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Ferdinand I. (Rumänien)

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Ferdinand von Rumänien
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Ferdinand von Hohenzollern-Sigmaringen (genannt Întregitorul („Der Einiger“) und Ferdinand der Treue (Ferdinand cel Loial); * 24. August 1865 in Sigmaringen, Königreich Preußen; † 20. Juli 1927 in Sinaia, Königreich Rumänien) war als Ferdinand I. vom 10. Oktober 1914 bis zu seinem Tod 1927 König von Rumänien.

Als Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen geboren, folgte er seinem kinderlosen Onkel, König Karl I., nach dessen Tod im Jahr 1914 als rumänischer König. Die ersten Jahre seiner Herrschaft waren geprägt von Rumäniens Teilnahme im Ersten Weltkrieg auf der Seite der Entente, die Rumänien beträchtliche Gebietsgewinne brachte. Innenpolitisch stützte Ferdinand sich bei seinen Reformbemühungen auf die Nationalliberale Partei.

Leben

Herkunft

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Prinz Ferdinand von Hohenzollern-Sigmaringen stammte aus der katholisch gebliebene schwäbischen Linie des Hauses Hohenzollern. Er wurde in Sigmaringen als zweiter Sohn des Fürsten Leopold von Hohenzollern (1835–1905), zeitweilig Anwärter für die spanische Thronfolge, und der Infantin Antonia von Portugal (1845–1913), Tochter des portugiesischen Königspaares Maria II. da Gloria und Ferdinand II., geboren.<ref name=NDB>Gerhard Grimm: Ferdinand, Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 5. Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).</ref>

Thronfolger

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Prinz Ferdinand als Thronfolger (1893)

1880 wurde er zum Thronfolger seines Onkels Karl I. von Rumänien (dessen einziges Kind, eine Tochter, mit drei Jahren gestorben war) proklamiert. Von 1887 bis 1889 studierte er Geschichte, Philosophie und Jura an den Universitäten Tübingen und Leipzig.<ref name=SOE>Krista Zach: Ferdinand I., König von Rumänien. In: Mathias Bernath, Felix von Schroeder (Hrsg.), Gerda Bartl (Red.): Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Band 1. Oldenbourg, München 1974, ISBN 3-486-47871-0, S. 508 f.</ref><ref>Matrikelbuch der Universität Leipzig: Universitätsarchiv Leipzig, Rektor M 39.</ref> Ab 1889 lebte er ständig in Rumänien. Im selben Jahr erkannte das rumänische Parlament Ferdinand als Prinz von Rumänien an. Die rumänische Regierung verlangte von ihm nicht von der Römisch-katholischen Kirche zur Rumänisch-Orthodoxen Kirche zu konvertieren. Er durfte somit seinem Geburtsglauben treu bleiben, musste sich aber verpflichten, seine zukünftigen Kinder orthodox zu erziehen.

Heirat

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Ferdinand, ein Fremder in seiner neuen Heimat, begann zunächst eine Beziehung mit Elena Văcărescu, einer Ehrendame von Königin Elisabeth. Im Mai 1891 feierten sie ihre Verlobung, obwohl die rumänische Verfassung von 1866 eine nicht standesgemäße Heirat zwischen ihnen untersagte. Als Folge der Văcărescu-Affäre wurde Königin Elisabeth, die die Liebesaffäre gut hieß, unter dem Vorwand eines Nervenleidens ins Ausland geschickt, und Ferdinand wurde gezwungen, eine Reise durch Europa zu unternehmen, um sich eine Braut aus einer königlichen Familie zu suchen.

Während Văcărescu im Pariser Exil lebte, heiratete Ferdinand am 10. Januar 1893 in Sigmaringen die britische Prinzessin Marie von Edinburgh, geboren als Prinzessin von Sachsen-Coburg und Gotha, die eine Enkelin der britischen Königin Victoria und des russischen Zaren Alexander II. war.<ref name=NDB/> Die Ehe war nicht glücklich, obwohl sie sechs Kinder hatten: drei Söhne, Karl II., Nicolae, Mircea (der schon sehr früh starb) und drei Töchter, Elisabeth, Maria, Ileana. Marie empfand Ferdinand als kalt und unsympathisch, und es wurde gemunkelt, dass ihr Geliebter, Fürst Barbu Știrbey, der Vater ihrer beiden jüngsten Kinder sei.<ref name=gelardi></ref><ref name=pakula></ref>

Regierungszeit

Herrschaftsantritt

Am 10. Oktober 1914 folgte er seinem Onkel König Karl I. von Rumänien auf den rumänischen Thron, indem er seiner Wahlheimat Loyalität schwor:

„Ich werde als ein guter Rumäne regieren.“

Erster Weltkrieg

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Rumäniens Tag. Britisches Propagandaplakat, das Rumäniens Kriegseintritt auf der Seite der Entente im Ersten Weltkrieg feiert.

Ferdinand wurde König kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Obwohl er ein Mitglied des Geschlechtes Hohenzollern war, aus dem auch der deutsche Kaiser stammte, blieb Rumänien im Krieg zunächst neutral. Es trat am 27. August 1916 mit einer Kriegserklärung an Österreich-Ungarn auf der Seite der Entente in den Konflikt ein. Weil er seinen Schwur hielt und gegen sein Geburtsland Deutschland Krieg führen sollte, erhielt Ferdinand von dem rumänischen Volk den Beinamen „der Treue“. Seiner Frau, der Königin Maria, wird erheblicher Einfluss auf die Entscheidung Ferdinands zu Gunsten der Alliierten zugesprochen.

