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Fürstlich Castell’sche Bank

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  Fürstlich Castell’sche Bank, Credit-Casse AG
Logo Fuerstlich Castellsche Bank.svg Vorlage:Infobox Kreditinstitut/Wartung/Logoeinbindung
Hauptverwaltung Würzburg
Hauptverwaltung Würzburg
Staat DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Sitz Castell bzw. Würzburg
Rechtsform Aktiengesellschaft, nicht börsennotiert
Bankleitzahl 790 300 01<ref name="Daten000044">Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank</ref>
BIC FUCE DE77 XXX<ref name="Daten000044"></ref>
Gründung 1774
Website www.castell-bank.de
Geschäftsdaten 2025<ref name="GDaten">https://cdn.sanity.io/files/eviyoz52/migration/dcc85ca64f1ed4fad095bdcdf4436f896ee5d658.pdf</ref>
Bilanzsumme 1.317 Mio. EUR
Einlagen 1.147,7 Mio. EUR
Kundenkredite 536,2 Mio. EUR
Mitarbeiter 202
Leitung
Vorstand Ingo Mandt (Sprecher),
Stephan Wycisk
Aufsichtsrat Christoph Schücking (Vors.),
Otto Fürst zu Castell-Rüdenhausen (stellv. Vors.),
Ferdinand Fürst zu Castell-Castell (stellv. Vors.),
Katharina Gehra,
Jessica Holzbach
Unternehmensleitung Ingo Mandt (Vorstandssprecher),
Stephan Wycisk (Vorstand),
Dennis Bach (Generalbevollmächtigter),
Marcel Dick (Generalbevollmächtigter),
Jan Dornhöfer-Boehm (Generalbevollmächtigter),
Marcus Recher (Generalbevollmächtigter),
Inka Winter (Generalbevollmächtigte)

Die Fürstlich Castell’sche Bank, Credit-Casse AG ist ein in deutsches Kreditinstitut mit juristischem Sitz in Castell und der Hauptverwaltung in Würzburg. Es wird in der Rechtsform einer nicht börsennotierten Aktiengesellschaft geführt, deren Anteile je zur Hälfte die Familien Castell-Castell und Castell-Rüdenhausen halten.

Geschichte

Gründung

Das Haus wurde 1774 als Gräflich Castell-Remlingen’sche Landes-Credit-Casse gegründet mit dem Ziel, durch günstigere Kleinkredite als bei anderen Geldverleihern Landwirte und Kaufleute der Grafschaft zu unterstützen. Hinter der Gründung stand der von Gräfin Katharina Hedwig zu Castell-Remlingen damalige Kanzleidirektor der Grafschaft, Friedrich Adolph von Zwanziger. Dem vorausgegangen war eine europaweite Hungersnot, in der Landwirte und Kaufleute ihre Schulden bei Geldverleihern nicht mehr zurückzahlen konnten. Die Bank löste die Kreditverhältnisse ab und gab Kleinstkredite zu günstigen Zinsen heraus.<ref name=":0">Fürstlich Castell’sche Bank: Historie – Fürstlich Castell’sche Bank. 2026, abgerufen am 27. April 2026.</ref>

Von 1857 bis 1941

Die „Neue Credit-Casse“ wurde als Privatbank gegründet und lief parallel über 80 Jahre zur „Alten Credit-Casse“, die ihren sparkassenähnlichen Charakter behielt. Mit der Übernahme des halben Bankhauses Meyer (Kitzingen) mit zahlreichen Filialen und der Umstrukturierung des fränkischen Bankwesens wurden die beiden Credit-Cassen 1937 in „Fürstlich Castell'sche Bank, Credit-Casse“ umbenannt, wie sie auch heute noch heißt. Die Fusion der „alten“ und „neuen“ Credit-Casse fand letztendlich 1941 statt.<ref name=":0" />

Seit 1951

Der Sitz der Geschäftsleitung des bis dato agrarisch geprägten Credit-Instituts wurde 1951 von Castell nach Kitzingen verlegt, was die Bank „städtischer“ machte. Der Umzug der Geschäftsleitung nach Würzburg 1973 setzte diesen Prozess fort.<ref name=":0" />

Auch die Fürstlich Castell'sche Bank beteiligte sich in der Zeit des Nationalsozialismus an der Enteignung jüdischer Vermögen. Als Aufsichtsratsvorsitzender beauftragte Albrecht Fürst zu Castell-Castell im Jahr 1997 eine Recherche, die der Historiker Jesko Graf zu Dohna, Leiter des Fürstlich Castell'schen Archivs, in seinem 2005 erschienenen Buch „Die jüdischen Konten“ schildert. Mit Stand 2026 finden sich die 163 Namen jüdischer Kunden auf einer Gedenktafel im traditionellen Archivgebäude in Castell.<ref name=":0" />

Albrecht Fürst zu Castell-Castell († 9. Mai 2016) übergab im Dezember 1992 die Gesellschafteranteile an seinen Sohn Ferdinand Fürst zu Castell-Castell. Im Juli 2013 übernahm Otto Fürst zu Castell-Rüdenhausen die Anteile seines Vaters Johann-Friedrich Fürst zu Castell-Rüdenhausen († 30. Oktober 2014).<ref name=":0" />

Standorte

Die Fürstlich Castell’sche Bank verfügt über Standorte in Würzburg, Frankfurt/Main, München, Nürnberg, Bamberg, Ulm und Heilbronn.

Beteiligungen

  • Castell Immobilien GmbH
  • Castell-Versicherungs-Dienst GmbH & Co. KG
  • MLF Mercator-Leasing GmbH & Co. Finanz-KG
  • Bau 2000 GmbH<ref>Fürstlich Castell’sche Bank: Beteiligungen - Fürstlich Castell’sche Bank. 2026, abgerufen am 1. Februar 2026.</ref>

Weitere Unternehmen der Eigentümerfamilien

  • Fürstlich Castell’sche Domäne (Wein)<ref>Fürstlich Castell’sches Domänenamt. Abgerufen am 15. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Fürstlich Castell’scher Forst
  • Fürstlich Castell’sche Meierei

Literatur

  • Ferdinand Fürst zu Castell-Castell, Otto Fürst zu Castell-Rüdenhausen: Der Wald für unsere Enkel, Westend Verlag GmbH, Frankfurt am Main am 19. September 2022, ISBN 978-3-86489-376-6
  • Jesko zu Dohna: Die „jüdischen Konten“ der Fürstlich Castell’schen Credit-Cassen und des Bankhauses Karl Meyer KG (= Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte Bd. 45), Kommissionsverlag Wegener, Castell am 1. September 2005, ISBN 978-3-86652-045-5
  • Christian von Hiller: Die Castells führen ihre Bank wie ihren Wald. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10. Oktober 2008
  • Harald Freiberger: Von Bäumen und Banken. In: Süddeutsche Zeitung vom 4. August 2010
  • Klaus Vikuk: Unternehmensfinanzierung im Wandel – Erfahrungen eines Privatbankiers. In: Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen 1/2012, S. 32f.
  • Thilo H. Wendenburg: Aus Überzeugung konservativ. In: Die Elite der Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum 10. Jahrgang 2013, S. 137

Weblinks

Commons: Fürstlich Castell’sche Bank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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Koordinaten: 49° 47′ 40,6″ N, 9° 55′ 42″ O

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