Fäulnis (Band)
| Fäulnis | |
|---|---|
Seuche beim Party.San Open Air 2015 | |
| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | Hamburg, Deutschland |
| Genre(s) | Extreme Metal |
| Gründung | 2003 |
| Gründungsmitglieder | |
| Seuche (Benjamin Feddern) | |
| Aktuelle Besetzung | |
Gesang |
Seuche |
Gitarre |
N.N. |
Gitarre |
M.R.M. |
| Ehemalige Mitglieder | |
| N.G. | |
Bass |
P.K. |
Fäulnis ist eine Metal-Band aus Hamburg. Wegen ihres Konzeptes wird sie verschiedentlich dem „Suicidal Black Metal“ beziehungsweise dem „Depressive Black Metal“ zugeordnet, wehrt sich aber gegen diese Genre-Bezeichnungen.<ref>Fäulnis-Interview. Dark News, 23. Dezember 2008, abgerufen am 9. April 2010.</ref>
Bandgeschichte
Fäulnis war anfangs das Soloprojekt des Musikers Seuche. Seit 2009 ist Fäulnis eine Band, die sich aus Seuche und nur mit ihren Initialen benannten Musikern, die ursprünglich bereits an Aufnahmen und Live-Auftritten mitgewirkt haben, zusammensetzt.<ref name="xxlrock_inti">Christian Hemmer: Fäulnis im Interview. In: xxl-rock.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. April 2014; abgerufen am 22. Mai 2025.</ref>
2004 erschien das erste Album Cholerik – Eine Aufarbeitung über das Label NeoKlasSick Productions, gefolgt von der EP Letharg (2005). Eine 7"-EP namens Kommando Thanatos erschien 2007. Das Album wurde 2007 unter dem Namen Cholerik: Eine Aufarbeitung² vom Karge Welten Kunstverlag wiederveröffentlicht und enthält, neben einer neu gemasterten Version des Debüts drei Bonustitel. 2008 erschien der Kurzfilm Letharg über das Label Dreadful Media. Regie führte Bjarne Wilking, die Hauptrolle spielte Stephan Lenze. Der 20-minütige Kurzfilm wird von dem Stück der gleichnamigen EP unterlegt und zeigt den Protagonisten, wie er während des täglichen Lebens zwischen Arbeit und Schlaf pendelnd langsam vor sich hinvegetiert, während auf seiner Arbeit langsam eine Maschine wächst.<ref>Letharg – Der Film. Rezension. In: kulturterrorismus.de. 10. Juni 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 21. Juni 2009; abgerufen am 22. Mai 2025.</ref>
Seit 2009 trat die Gruppe mit wechselnden Gastmusikern gelegentlich live auf. Die Live-Premiere fand am 27. November 2009 als Vorband für Lifelover statt. 2009 erschien das Album Gehirn zwischen Wahn und Sinn. Ende 2010 wurde das Projekt auf unbestimmte Zeit vorerst eingestellt.<ref name="bmat_100805">Jürgen Winterheller: Interviews / Fäulnis. In: blackmetal.at – The Austrian Black Metal Webzine. 5. August 2010, abgerufen am 23. August 2010: „Ich habe einfach die Schnauze voll und zumindest im Moment nichts mehr zu sagen.“</ref> Nachdem am 18. Februar 2011 ein offizielles Musikvideo zu Weiße Wände, produziert von Harddrive Media, auf Youtube veröffentlicht wurde, spielten Fäulnis seit Oktober 2011 auch wieder Livekonzerte.<ref name="ww_video">Fäulnis – Weiße Wände. YouTube (Offizielles Musikvideo).</ref>
Knapp ein Jahr nach Beendigung der Aufnahmen zum dritten Album Snuff || Hiroshima kündigte Seuche am 1. Februar 2014 die Veröffentlichung desselben am Ende des Monats über das Label Cold Dimensions an. Als Teaser wurde am darauffolgenden 2. Februar das offizielle Musikvideo zu dem Stück Weil wegen Verachtung auf YouTube veröffentlicht.<ref name="wwv_video">Fäulnis – Weil wegen Verachtung. YouTube (Offizielles Musikvideo).</ref> Wie bereits zuvor bei dem Kurzfilm Letharg und dem Musikvideo zu Weiße Wände vom Album Gehirn zwischen Wahn und Sinn wurde der Film von Harddrive Media produziert.
Am 28. Februar 2014 wurde Snuff || Hiroshima auf CD und Schallplatte veröffentlicht.
