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Fürstlich Castell’sches Domänenamt

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Datei:Castell CSchlossS.jpg
Schloss Castell

Das Fürstlich Castell’sche Domänenamt ist ein fränkisches Weingut in Castell (Unterfranken). Das Weingut ist im Besitz der Familie zu Castell-Castell und seit 1955 Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP).<ref name="vdp-steckbrief">Steckbrief des Fürstlich Castell’sche Domänenamts Auf der Webseite des VDP. Abgerufen am 22. Februar 2021.</ref>

Geschichte

Die Weinbautradition in der Gegend reicht über acht Jahrhunderte zurück. Bereits 1224 wurde dort Weinbau erstmals urkundlich erwähnt. Bis in das Jahr 1266 lassen sich die Weinbergslagen Hohnart, Schlossberg, Reitsteig und Trautberg zurückverfolgen. 1497 wurden sie auch kartographisch auf der Casteller Wildbannkarte dargestellt. Die im Archiv aufbewahrten Weinernte- und Kellerverzeichnisse reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Vermutlich wurde auf dem Weingut die Silvanertraube erstmals auf deutschem Boden gepflanzt – Dokumente belegen den Kauf entsprechender Reben im Jahre 1659.

Anbaufläche

Das Weingut besteht aus einer Anbaufläche von 71,5 Hektar.<ref name="vdp-steckbrief" /> Die Weinberge liegen um den Ort Castell im günstigen kontinental-atlantischen Klima in Nischen des Steigerwaldes auf Gipskeuper-Böden.

Die Weinbergslagen, die bereits 1266 urkundlich erwähnt wurden, sind Hohnart (4,5 ha), Schlossberg (5 ha), Reitsteig (1,3 ha) und Trautberg (4 ha).<ref>Fürstlich Castell’sches Domänenamt (Hrsg.): Castell. Die Weine 2008. S. 2.</ref> Weitere Einzellagen sind Kirchberg (1,8 ha), Bausch (16 ha) und Kugelspiel (16 ha).<ref name="Die Domäne">Fürstlich Castell’sches Domänenamt (Hrsg.): Die Fürstliche Domäne. Castell, ca. 2009.</ref>

Weine

Die Weine werden eher trocken ausgebaut und sowohl in Bordeaux- als auch in Bocksbeutelflaschen abgefüllt. Die Sorten umfassen dabei Silvaner mit 41 % der Rebfläche, Müller-Thurgau (12 %), Weißburgunder (9 %), Bacchus (8 %), Riesling (8 %), Rieslaner, Kerner, Scheurebe und Traminer sowie Spätburgunder und Domina.<ref name="vdp-steckbrief" /> Im Jahr 1659 wurde die Silvanerrebe von Wolfgang Dietrich zu Castell aus Österreich nach Castell gebracht und seither dort angebaut.<ref name="Die Domäne" />

Die Weine tragen das Wappen der Familie zu Castell-Castell, einer Linie des Castellschen Adelsgeschlechts. Die durchschnittliche Jahresproduktion liegt bei 450.000 Flaschen, was einem Ertrag von etwa 58 Hektoliter pro Hektar entspricht. Für seine Weine erhielt das Weingut 2012 im Weinguide von Gault-Millau drei von fünf möglichen Trauben,<ref>Gault&Millau: WeinGuide Deutschland 2013. Der Weinführer für Genießer, hrsg. v. Joel B. Payne, S. 239.</ref> auch der Weinführer Eichelmann vergab 2012 drei von fünf möglichen Sternen und klassifiziert das Fürstlich Castell’sche Domänenamt als „sehr gutes Weingut“.<ref>Gerhard Eichelmann: Eichelmann 2013. Deutschlands Weine. 930 Weingüter und 9.666 Weine, Heidelberg, 2013, S. 210 f.</ref> „Das Domänenamt Castell ist als vereidigter Messweinlieferant zugelassen.“<ref>Castell: Die Weine 2008, letzte Umschlagseite.</ref>

Qualitätsstufen

Die Weine werden in Bordeaux- oder Bocksbeutelflaschen abgefüllt. Die Gutsweine geben keine Lage an, sondern die Herkunftsbezeichnung Schloss Castell. Die Lagenweine kommen aus den Lagen Bausch, Kugelspiel, Hohnart, Kirchberg und Trautberg. Die Spitzen- und Großen Gewächse kommen vorwiegend aus den Lagen Reitsteig und Schlossberg.

Auszeichnungen

  • 4 Trauben Fürstlich Castell’sches Domänenamt 2021<ref>Fürstlich Castell’sches Domänenamt im Gault&Millau Weinguide 2021</ref>
  • 3 Sterne Eichelmann Weinführer 2022<ref name="E22">Eichelmann 2022 Deutschlands Weine von Gerhard Eichelmann ISBN 3938839538; mit alphabetisch geordneten Porträts der besten Erzeuger – 74 neue Erzeuger und 249 biologisch arbeitende Weingüter</ref>
  • 3 Punkte Feinschmecker Weinführer 2014
  • 2 Sterne Wein-Plus 2014
  • 2 Sterne Johnson Weinführer 2014<ref>WirWinzer, 2014.</ref>

Verbände und Gruppierungen

Weblinks

Einzelnachweise

<references />