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Evangelische Kirche Abterode

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Datei:Evangelische Kirche Abterode 1.jpg
Evangelische Kirche Abterode

Die evangelische Pfarrkirche ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in Abterode, einem Ortsteil von Meißner im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Geschichte und Architektur

Die Kirche der 1077 gegründeten Benediktiner-Propstei Abbetesrode war eine dreischiffige Säulenbasilika zu sechs Arkaden. Es war die älteste romanische Kirche im Meißnervorland, aber das Kasseler Konsistorium verfügte wegen irreparabler Schäden einen Neubau. Sie wurde daher 1867 abgebrochen und von 1867 bis 1868 durch die heutige Kirche ersetzt, die im Wesentlichen auf Plänen des Eschweger Landbaumeisters Carl basierte. Ein Modell der einstigen Klosterkirche befindet sich im Seitenschiff des Neubaus.

Die heutige Kirche ist ein historisierender Bau in klassizistischer Tradition mit romanisierenden, aber auch gotisierenden Formen. Die Raumwirkung ist gut.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Die Orgel der dreischiffigen Emporenhalle baute Gustav Wilhelm 1868/69. Nur wenige mittelalterliche Bauspolien sind erhalten, so im Vorraum der Kirche eine alte Säulenbasis des Vorgängerbaus. Unter dem Chor befindet sich eine beim Neubau übermauerte Gruft mit den sterblichen Überresten eines 1716 verstorbenen Abteröder Amtmanns. Bei der Renovierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Innenraum der Kirche purifizierend umgestaltet.<ref>Dehio, Georg, bearbeitet von Folkhard Cremer, Tobias Michael Wolf und anderen: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hessen 1, Regierungsbezirke Gießen und Kassel. Deutscher Kunstverlag, 2008, ISBN 978-3-422-03092-3, S. 1</ref>

Innenausstattung

  • Der ursprüngliche Taufstein wurde in den 1950er Jahren auf einem Hof im Dorf entdeckt und nach seiner Aufarbeitung wieder im Chor der Kirche aufgestellt.
  • Drei der insgesamt vier vorhandenen Glocken, die älteste um 1400 gegossen, stammen ebenfalls aus der Vorgängerkirche.
  • Das Kruzifix im Seitenschiff wurde 1916 von der Tochter eines Arztes gestiftet.

Orgel

Datei:Orgel in der evangelischen Kirche Abterode im Werra-Meißner-Kreis.jpg
Die von dem Hoforgelbaumeister Gustav Wilhelm gebaute Orgel auf der Westempore

Die 1868/69 von Gustav Wilhelm, dem letzten kurfürstlich-kasselschen „Hoforgelbaumeister“, gebaute Orgel auf der Westempore ist mit 23 Registern (ursprünglich 21 und zwei vacant) und 1300 Pfeifen die größte Orgel einer Dorfkirche im gesamten Kirchenkreis Eschwege. Sie enthält einen großen Teil an Originalsubstanz, denn Wilhelm verwendete beim Bau mehr als 90 Prozent der Pfeifen des barocken Vorgängerinstruments aus der abgebrochenen Kirche; fehlende Pfeifen konnten durch originale Wilhelmspfeifen aus einer anderen Orgel ersetzt werden. Der Prospekt ist in barocker Tradition gehalten, gegliedert in drei Türme mit zwei Feldern.<ref>Neubau mit alten Spuren: Das Gotteshaus in Abterode, in: Werra-Rundschau, 22. April 2019, mit Foto der Orgel (abgerufen am 7. Februar 2020)</ref> Die Orgel wurde im Jahre 2002 von der Orgelbaufirma Werner Bosch aus Niestetal restauriert.<ref>Zu Disposition und technischen Daten, siehe <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. (Memento des Vorlage:Referrer vom 7. Februar 2020 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/archiv-botSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Webarchiv/Wartung/URLSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden.</ref> Die beiden Manuale haben einen Tonumfang von C bis f3 (54 Töne), das Pedal von C bis d¹ (27 Töne). Die Stimmtonhöhe ist ein Halbton über a = 440 Hz bei 18<math>\mathrm{^\circ C}</math>.

Die Disposition ist wie folgt:<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Skriptfehler: Ein solches Modul „WLink“ ist nicht vorhanden. (Memento des Vorlage:Referrer vom 7. Februar 2020 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/archiv-botSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Webarchiv/Wartung/URLSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden., abgerufen am 10. März 2020.</ref>

I Hauptwerk C–f3
Bordun 16′
Principal 8′
Hohlflöte 8′
Viola da Gamba 8′
Gedackt 8′
Octave 4′
Flöte 4′
Octav 2′
Mixtur 4fach rep. bei c′ auf 4′, 223′, 2′, 135
Trompete 8′ (neueren Datums)
Cimbel 2fach urspr. vacant, laut Aufriss
ab c° 1fach, ab c' 2fach besetztes Reg.
II Hinterwerk C–f3
Liebl. Gedackt 8′
Flauto Traverso 8′
Salicional 8′ (aus Treysa)
Principal 4′ (aus Treysa)
Gemshorn 4′
Flauto dolce 4′
Octave 2′ (aus Treysa, urspr. vacant)
Pedal C–d1
Violon 16′
Subbass 16′
Octavbass 8′
Violoncello 8′
Posaunebass 16′

Denkmalschutz

Wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen Bedeutung ist die Kirche, die in dem für das späte 19. Jahrhundert typischen historistischen Architekturstil erbaut worden ist, ein Kulturdenkmal nach § 2 Absatz 1 des Hessischen Denkmalschutzgesetzes.<ref>Abterode. In: Peer Zietz in Zusammenarbeit mit Thomas Wiegand: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Werra-Meißner-Kreis 1, Altkreis Eschwege. S. 244 f.</ref> Sie ist Teil der Gesamtanlage Abterodes, zu der die dichte Bebauung rund um die Kirche sowie die repräsentativen, traufständigen Wohn- und Geschäftshäuser entlang des Steinweges und die Wohnhäuser und Hofanlagen an Hinter- und Vorderweg gehören. Dieser Bereich wird aus geschichtlichen Gründen als schützenswert angesehen. Im Denkmalverzeichnis des Landes Hessen hat die Kirche die Nummer 38271<ref>Ev. Kirche Abterode In: Kulturdenkmäler in Hessen. Website des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen; abgerufen am 28. September 2025.</ref> und die „Gesamtanlage“ die Nummer 38265.<ref>Gesamtanlage Abterode In: Kulturdenkmäler in Hessen. Website des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen; abgerufen am 28. September 2025.</ref>

Literatur

  • Georg Dehio, bearbeitet von Folkhard Cremer, Tobias Michael Wolf und anderen: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Hessen 1, Regierungsbezirke Gießen und Kassel. Deutscher Kunstverlag, München, 2008, ISBN 978-3-422-03092-3
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Hessen. Deutscher Kunstverlag, München 1966
  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.

Weblinks

Vorlage:Wikidata-Registrierung

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 51° 12′ 38″ N, 9° 56′ 11″ O

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