In einem Beitrag auf der Facebookpräsenz der Band gab Seuche am 11. Dezember 2017 bekannt, dass die Band nicht mehr live auftreten werde. Eine für 2018 geplante Split-EP mit Unru werde noch erscheinen, danach sei offen, ob weiteres Material unter dem Namen Fäulnis veröffentlicht werde.<ref name="FB_171211">Seuche: *** Meldung ***. In: Facebook. 11. Dezember 2017, abgerufen am 13. Dezember 2017.</ref>
Musikstil und Konzept
Fäulnis’ Musik ist im Black Metal verwurzelt, hat aber auch stilistische Einflüsse aus dem Doom Metal, dem Punk, dem Hardcore Punk, klassischer Musik und dem Medium Hörspiel. Die Texte basieren laut Seuche auf eigenem Erleben und Sinneseindrücken, dem sogenannten „Negativen“ an seiner Person, die er durch die Wahl seines Pseudonyms von „der Person, die [er] morgens im Spiegel [sieht]“,<ref name="Leg">Memme: Interview mit Fäulnis. Depri-Punk Rock und Black Metal oder Emo-Scheiße? In: Legacy. Nr. 63, Mai 2010, S. 203.</ref> abgrenzen möchte. Textlich gibt es Verbindungen zum Suicidal Black Metal und zum Depressive Black Metal. Der Musiker selbst weist diese Bezeichnungen aber von sich und bezeichnet seine Musik als „Sick Black Art“,<ref>Cholerik – Eine Aufarbeitung. Review. In: schwermetall.ch. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. April 2018; abgerufen am 22. Mai 2025.</ref> zuletzt auch als „BlackDoomPunkRock“.<ref>Fäulnis. sickblackart.de; abgerufen am 30. Juni 2013.</ref> Die Themen der Liedtexte sind Ausdruck einer morbiden Atmosphäre, insbesondere auf neueren Veröffentlichungen sehr direkt und unverblümt.<ref name="Leg" /> Die früheren Texte dagegen waren eher lyrisch angehaucht und voll Metaphern, laut Seuche „semantisch viel zu hochgestochen formuliert“.<ref>Interview mit Fäulnis. Terrorverlag, 19. Oktober 2009, abgerufen am 9. April 2010.</ref>
Kontroverse
Die EP Letharg erschien auf dem der rechtsextremen Szene zugeordneten Label Christhunt Productions, was Spekulationen über Fäulnis’ politische Ausrichtung mit sich brachte. Seuche rechtfertigte sich im Legacy 05/2009 dazu:
„Zu der damaligen Entscheidung stehe ich, auch mit ihren eventuellen Konsequenzen. Ich habe mich von einem guten Angebot verleiten lassen, in einer Zeit wo es mir ohnehin scheißegal war, was aus Fäulnis je wird. […] Wer Scheiße baut, soll auch dazu stehen. […] Für die Rechten zu links und für die Linken nicht links genug… Fäulnis ist Punk Rock und fertig.“
Diskografie
Demoaufnahmen
- 2004: Cholerik – Eine Aufarbeitung
EPs
- 2005: Letharg
- 2007: Kommando Thanatos
Alben
- 2007: Cholerik: Eine Aufarbeitung² (Wiederveröffentlichung des Demos von 2004 mit Bonustracks)
- 2009: Gehirn zwischen Wahn und Sinn
- 2014: Snuff // Hiroshima
- 2017: Antikult
DVD
- 2008: Letharg (Kurzfilm, Konzept und Musik von Fäulnis)
Musikvideos
- 2011: Weiße Wände<ref>Fäulnis – Weiße Wände. In: youtube.com. HardDrive Media, 18. Februar 2011, abgerufen am 24. Juni 2020 (Musikvideo).</ref>
- 2014: Weil wegen Verachtung<ref>Fäulnis – Weil wegen Verachtung. In: youtube.com. HardDrive Media, 3. Februar 2014, abgerufen am 24. Juni 2020 (Musikvideo).</ref>
- 2017: Metropolis (mit Hermes Phettberg)<ref>Fäulnis – Metropolis feat. Hermes Phettberg. In: youtube.com. HardDrive Media, 22. Februar 2017, abgerufen am 25. Juni 2020 (official music video).</ref>
Nebenprojekte
Benjamin Feddern betreibt seit 2017 unter dem Künstlernamen Ernie Fleetenkieker den Youtube-Kanal Krachmucker TV und hat im Juni 2023 das Buch Ernie Fleetenkiekers Metal-Manifest veröffentlicht, in welchem er die Heavy-Metal-Subkultur aus seiner Sicht beschreibt.
Am 31. Oktober 2024 veröffentlichte Feddern unter dem Projektnamen Marschland die 16-minütige EP Traurige Trinkerlieder. Er selbst bezeichnet Marschlands Musik als Dark Folk, inspiriert von Townes Van Zandt.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />