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Fachschule für Wirtschaft und Technik Clausthal-Zellerfeld

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Fachschule für Wirtschaft und Technik Clausthal-Zellerfeld
Datei:Clausthal - Berg- und Hüttenschule 2014-05 (2).jpg
Schulform Fachschule
Gründung 1998 (bzw. 1775)
Ort Clausthal-Zellerfeld
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 48′ 21″ N, 10° 20′ 18″ OKoordinaten: 51° 48′ 21″ N, 10° 20′ 18″ O
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Träger Privatschule
Leitung Michael Richter
Website www.fwt-clz.de

Die Fachschule für Wirtschaft und Technik (FWT) ist eine private Fachschule mit Sitz in Clausthal-Zellerfeld. Die Schule, die 1998 gegründet wurde, sieht sich in der Tradition der ehemaligen Berg- und Hüttenschule Clausthal. Diese hatte sich 1906 von der Bergakademie Clausthal abgespalten<ref>Georg Müller, Fred Türck: Entwicklung der Bergschule Clausthal zur wissenschaftlichen Hochschule im Zeitraum 1811 bis 1920. Schriftenreihe der Universitätsbibliothek Clausthal, Clausthal-Zellerfeld 2016, S. 100 (PDF; 37,3 MB).</ref> und zum 31. Juli 1998 den Betrieb eingestellt.<ref>Allgemeiner Harz-Berg-Kalender, Bände 1997–2002. Piepersche, Clausthal-Zellerfeld, S. 78 (Digitalisat).</ref>

Organisation

Die FWT ist eine gemeinnützige GmbH. Gesellschafter sind der REFA Nordwest, die Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld, die Stadtwerke Clausthal–Zellerfeld, die K+S AG und der Bundesverband Mineralische Rohstoffe.

Ausbildung

Die Fachschule bietet drei Zweige für die Ausbildung von Fach- und Führungskräften an.

  1. Als staatlich anerkannte Ersatzschule die zweijährige Weiterbildungen als Techniker in Vollzeit. Diese Lehrgänge enden mit einer staatlichen Abschlussprüfung und berechtigen die Absolventen zum Führen der Abschlussbezeichnung Staatlich geprüfter Techniker. Ausbildungsbereiche sind:
  2. In der Oberklasse mit Betriebsführerlehrgang können berufserfahrene Techniker innerhalb von zwei Semestern in Vollzeit die Berufsbezeichnung Ingenieur erlangen. Die FWT ist heute deutschlandweit der einzige Anbieter für diesen Weiterbildungsgang.
  3. Außerdem werden Seminare am Standort Clausthal-Zellerfeld oder als Inhouse zu Themen wie Wetter- und Sprengtechnik, Betriebliche Aufsichtskräfte oder zu Metallen (z. B. Kupfer, Aluminium) angeboten.

Geschichte

Seit 1775 wurden mit dem Clausthaler Lyzeum Kurse für Berg- und Hüttenleute abgehalten, die als Beginn einer systematischen, fachschulischen Ausbildung gelten.<ref name="Richter">Catrin Kammer, Michael Richter,Fachschule für Wirtschaft und Technik in Clausthal-Zellerfeld in „bergbau“ Zeitschrift für Rohstoffgewinnung, Energie, Umwelt, Offizielles Organ des Ring Deutscher Bergingenieure. Ausgabe 7_8/2025, ISSN 0342-5681</ref> Bereits vorher, seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts, gab es in den Bergrevieren der deutschen Staaten Bestrebungen, zusätzlich zur praktischen Ausbildung auch eine theoretische Grundlage für die künftigen Bergbeamten einzuführen. Dies führte u. a. zur Gründung der Bergakademie Freiberg 1765 in Sachsen.

