR aus dem Jahre 2011 wird Ferrero eine „unzureichende“ Fairness attestiert. Ferrero habe kein einziges Produkt auf dem Markt gehabt, das als Fair gekennzeichnet werden dürfe, ganz anders als etwa beim Mitbewerber Mars Incorporated.<ref name=":0" />

Ferrero wird auch für systematische Steuervermeidung mit Hilfe unternehmerischer Schachtel-Konstruktionen kritisiert: „Das hochprofitable Konstrukt beruht auf einem komplexen System der Kreditvergabe an konzerneigene Subunternehmen, bei dem große Schulden angehäuft werden, welche wiederum die erheblichen Gewinne vor Steuern zum Schmelzen bringen. Für die Staatskassen nachteilig, für die Eigentümer genial. Denn der Reingewinn, den durch diese Methode alleine der Konzern-Erbe und Gründer-Enkel Giovanni Ferrero im letzten Jahr erzielte, betrug 642 Millionen Euro. Insgesamt beläuft sich das Privatvermögen von Giovanni Ferrero damit auf geschätzte 22,4 Milliarden Euro.“<ref>Ferrero offengelegt: Die bitteren Abgründe des Süßwaren-Konzerns. Abgerufen am 26. November 2022. (Mit „nachträglich“ ist offensichtlich „nachteilig“ gemeint.)</ref>

Eine geplante Fabrikerweiterung des Stadtallendorfer Werkes wurde von Umweltschützern kritisiert, da die Erweiterung teilweise auf einem Wasserschutzgebiet liegt, welches für die Trinkwasserversorgung Hessens mitverantwortlich ist. Vor allem die temporäre Abschaltung eines Abschöpfbrunnens, welcher belastetes Wasser abschöpft, sowie mehrerer Messstellen sorgte für Kritik. Die zuständige Behörde entgegnete, durch "bau- und betriebszeitige Maßnahmen" würde eine Gefährdung des Grundwassers ausgeschlossen, weshalb sie die Baugenehmigung erteilen müsse.<ref>Rebekka Dieckmann, Anna Spieß: Trinkwasser und Schokolade: Umweltschützer kritisieren Ausbaugenehmigung für Ferrero. In: Hessenschau. 6. September 2024, abgerufen am 20. September 2024 (deutsch).</ref><ref>A49-Gegner: Gefahren durch Ferrero-Ausbau. In: Gießener Allgemeine. 12. September 2024, abgerufen am 20. September 2024.</ref>

Mitte April 2026 wurde bekannt, dass wegen des Verdachts auf wettbewerbswidrige Praktiken und Kartellrechts-Verstöße Beamte der EU-Kommission die Geschäftsräume des Süßwarenkonzerns in Luxemburg durchsucht haben. Die EU-Kommission untersucht nach eigenen Angaben eine mögliche Marktaufteilung durch Ferrero. Dies beträfe Beschränkungen des Warenverkehrs zwischen den EU-Mitgliedstaaten im Binnenmarkt sowie Hindernisse bei länderübergreifenden Einkäufen durch EU-Bürger. Insbesondere würde großen Konsumgüterherstellern wie Ferrero seit langem vorgeworfen, Preisunterschiede zwischen den EU-Ländern aufrechtzuerhalten und Supermärkten zu erschweren, Markenartikel in großen Mengen günstig zu kaufen und in der gesamten Europäischen Union zu verkaufen.<ref>welt.de vom 15. April 2026: EU-Ermittlungen - Razzia bei Nutella-Hersteller — Büro in Luxemburg durchsucht, abgerufen am 25. April 2026</ref>

Produkte

Ferrero ist Dachmarke für eine Produktpalette von Einzelmarken und Markenfamilien.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Markenübersicht der Ferrero OHG mbH (Memento vom 19. August 2014 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Markenübersicht der Ferrero S.p.A. (Memento vom 19. August 2014 im Internet Archive)</ref>

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Produktionsstätten / Verwaltungssitze

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Weblinks

Commons: Ferrero – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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