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Exklave Bürgenstock

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Datei:Karte Gemeinde Luzern 2010.png
Karte der Gemeinde Luzern

Die Exklave Bürgenstock befindet sich am nördlichen Steilabfall des Bürgenstocks am Vierwaldstättersee in der Schweiz. Im Osten, Süden und Westen grenzt das zur Stadt Luzern gehörende Gebiet an den Kanton Nidwalden und gilt somit als Exklave von Stadt und Kanton Luzern. Die Stadt Luzern ist seit dem Jahr 1378 im Besitz dieses Gebietes.<ref>Hansjakob Achermann: Bürgenstock. In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref> Mit dem Hammetschwand-Lift führt der höchste Freiluft-Aufzug Europas von der Exklave zum Aussichtspunkt Hammetschwand auf dem Bürgenstock.

Entstehung

Die Exklave entstand aufgrund der Waldnutzung durch die Stadt Luzern im Mittelalter. Die Bäume am steilen Hang des Bürgenstocks konnten nach der Fällung schnell zum Ufer gebracht und direkt über den See in die Stadt geflösst werden. Unterwalden erhob ebenfalls Anspruch auf dieses Gebiet. Dies führte zu einem Konflikt über mehrere Jahrzehnte. Gesandte aus Uri und Schwyz sprachen am 14. Juli 1378 das Waldstück durch einen Schiedsspruch der Stadt Luzern zu. Bei diesem wurden auch erstmals die heutigen Kantonsgrenzen definiert.<ref>Stolpersteine und krumme Kantonsgrenzen am Bürgenstock. Abgerufen am 18. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Geografie und Nutzung

Das Gebiet erstreckt sich über 3,3 km von Osten nach Westen entlang des Südufers des Vierwaldstättersees. Es weist eine Fläche von 145,8 Hektaren auf und ist offiziell unbewohnt.<ref>Eidgenössische Volkszählung 2000. Die Raumgliederungen der Schweiz. Tabelle 3: Exklaven von Bezirken, Inseln und gegenüberliegende Seeufer.</ref>

Im Osten der Exklave befindet sich der Ort Undermatt. Dieser ist wie die gesamte Exklave unbewohnt und besteht nur aus einem Landwirtschaftsgebäude, einer Schiffsanlegestelle sowie aus Überresten der Talstation der früheren Seilbahnstation auf den Mattgrat. Auf diesem stand früher ein Hotel, das in den 1970er-Jahren abbrannte, aber nicht wiederaufgebaut wurde. Die Seilbahn, die auf einer Länge von 350 Metern einen Höhenunterschied von 310 Metern überwand, wurde 1934 von der Firma Oehler errichtet. Diese diente dazu, das Hotel leichter für die Gäste erreichbar zu machen. Nach dem Hotelbrand war die Seilbahn noch für Wanderer und nach Erlöschen der Konzession für Personenbeförderung für Materialtransporte zu den Höfen auf dem Mattgrat bis Anfang der 1990er-Jahre in Betrieb.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Seilbahn Untermatt-Mattgrat (Memento vom 14. November 2012 im Internet Archive).</ref>

Der 700 Meter weiter östlich gelegene Ort Obermatt, der von Undermatt über einen Fussweg zu erreichen ist, gehört bereits zum Kanton Nidwalden (Gemeinde Ennetbürgen).

Bildergalerie

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 47° 0′ 7,2″ N, 8° 24′ 21,6″ O; CH1903: 673570 / 206113

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