Bereits Henning Calvör legte in den Jahren seines Rektorats am Clausthaler Lyzeum Schwerpunkte im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften, forderte aber die Einrichtung einer selbständigen Bergschule für den Harz. Ephorus Johann Christoph Friderici verfasste schließlich 1775<ref>Carl Ludolf Hoffmann: Acta historico-ecclesiastica nostri temporis. Oder gesammlete Nachrichten und Urkunden zu der Kirchengeschichte unserer Zeit. Sechszehenter Theil. Weimar 1776, II.6 Amtsveränderungen zu Halle, S. 1098 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. – Hoffmann nennt als Erscheinungsjahr 1772.).</ref> den Lehrplan für die Neue Schuleinrichtung, auf dessen Grundlage im Herbst 1775 der erste Kurs für Berg- und Hüttenbeamte begann. Die ersten 24 Kursteilnehmer waren bereits im Berufsleben stehende Beamte, die von der Berghauptmannschaft ausgewählt worden waren.<ref name="Richter"/> Die sechs Wochenstunden in den Fächern Geographie, Bergbaugeschichte, Mechanik/Maschinentechnik und Mineralogie wurden mittwochs und sonnabends unentgeltlich geleistet. Als Lehrkräfte wirkten der damalige Rektor des Lyzeums Rettberg und der „Schreib- und Rechenmeister“ Kast.

Der Erscheinungstag des Planes für die Neue Schuleinrichtung, der 9. Mai 1775, gilt daher als Gründungstag der Bergschule und der später aus ihr hervorgegangenen Bergakademie Clausthal. Bereits damals wurde eine enge Verbindung zwischen Theorie und Praxis gepflegt, so gingen die Lehrer mit den Schülern zu den verschiedenen Gruben, um ihnen die Anwendung des erarbeiteten Wissens der verschiedenen Fachrichtungen, insbesondere Geologie, Bergmaschinen- und Markscheidekunde, in natura zu demonstrieren.

Napoleonische Zeit

Datei:Bergschule CLZ vor 1900.jpg
Das ehemalige Stadtrichterhaus am Markt

Am 21. November 1810 erließ Hans Graf von Bülow, Finanzminister des Königreiches Westphalen, zu dem der Oberharz seit 1807 gehörte, ein Reskript, in dem Vorschriften für die Ausbildung von Bergeleven geregelt waren. Diese Regeln waren von dem späteren Mineralogieprofessor Hausmann, damals Generalinspektor der Berg-, Hütten- und Salzwerke, ausgearbeitet worden.

Als Leiter der Bergschule fungierte der jeweilige Berghauptmann der Harzdivision. Der Unterricht wurde in einer Unter- und einer Oberklasse erteilt; als Zugangsvoraussetzung für die Unterklasse genügte „ordnungsgemäßes Rechnen und Schreiben“, während für die Oberklasse Französisch-, Latein- und Mathematikkenntnisse sowie zeichnerische Fähigkeiten verlangt wurden. Die Ausbildung war auf zwei Jahre ausgelegt mit dem Ziel, ein breites technisches Basiswissen für die vielfältigen Aufgaben Unter Tage zu vermitteln.<ref name="Richter"/>

Zu Ostern 1811 wurde das dafür erworbene ehemalige Stadtrichterhaus am Markt bezogen.

19. Jahrhundert

1821 wurde durch das Angliedern einer Forstlehranstalt der Betrieb deutlich vergrößert, dieser Teil wurde aber bereits 1844 nach Münden verlegt und bildete dort die Königlich Preußische Forstakademie Hannoversch Münden.

Ab 1852 erfolgte eine Aufteilung in zwei Zweige mit der höheren Abteilung, der Bergakademie und eine eigentliche Bergschule für die Ausbildung mittlerer Berg- und Hüttenbeamter.<ref name="Richter"/> Dies war die Trennung in zwei Bildungseinrichtungen: Aus der Bergakademie wurde die heutige TU Clausthal, während sich aus der Bergschule die heutige Fachschule für Wirtschaft und Technik entwickelte.

