Feinblättrige Wicke
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Feinblättrige Wicke (Vicia tenuifolia subsp. tenuifolia) | ||||||||||||
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| Roth |
Die Feinblättrige Wicke oder Feinblatt-Vogel-Wicke (Vicia tenuifolia), auch Schmalblättrige Vogelwicke genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Wicken (Vicia) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Feinblättrige Wicke wächst als ausdauernde krautige Pflanze. Der schlanke Stängel ist etwa 60 bis 150 cm hoch und wie die Laubblätter kurz anliegend behaart, kann aber auch mehr oder weniger kahl sein.
Die wechselständigen Laubblätter sind paarig gefiedert mit meist 9 bis 14 Paaren von Fiederblättchen. Die Fiederblättchen sind bei einer Länge von 1 bis 2,5 cm lang und einer Breite von 2 bis 4 mm schmal-lanzettlich bis lineal. Sie sind mehr oder weniger spitz und fast parallelnervig. Die Nebenblätter sind klein und schmal.
Blütenstände, Blüten, Früchte und Samen
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Die Blütenstände sind mit Stiel 1,5-mal bis doppelt so lang wie das Tragblatt und enthalten in der Regel 10 bis 25 Blüten<ref name=FloraWeb />. Die schwach duftenden Blüten sind zwittrig, zygomorph und 12 bis 15 mm lang. Die unteren Kelchzähne sind dreieckig-lanzettlich geformt. Die meist lebhaft violette, purpurviolette bis lilafarbene<ref name=FloraWeb /> Krone besitzt die typische Form der Schmetterlingsblütler. Die Fahne ist viel länger als die Flügel und die Ausrandung der Fahne ist tiefer als 1 mm. Die Platte bis zu zweimal so lang wie der Nagel (Breitenverhältnis Platte/Nagel > 1,1, Längenverhältnis > 1,25<ref name=FloraWeb />).
Die Stielchen der Früchte sind nur etwa so lang wie die Kelchröhre. Die Hülsenfrüchte sind etwa 2 bis 3 cm lang und 6 mm breit. Die Samen sind größer und meist dunkler braun als bei Vicia cracca.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Bodenausläufer ermöglichen eine vegetative Vermehrung.<ref name="Sebald1992" /> Die Art ist ein Tiefwurzler.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, vor allem der Gattung Osmia.<ref name="Sebald1992" /> Bei der Feinblättrige Wicke erfolgt Selbstausbreitung.<ref name="FloraWeb" />
Vorkommen
Das ursprüngliche Areal der Feinblättrigen Wicke reicht von Portugal bis zur Mongolei mit Marokko, Algerien und Korea.<ref name="POWO" /> Die Feinblättrige Wicke kommt im gesamten Mittelmeerraum vor, nach Norden bis Frankreich, Süddeutschland, südliches Skandinavien, nach Osten bis Russland und Sibirien. Sie kommt in Mitteleuropa häufig bis sehr zerstreut vor.
In Österreich kommt die Feinblättrige Wicke im Pannonischen Gebiet häufig, sonst zerstreut bis selten in der collinen bis submontanen Höhenstufe vor und gilt im Alpengebiet und im nördlichen Vorland der Alpen als gefährdet. In Österreich gibt es Vorkommen in den Bundesländern Burgenland, Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg und Tirol.
Die Feinblättrige Wicke ist in Deutschland nicht urwüchsig, kann jedoch als eingebürgert gelten (Archäophyt). Der erste literarische Nachweis für das Gebiet von Baden-Württemberg findet sich bei Georg von Martens (1823).<ref name="Sebald1992" /> Vicia tenuifolia wächst sehr zerstreut im mittleren und südlichen Teil Deutschlands.
In der Schweiz ist die Feinblättrige Wicke allgemein zerstreut aufzufinden. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2w (mäßig trocken aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Die Feinblättrige Wicke wächst in trockenen Mager- und Fettwiesen, an Ackerrainen, in Hecken und lichten Wäldern. Sie gedeiht auf warmen, trockenen, etwas nährstoffreichen, meist kalkhaltigen, morhr oder weniger milden, humosen, steinigen oder reinen Löß- und Lehmböden. Sie ist eine Charakterart des Campanulo-Vicietum tenuifoliae aus dem Verband Geranion sanguinei.<ref name="Oberdorfer2001" />
Verwechslungsmöglichkeit
Die Feinblättrige Wicke ist nicht immer mit Sicherheit von der eng verwandten Vogelwicke (Vicia cracca) zu unterscheiden. Zudem kommen Intermediärformen vor.
Taxonomie und Systematik
Die Erstveröffentlichung von Vicia tenuifolia erfolgte 1788 durch Albrecht Wilhelm Roth in Tentamen Florae Germanicae Band 1, Seite 309. Synonyme für Vicia tenuifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Roth sind: Vicia elegans <templatestyles src="Person/styles.css" />Guss., Vicia variabilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Freyn.
Vicia tenuifolia gehört zur Sektion Cracca aus der Untergattung Vicilla der Gattung Vicia in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).<ref name=GRIN />
Es gibt mehrere Unterarten<ref name=GRIN /> (Auswahl):
- Dalmatinische Vogel-Wicke oder Dalmatiner Wicke (Vicia tenuifolia subsp. dalmatica <templatestyles src="Person/styles.css" />(A.Kern.) Greuter, Syn.: Vicia dalmatica <templatestyles src="Person/styles.css" />A.Kern.): Sie kommt in Mitteleuropa, in Ost- und Südosteuropa vor sowie in Westasien, im Kaukasusgebiet und im nördlichen Pakistan.<ref name=GRIN />
- Feinblättrige Wicke (im engeren Sinne), Dünnblättrige Wicke, Schmalblättrige Wicke (Vicia tenuifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />Roth subsp. tenuifolia, Syn.: Vicia brachytropis <templatestyles src="Person/styles.css" />Kar. & Kir., Vicia cracca subsp. tenuifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(Roth) Bonnier & Layens)
- Vicia tenuifolia subsp. villosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Batt.) Greuter (Syn.: Vicia tenuifolia f. villosa <templatestyles src="Person/styles.css" />Batt.): Sie kommt in Marokko und in Algerien vor.<ref name="Euro+Med" />
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="FloraWeb"> Feinblättrige Wicke. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="Sebald1992"> Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 3: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Rosidae): Droseraceae bis Fabaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart 1992, ISBN 3-8001-3314-8. S. 338–341</ref> <ref name="Oberdorfer2001">Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 611.</ref> <ref name="InfoFlora"> Vicia cracca subsp. tenuifolia (Roth) Bonnier & Layens In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Euro+Med">ILDIS World Database of Legumes 2010: Fabaceae. – In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Vicia tenuifolia</ref> <ref name="POWO">Vicia tenuifolia. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>
Weblinks
- Feinblättrige Wicke. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Feinblättrige Wicke. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)
- [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: L. Lopez Poveda, 2010. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.
