Zum Inhalt springen

Fernando Sor

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Fernando Sor.jpg
Fernando Sor, vor 1826

Fernando Sor (getauft als Joseph Fernando Macari Sors am 14. Februar 1778 in Barcelona; † 10. Juli 1839 in Paris), im deutschsprachigen Raum auch unter dem Namen Ferdinand Sor bekannt, war ein spanischer Gitarrist und Komponist, der bedeutende Werke für die Gitarre und mit weniger Erfolg auch Opern und Ballette schuf.

Leben

Fernando Sor(s) wurde 1778 oder 1780 in Barcelona geboren. Als 1790 sein Vater starb, hatte die Familie kein Geld mehr für die Fortsetzung des Musikunterrichts von Fernando. Im Jahr darauf aber konnte ihn seine Mutter in der Klosterschule Montserrat unterbringen, die kostenlos war und in der vor allem Musik unterrichtet wurde. 1795 verließ Sor die Schule und begann in Barcelona eine militärische Laufbahn; er besuchte vier Jahre lang die Armeeschule, die ihm sehr gut gefiel.

Datei:F Sor Grave Montmartre.jpg
Grab von F. Sor auf dem Friedhof von Montmartre in Paris

Im Jahr 1796 schrieb er seine ersten Gitarrenstücke. Seine erste Oper Il Telemaco nell’ isola di Calipso entstand 1797; insgesamt wurden in Barcelona 15 Vorstellungen im Teatre de la Santa Creu, dem heutigen Teatre Principal, gegeben. 1802 übernahm Sor einen Posten als Gutsverwalter in Barcelona, 1804 erhielt er einen königlichen Verwaltungsposten in Andalusien. Um diese Zeit erwarb er wahrscheinlich seine Gitarre von Fernando Rada. 1809 leistete Sor einen Eid auf den Bruder von Napoleon Bonaparte, der zu der Zeit als Joseph I. König von Spanien war. Infolgedessen wurde er Polizeihauptkommissar der andalusischen Provinz Jerez. 1813 mussten die Franzosen Spanien verlassen. Sor folgte ihnen als sogenannter Afrancesado nach Paris und kehrte nie in seine Heimat zurück. Er übersiedelte nach London und war dort als Gitarrist und Komponist von Ballettmusik und Werken für Orchester, Klavier, Gesang und Gitarre sehr erfolgreich. Sein zu Lebzeiten größter Erfolg war das 1822 im King’s Theatre uraufgeführte Ballett Cendrillon (Aschenbrödel). 1823 übersiedelte Sor nach Moskau. Dort wurde am 6. Januar 1825 u. a. mit Sors Ballett Cendrillon das neue Bolschoi-Theater eröffnet. Außerdem komponierte er zur Krönung des Zaren Nikolaus I. das Ballett Hercules et Omphale und für die Totenfeier Zar Alexanders in St. Petersburg einen Trauermarsch. Im Herbst 1826 kehrte Sor nach Paris zurück. In Frankreich konnte Sor als Gitarrist und Komponist bald Fuß fassen, zumal sein Verleger und Landsmann Salvador Castro bereits kleinere Gitarrenstücke im Journal de musique étrangère pour la Guitare veröffentlicht hatte. In Paris veröffentlichte Sor dann sein bereits 1814 in Auftrag gegebenes Opus 48 und 1830 seine Méthode pour la Guitare.<ref>Wolf Moser: „Ich glaube, der Tag kommt, wo die Gitarrenschüler ihre Vorstellungen nach korrekter Musik ausbilden …“. Ein Interview mit Fernando Sor. In: Gitarre & Laute. Band 6, 1984, Heft 5, S. 37–41; hier: S. 37–38.</ref> 1839 starb Sor in Paris nach langer Krankheit an Zungenkrebs. Sein Grab liegt auf dem Cimetière de Montmartre. Zu seinem Freundeskreis gehörten Dionisio Aguado, den er in Madrid<ref>Wolf Moser: Fernando Sor und seine „Méthode pour la Guitare“. In: Gitarre & Laute. Band 1, 1979, Nr. 1, S. 26–32; hier: S. 26 und 30.</ref> kennengelernt hatte, und Napoleon Coste, mit denen er mehrmals gemeinsam auftrat.

Er wurde als „Schubert der Gitarre“, „Beethoven der Gitarre“ oder „Mendelssohn der Guitarre“<ref>Sprenzinger 1902, S. 33</ref> bezeichnet. 1902 veröffentlichte Franz Sprenzinger eine auf einem Text von Ernest Shand basierende Kurz-Biographie, die mit den Worten beginnt: „Ein Riese unter den Guitarristen aller Zeiten, wenn nicht der grösste überhaupt, war Ferdinand Sor.“<ref>Sprenzinger 1902, S. 33</ref>

Verheiratet war Sor mit der französischen Balletttänzerin Félicité Hullen. Aus der Ehe ging eine Tochter, Caroline, hervor, die aber bereits im Jahr 1837 starb.<ref>Brian Jeffrey: Fernando Sor: Composer and Guitarist. London 1994, S. 77.</ref>

Seit Februar 1980 ist auf seinem Grab auf dem Friedhof von Montmartre eine von Angel Peres geschaffene Statue aufgestellt.<ref>Gitarre & Laute. Band 2, 1980, Nr. 4, S. 2.</ref>

Werke

Gitarre solo

Vorlage:Mehrspaltige Liste

Trivia

In dem Roman Senyoria des katalanischen Autors Jaume Cabré spielt Fernando Sor (dort unter dem Namen Nando Sorts) eine wichtige Rolle als Freund eines der Protagonisten.

