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Feiertage im Deutschen Reich 1933–1945

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Gesetzliche, arbeitsfreie Feiertage waren im NS-Staat, neben den Sonntagen, alle Tage, die im Gesetz über die Feiertage erwähnt wurden. Das Gesetz trat am 27. Februar 1934 in Kraft. Damit wurden erstmals alle Feiertage in einem Reichsgesetz geregelt.<ref name="Kaisenberg"></ref> Bis dahin oblag die Einführung von Feiertagen den Ländern und Freistaaten. So waren die kirchlichen Feiertage Neujahrstag, Ostermontag, Himmelfahrtstag, der Pfingstmontag sowie der erste und der zweite Weihnachtstag bereits im gesamten Reich Feiertage.<ref name="Kaisenberg"/> Dagegen wurden in katholisch geprägten Ländern wie Bayern und Baden (nach dem Anschluss Österreichs auch dort) traditionelle katholische Feiertage (u. a. Peter und Paul, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen, Mariä Empfängnis) zu Werktagen. Das Gesetz wurde durch das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland 1949 in Landesrecht umgewandelt, die Bundesländer haben es dann aufgehoben oder ersetzt.<ref>Verordnung zur Durchführung des Feiertagsgesetzes. vom 18. Mai 1934. verfassungen.de, abgerufen am 19. Mai 2023.</ref>

Feiertage

Feiertag Datum Bemerkung
Neujahr 1. Januar
Heldengedenktag 16. März, wenn Sonntag, sonst Sonntag vor dem 16. März ab 1939, vorher am 5. Sonntag vor Ostern (Reminiscere)
Karfreitag Ostersonntag −2 Tage
Ostermontag Ostersonntag +1 Tag
Führergeburtstag 20. April nur 1939 (Hitlers 50. Geburtstag)<ref>Verordnung zum Gesetz über einmalige Sonderfeiertage vom 17. April 1939, Reichsgesetzblatt, Jg. 1939, Teil I, S. 764.</ref>
Nationaler Feiertag des deutschen Volkes 1. Mai ab 1934, 1933 als „Feiertag der nationalen Arbeit“ eingeführt<ref name="Kaisenberg"/>
Christi Himmelfahrt Ostersonntag + 39 Tage
Pfingstmontag Ostersonntag + 50 Tage
Fronleichnam Ostersonntag + 60 Tage nur in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung
Erntedanktag 1. Sonntag nach dem Michaelistag (29. September)
Reformationstag 31. Oktober nur in Gemeinden mit überwiegend evangelischer Bevölkerung
Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung 9. November ab 1939
Bußtag Mittwoch vor dem Totensonntag
1. Weihnachtsfeiertag 25. Dezember
2. Weihnachtsfeiertag 26. Dezember

Beflaggungstage

Tage, an denen nach der Zweiten Verordnung zur Durchführung des Reichsflaggengesetzes vom 28. August 1937 die allgemeine Beflaggung angeordnet war:

Nationalsozialistische Feiertage

Neben den nationalen Feiertagen (Heldengedenktag, 1. Mai und Erntedanktag) und den geschützten kirchlichen Feiertagen bestanden eigene nationalsozialistische Feiertage, die jedoch staatlich nicht besonders geschützt waren, wenn sie nicht auf einen der genannten Sonn- und Feiertage fielen.<ref>Feiern (NS-Zeit). In: Historisches Lexikon Bayerns. Abgerufen am 9. April 2025.</ref><ref>Hans Hattenhauer: Deutsche Nationalsymbole: Zeichen und Bedeutung. G. Olzog, 1984, ISBN 978-3-7892-7247-9, S. 129 (google.com [abgerufen am 9. April 2025]).</ref>

  • Tag der nationalen Erhebung – 30. Januar
  • Parteigründungsfeier – 24. Februar
  • Verpflichtung der Jugend – Letzter Sonntag im März
  • Führergeburtstag – 20. April
  • Deutsche Ostern – Osterdatum
  • Hoher Maien – Pfingsten
  • Muttertag – 2. Sonntag im Mai
  • Sommersonnenwende – 21. Juni
  • Reichsparteitag in Nürnberg – erste Septemberhälfte
  • Erntedanktag – 1. Sonntag nach Michaelis
  • Gedenktag an die Gefallenen der Bewegung – 9. November (ab 1939 staatlicher Feiertag)
  • Wintersonnenwende – 22. Dezember
  • Volksweihnacht – 24. Dezember

Literatur

  • Jörg Koch: „Drittes Reich“, in: Ders.: Dass Du nicht vergessest der Geschichte. Staatliche Gedenk- und Feiertage von 1871 bis heute. Wbg Academic, Darmstadt 2019, ISBN 978-3-534-40186-4, S. 101–192.
  • Christoph Kühberger: Metaphern der Macht. Ein kultureller Vergleich der politischen Feste im faschistischen Italien und im nationalsozialistischen Deutschland. Lit, Berlin, Münster 2006, ISBN 978-3-8258-9110-7.
  • Georg Kaisenberg: „Das neue Feiertagsrecht“, Archiv des öffentlichen Rechts, Vol. 65 (N.F. 26), Nr. 1 (1935), S. 90–101; https://www.jstor.org/stable/44302757.

Weblinks

Quellen und Verweise

<references />