Feinblättrige Miere
<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />
| Feinblättrige Miere | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Minuartia hybrida 2.JPG
Feinblättrige Miere (Minuartia hybrida) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Minuartia hybrida | ||||||||||||
| (Vill.) Schischk. |
Die Feinblättrige Miere (Minuartia hybrida), auch Zarte Miere oder Schmalblättrige Miere<ref name="BIB" /><ref name="FloraWeb" /> genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Mieren (Minuartia) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Die Feinblättrige Miere wächst als einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 3 bis 20 Zentimetern. Der von Grund an aufrechte und locker verzweigte Stängel ist kahl oder drüsig behaart und oft violett überlaufen.<ref name="Friedrich1979" />
Die Laubblätter sind gegenständig und etwas abstehend und entfernt am Stängel angeordnet. Die ziemlich steife Blattspreite ist bei einer Länge von bis zu 12 Millimetern pfriemlich-linealisch und kahl oder weich drüsig behaar und am Grund etwas bauchig-scheidig.<ref name="Friedrich1979" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Der verzweigte, gabelig-trugdoldige Blütenstand ist locker aufgebaut. Die Blütenstiele sind mit einer Länge von 5 bis 20 Millimeter doppelt bis fünfmal so lang wie der Kelch.<ref name="Friedrich1979" /> Die Blüten sind endständig oder gabelständig.<ref name="Friedrich1979" />
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf grünen, kahlen oder kurz behaarten Kelchblätter sind bei einer Länge von 3 bis 5 Millimetern linealisch oder lanzettlich mit zugespitztem oberen Ende. Sie sind schmal hautrandig.<ref name="Friedrich1979" /> Die fünf weißen Kronblätter sind etwa halb so lang wie die Kelchblätter und länglich-eiförmig.
Die Kapselfrucht ist gleich bis eineinhalbmal so lang wie der Kelch. Die Samen sind rot-braun, 0,4 bis 0,5 Millimeter breit und fein runzelig oder gekörnelt.<ref name="Friedrich1979" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 46 oder 70.<ref name="IPCN" />
Vorkommen
Das submediterrane<ref name="FloraWeb" /> Verbreitungsgebiet der Feinblättrigen Miere reicht von Europa und Nordafrika bis Westasien. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt im nordmediterranen Flaumeichenwaldgebiet. Fundortangaben gibt es für: Vereinigtes Königreich, Belgien, Niederlande, Deutschland, Schweiz, Frankreich inklusive Korsika, Portugal, Spanien inklusive der Balearen, Italien inklusive Sardinien sowie Sizilien, ehemalige Tschechoslowakei, Bulgarien, ehemaliges Jugoslawien, Rumänien, Albanien, Griechenland inklusive Kreta, Zypern, Algerien, Ägypten, Libyen, Marokko, Tunesien, Israel, Jordanien, Libanon, Syrien, Türkei, Iran, Irak, Armenien, Afghanistan, Pakistan, Aserbaidschan, Dagestan, Stawropol, Tadschikistan, östliches Usbekistan, Wolgograd, Ukraine und Krim<ref name="GRIN" />. In Deutschland ist die Feinblättrige Miere meist selten; sie fehlt zum Beispiel im Norddeutschen Flachland.
In Mitteleuropa gedeiht die Feinblättrige Miere auf offenen, trocken-warmen und kalkhaltigen Lehm- oder Sand-böden in lückigen Trockenrasen, auch auf Mauern, auf Bahnhöfen und auf Äckern. Sie ist dort eine Verbands-Kennart des Alysso-Sedion albi-Verbands bei den Felsgrusgesellschaften. Sie kommt besonders in den tieferen und wärmeren Lagen vor und steigt in den Alpen beispielsweise nur bis in Höhenlagen von 1650 Meter auf. Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1+ (trocken), Lichtzahl L = 4 (hell), Temperaturzahl T = 4+ (warm-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Systematik und Verbreitung
Die Erstveröffentlichung erfolgte 1778 unter dem Namen (Basionym) Arenaria hybrida durch Dominique Villars in Prospectus de l'Histoire des Plantes de Dauphiné., S. 48.<ref name="Villars1778" /> Die Neukombination zu Minuartia hybrida <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vill.) Schischk. wurde 1936 durch Boris Konstantinowitsch Schischkin in Botanicheskii institut, Izdatel'stvo Akademii Nauk SSSR, Moskau/Leningrad, Volume VI: Centrospermae., S. 488 veröffentlicht.<ref name="Fl URSS" /> Weitere Synonyme für Minuartia hybrida <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vill.) Schischk. sind: Minuartia tenuifolia <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Hiern nom. illeg. non <templatestyles src="Person/styles.css" />Mart.<ref name="GRIN" />, Minuartia tenuifolia subsp. hybrida <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vill.) Mattf., Sabulina hybrida <templatestyles src="Person/styles.css" />Fourr.<ref name="Tropicos" /> und Sabulina tenuifolia subsp. hybrida <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vill.) Dillenb.
Je nach Autor gibt es einige Unterarten (Auswahl):<ref name="Euro+Med" />
- Minuartia hybrida <templatestyles src="Person/styles.css" />(Vill.) Schischk. subsp. hybrida
- Minuartia hybrida subsp. turcica <templatestyles src="Person/styles.css" />McNeill: Sie kommt in Griechenland, in der Türkei, auf der Krim und im Gebiet von Syrien und Libanon vor.<ref name="Euro+Med" />
- Minuartia hybrida subsp. vaillantiana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Ser.) Friedrich (Syn.: Arenaria tenuifolia var. vaillantiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Ser.): Sie kommt in Spanien, in Deutschland und in der Türkei vor.<ref name="Euro+Med" /> Diese Unterart ist kahl und die beiden seitlichen Nerven der Kelchblätter verlaufen bogenförmig.<ref name="Friedrich1979" /> Der Name der Unterart ehrt den französischen Botaniker Sébastien Vaillant (1669–1722).
Quellen
Literatur
- Geoffrey Halliday: Minuartia L. In:
- Hans-Christian Friedrich: Minuartia hybrida. In:
Einzelnachweise
<references> <ref name="FloraWeb"> Minuartia hybrida (Vill.) Schischk., Schmalblättrige Miere. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="BIB"> Vorlage:BIB </ref> <ref name="Tropicos"> Minuartia hybrida bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Minuartia hybrida bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. </ref> <ref name="InfoFlora"> Minuartia hybrida (Vill.) Schischk. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Villars1778"> Dominique Villars: Prospectus de l'Histoire des Plantes de Dauphiné. Imprimérie royale, Grenoble 1778, S. 48. eingescannt. </ref> <ref name="Friedrich1979"> Hans-Christian Friedrich: Minuartia hybrida. In: </ref> <ref name="Fl URSS"> Boris Konstantinowitsch Schischkin: Minuartia. In: Vladimir Leontyevich Komarov, B. K. Shishkin (Hrsg.): Flora of the U.S.S.R. Volume VI: Centrospermae. Israel Program for Scientific Translations/Smithsonian Institution and the National Science Foundation, Jerusalem/Washington, D.C. 1970, S. 375 (engl., übersetzt von N. Landau) Digitalisat. Russisches, hier nomenklatorisch relevantes Original: Botanicheskii institut, Izdatel'stvo Akademii Nauk SSSR, Moskau/Leningrad 1936, S. 488 (DJVU-Datei). </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011: Caryophyllaceae.: Datenblatt Minuartia hybrida In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>