Ferdinand Gerdinitsch
Ferdinand Gerdinitsch (* 30. September 1869 in Hornstein; † 25. Juli 1926 in St. Pölten)<ref name=Landtag>Landtag Niederösterreich zu Ferdinand Gerdinitsch (PDF; 5 kB).</ref> war Österreichischer Politiker (SDAPDÖ) und Abgeordneter zum niederösterreichischen Landtag.
Leben
Ferdinand Gerdinitsch wurde am 30. September 1869 im damals ungarischen und heute burgenländischen Hornstein geboren. In Wiener Neustadt erlernte er das Tischlerhandwerk. Während seiner Walz durch Deutschland und Österreich-Ungarn kam er nach St. Pölten, wo er sich 1889 als Tischlergeselle niederließ. In seiner knapp bemessenen Freizeit widmete er sich dem Aufbau einer Arbeiterbewegung in St. Pölten. Eine seiner ersten Aufgaben war der Vertrieb der Volkstribüne, ein von Franz Schuhmeier herausgegebenes Parteiorgan. 1901 begann er bei der niederösterreichischen Gebietskrankenkasse als Beamter zu arbeiten.<ref name=Strassen>Manfred Wieninger: St. Pöltner Straßennamen erzählen. Löwenzahn, Innsbruck 2002, ISBN 3-7066-2208-4.</ref>
In den folgenden Jahren avancierte er zum Obmann der sozialdemokratischen Lokalorganisation. In dieser Funktion organisierte er nicht nur Wahlkämpfe für Reichsrat und Gemeinderat, sondern trat auf vielen Versammlungen als Redner auf. Im Zuge solcher Veranstaltungen kam es immer wieder zu Handgreiflichkeiten. So sollen in Murstetten Bauern mit Knüppeln auf ihn losgegangen sein, in Karlstetten wurde er eine Stiege hinuntergeworfen.<ref name=empor>Siegfried Nasko: Empor aus dumpfen Träumen. Arbeiterbewegung und Sozialdemokratie im St. Pöltner Raum. SPÖ-Bezirksorganisation, Wien 1986, Seiten 415–458: Kapitel Biographischer Teil (Unser Bezirk St. Pölten 7, ZDB-ID 2292151-5).</ref>
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Gerdinitsch zuerst Gemeinderat und bald Stadtrat in St. Pölten. 1919 wurde er zum Abgeordneten zum Gemeinsamen Landtag von Niederösterreich gewählt, dies war der Landtag vor der Abtrennung Wiens. Nachdem Wien zum Bundesland erklärt wurde verblieb er im Landtag von Niederösterreich-Land. In der ersten Gesetzgebungsperiode des Landtags von Niederösterreich war er bis zu seinem Tod vertreten.<ref name=Landtag/>
Gerdinitsch starb am 25. Juli 1926 in St. Pölten.<ref name=WZ27071926>Wiener Zeitung vom 27. Juli 1926, Seite 3. Online zu finden bei ANNO.</ref>
Ehrungen
- Gerdinitschstrasse in St. Pölten (1927)<ref name=Strassen/>
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Biographische Daten von Ferdinand Gerdinitsch im Biographischen Handbuch des NÖ Landtages 1861–1921
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gerdinitsch, Ferdinand |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Politiker (SDAPDÖ) und Abgeordneter zum niederösterreichischen Landtag |
| GEBURTSDATUM | 30. September 1869 |
| GEBURTSORT | Hornstein |
| STERBEDATUM | 25. Juli 1926 |
| STERBEORT | St. Pölten |