Nach einer kurzen Offensive in Siebenbürgen wurde die rumänische Armee im September gezwungen, sich auf die Grenze an den Karpaten zurückzuziehen. Der Durchbruch an der Karpaten-Front gelang den deutschen und k.u.k. Armeen erst im November 1916. Kurz darauf besetzten Truppen der Mittelmächte die Walachei und Dobrudscha und im Dezember/Januar stabilisierte sich die Front auf der Linie Ostkarpaten-Vrancea-Galați. 1917 gelang es den deutschen und k.u.k. Truppen nicht, die Moldau-Front zu durchbrechen, da deren Offensive an Mărășești scheiterte. Nachdem Russland aus dem Krieg ausgeschieden war, schloss Ferdinand am 7. Mai 1918 mit den Mittelmächten den Frieden von Bukarest, dessen Bestimmungen aber unerfüllt blieben, weil Ferdinand sich weigerte, das von den Mittelmächten Rumänien aufgezwungene Abkommen zu unterzeichnen. Ein halbes Jahr später hatten die Mittelmächte den Krieg verloren.

Datei:Coronation of Ferdinand and Marie.jpg
Die Krönung von König Ferdinand und Königin Marie in Alba Iulia im Jahr 1922

Das Ende des Krieges brachte Rumänien beträchtliche Gebietsgewinne: Am 15. Oktober 1922, nach der Vereinigung Siebenbürgens, Bessarabiens und der Bukowina mit dem rumänischen Königreich, wurde Ferdinand in der neu erbauten Krönungskathedrale in Alba Iulia zum König Großrumäniens gekrönt. Mit der kleinen Entente 1921 stellte Ferdinand das Land an die Seite der Tschechoslowakei und Jugoslawiens und mit der großen Entente 1926 an die Frankreichs.

Innenpolitische Reformbemühungen

Wichtigstes innenpolitisches Thema von Ferdinands Amtszeit war die Bodenreform, die die Bauernparteien mit Verweis auf das revolutionäre Russland energisch forderten. Mit Reformgesetzen 1918 und 1921 gelang es Ferdinand zwar nicht, die Produktivität der Landwirtschaft zu erhöhen, aber zumindest die Gefahr eines kommunistischen Umsturzes zu entschärfen. Stützen konnte Ferdinand sich auf die Nationalliberale Partei, nach deren Regierungsübernahme er 1923 eine liberale Verfassung erließ, die unter anderem das Dreiklassen- durch das allgemeine Wahlrecht ersetzte.

Tod und Nachfolge

Ferdinands Sohn Kronprinz Karl erschien der liberalen Partei wegen seiner Affäre mit der geschiedenen Magda Lupescu nicht als angemessener Thronfolger. Auf Druck Ferdinands und der rumänischen Politiker verzichtete Karl 1926 wegen seines Lebenswandels auf seinen Thronanspruch und ging mit Lupescu nach Frankreich ins Exil.

Ferdinand starb an Krebs am 20. Juli 1927 in Sinaia im Alter von 61 Jahren.<ref name=SOE/> Wie auch andere rumänische Herrscher wurde er in der Kathedrale von Curtea de Argeș beerdigt.<ref name=NDB/>

Nach dem Tod Ferdinands wurde Karls Sohn, Michael I., als fünfjähriges Kind der Nachfolger seines Großvaters unter der Regentschaft des zweiten Sohnes von Ferdinand, des Prinzen Nicolae von Rumänien.<ref name=SOE/>

Ehe und Nachkommen

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Prinz Ferdinand, Prinzessin Marie und die Kinder Karl, Elisabeth, Maria und Ileana, 1913.

Ferdinand I. heiratete am 10. Januar 1893 Marie von Edinburgh (1875–1938), eine Tochter von Alfred, ab August 1893 regierender Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha, außerdem Duke of Edinburgh und Prinz von Großbritannien und Irland.

Mitgliedschaft

  • Alter Herr des Corps Borussia Bonn<ref>Peter Krause: Studiosus Austriacus. Handbuch des österreichischen Korporationswesens. Österreichischer Verein für Studentengeschichte, 1982, S. 83.</ref>

Ehrungen

Datei:Ferdinand I of Romania (Timișoara).jpg
Büste Ferdinands von Rumänien in Timișoara, 2015

Der moldauische Bildhauer Weaceslaw Jiglitchi installierte in den Jahren 2015–23 Skulpturen (Büsten) des Königs in verschiedenen Städten Moldawiens (Bălți, Curătura, Rezina, Verejeni, Orhei, Nisporeni, Varnița).<ref>Bustul Regelui Ferdinand I din s. Curătura, r. Șoldănești. In: monumentum.md, 2023.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Die Hohenzollern in Rumänien 1866–1947. Eine monarchische Herrschaftsordnung im europäischen Kontext. In: Edda Binder-Iijima, Heinz-Dietrich Löwe, Gerald Volkmer (Hrsg.): Studia Transsylvanica. Band 41. Böhlau Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-412-20540-9.
  • Gerhard Grimm: Ferdinand, Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 5. Duncker & Humblot, Berlin 1961, ISBN 3-428-00186-9, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
  • Michael Kroner: Die Hohenzollern als Könige von Rumänien. Lebensbilder von vier Monarchen 1866–2004. Johannis-Reeg-Verlag, Heilbronn 2004, ISBN 978-3-937320-30-4.
  • Krista Zach: Ferdinand I., König von Rumänien. In: Mathias Bernath, Felix von Schroeder (Hrsg.), Gerda Bartl (Red.): Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Band 1. Oldenbourg, München 1974, ISBN 3-486-47871-0, S. 508 f.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

VorgängerAmtNachfolger
Karl I.König von Rumänien
1914–1927
Michael I.

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