Das Lehrangebot musste sich ständig weiterentwickeln, zumal neue Bergbauarten (Steinkohlenbergbau ab 1870, dann der Braunkohlebergbau, ab 1900 der Kalibergbau und später der Eisenerzbergbau) hinzukamen. Unterrichtet wurde nun auch Metallurgie. Mittlerweile kamen die Schüler auch nicht mehr nur aus dem Harz, sondern aus dem norddeutschen Raum. In den 1880er-Jahren kam die Markscheidekunst als Unterrichtsfach hinzu, später Berg- und Hüttenkunde. Der Lehrkörper erweiterte sich um weitere Lehrer sowie Bergbeamte. Markscheidekunde wurde von verschiedenen Grubenmarkscheidern gegeben.<ref name="Richter"/>

20. Jahrhundert

1905 kam es zur Gründung des Clausthaler Bergschulvereines, dem alle privaten und staatlichen Betriebe unter der Aufsicht des Oberbergamtes Clausthal beitraten. Ein Jahr später folgte die Trennung der Bergschule von der Bergakademie, die sich später zur heutigen TU Clausthal entwickelte.<ref name="Richter"/>

Den 1. Weltkrieg durchlief der Bergschule mit nur eingeschränkten Lehrbetrieb und 20 Schüler kamen nicht mehr aus dem Krieg zurück.<ref name="Richter"/>

1938 erhielt die Einrichtung den Namen „Berg- und Hüttenschule Clausthal“. Während des 2. Weltkrieges gab es vielfältige Einschränkungen. Viele Lehrgänge wurden als „Not-Lehrgänge“ durchgeführt; die Schülerzahl war aufgrund von Einberufungen eingeschränkt. 1945 bis 1946 wurde das Gebäude von der britischen Besatzungsmacht als Militärlazarett genutzt, so dass der Schulbetrieb erst 1946 wieder aufgenommen werden konnte. Es kam insbesondere in den 1950er Jahren zu einem deutlichen Aufschwung. Infolge einer Krise in den 1960er Jahren wurde die Steigerschule in eine Technikerschule umgewandelt; staatliche Zuschüsse durch das Arbeitsförderungsgesetz halfen bei der weiteren Finanzierung und es wurden nun auch Schüler außerhalb des Bergschulvereins aufgenommen. Das Lehrgangsangebot wurde verbreitert. Die höchste Schülerzahl mit 339 Schülern wurde 1992/1993 erreicht.<ref name="Richter"/>

Dem Boom folgte in kurzer Zeit die nächste Krise: Bereits 1996/97 konnten nur noch 91 Schüler gezählt werden. Ursache war die Krise im Bergbau und auch die Streichung von Mitteln der Arbeitsförderung. Seit 1998 wird die Einrichtung als Fachschule für Wirtschaft und Technik in der Rechtsform einer gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) weitergeführt. Gesellschafter sind der Deutsche REFA-Verband, die Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld, die KK+S AG und der Bundesverband für mineralische Rohstoffe. Neue Fördermöglichkeiten bietet unter anderem das „Aufstiegs-BAFöG“ für Lehrgänge zum Staatlich geprüften Techniker (DQR 6) und Ingenieure (DQR 7).<ref name="Richter"/>

Literatur

  • Kurt Meyer, Wolfgang Schütze (Zsst.): Chronik der Berg- und Hüttenschule Clausthal 1775–2000. Herausgegeben zur Jubiläumsfeier 16.–18. Juni 2000. Hrsg.: Traditionsverein Berg- und Hüttenschule Clausthal. 1. Auflage. Papierflieger, Clausthal 2000, OCLC 247179584.
  • Georg Müller: Technische Universität Clausthal. Abriss ihrer historischen Entwicklung. Hrsg.: Technische Universität Clausthal. Universitätsbibliothek Clausthal, Clausthal 2007, ISBN 978-3-940394-05-7, S. 1–11 (gbv.de [PDF; 3,6 MB; abgerufen am 13. Januar 2017]).

Weblinks

  • www.fwt-clz.de – Offizieller Internetauftritt der Fachschule für Wirtschaft und Technik Clausthal-Zellerfeld

Einzelnachweise

<references />