1991 wurde ein Asteroid nach Fernando Sor benannt: (4865) Sor.

Das Centro Culturale „Fernando Sor“ in Rom veranstaltete den Concorso Internazionale Di Chitarra „Fernando Sor“.<ref>Gitarre & Laute. Band 3, 1981, Nr. 6, S. 4 (1982 fand der Wettbewerb zum elften Mal statt).</ref>

Siehe auch

Literatur und Schriften

  • Wolf Moser: Fernando Sor. Versuch einer Autobiographie und gitarristische Schriften. Verlag Gitarre & Laute, Köln 1984, ISBN 978-3-88583-004-7; 2., erweiterte und neubearbeitete Auflage (unter dem Titel Ich, Fernando Sor …) Edition Saint-Georges, Lyon 2005, ISBN 3-00-015274-1.
    • Fernando Sor: Sor. In: Encylopédie Pittoresque de la Musique. Hrsg. von A. Ledhuy und H. Bertini, Paris 1835; übersetzt und herausgegeben von Wolf Moser als: Sammlung historischer Quellen: Sor. In: Gitarre & Laute. Band 1, 1979, Heft 2, S. 27–28, Heft 3, S. 18–20, Heft 4, S. 14–15, Heft 5, S. 26–27, Heft 6, S. 16–27; Band 2, 1980, Heft 1, S. 24–26, Heft 2, S. 23–25.
  • Franz Sprenzinger: Ferdinand Sor. Der Guitarrefreund: Mitteilungen des Int. Guitarristen-Verbandes, 3. Jg., H. 3, 1902, S. 33–34 (Digitalisat in Boijes Samling)
  • Bernard Piris: Fernando Sor, une guitare à l’orée du romantisme. Editions Aubier, 1989.
  • Brian Jeffery: Fernando Sor: Composer and Guitarist. Tecla Edition, London 1977.
  • Brian Jeffery (Hrsg.): Fernando Sor: The Complete Works for Guitar in Facsimiles of the Original Editions. London 1982.
  • Opera Omnia For The Spanish Guitar, (Volume V, VIII, IX) by Fernando Sor. Critical edition by Mijndert Jape with assistance of Marie-Helene Habets. Van Teeseling, Nijmegen 1985 ff.
  • Fernando Sor: Méthode pour la Guitare. Paris 1830
    • Method for the Spanish Guitar. Übersetzt von Arnold Merrick. London 1832; Faksimile-Ausgabe: Da Capo Press, New York 1971.

Weblinks

[{{canonicalurl:Commons:Category:{{#if:|{{{1}}}|Fernando Sor}}|uselang=de}} Commons: {{#if:|{{{2}}}|{{#if:|{{{1}}}|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}}}]{{#switch:1

|X|x= |0|-= |S|s= – Sammlung von Bildern |1|= – Sammlung von Bildern{{#if:

    | {{#switch: {{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}/{{#invoke:TemplUtl|faculty|1}}
        |1/=  und Videos
        |1/1=, Videos und Audiodateien
        |/1=  und Audiodateien}}
    | , Videos und Audiodateien
  }}

|#default= – }}{{#if:

   | {{#ifeq: {{#invoke:Str|left||9}} 
       | category: 
| FEHLER: Ohne Category: angeben!}}}}

Vorlage:Wikidata-Registrierung

| {{#if: 
    | Vorlage:DNB-Portal – veraltete Parametrisierung 3=
  }}

}}

Einzelnachweise

<references />

{{#ifeq: p | p | | {{#if: 119386984n/79/11376400457182197693 | |

}} }}{{#ifeq:||{{#if: | [[Kategorie:Wikipedia:GND fehlt {{#invoke:Str|left|{{{GNDCheck}}}|7}}]] }}{{#if: | {{#if: | | }} }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 119386984 | | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 119386984 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: n/79/113764 | | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: n/79/113764 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 197693 | | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 197693 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }} }}Vorlage:Wikidata-Registrierung

{{#if: Sor, Fernando | {{#if: Sor, Ferdinand | {{#if: spanischer Gitarrist und Komponist | {{#if: getauft 14. Februar 1778 | {{#if: Barcelona | {{#if: 10. Juli 1839 | {{#if: Paris |

Vorlage:Wikidata-Registrierung