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Europäisches Sozialforum

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Datei:ESF EN1.JPG
Plakat des vierten europäischen Sozialforums 2006 in Athen

Das Europäische Sozialforum (ESF) ist ein offener Treffpunkt von Gewerkschaften, sozialen Bewegungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus ganz Europa, mit der Zielsetzung gemeinschaftlich Lösungen, hinsichtlich den Problemstellungen Krieg und Rassismus, soziale Benachteiligung von Menschen, sowie der Zerstörung der Umwelt, zu erarbeiten. Das Forum wendet sich explizit gegen den Neoliberalismus, sowie gegen eine kapitalistisch, imperialistisch dominierte Welt.

Angeregt durch das Weltsozialforum im Jahr 2001 in Porto Alegre, Brasilien<ref name="Weltsozialforum 2001">Das deutschsprachige Informationsportal zur weltweiten Sozialforum-Bewegung: Weltsozialforum 2001 in Porto Alegre, Brasilien. Abgerufen am 9. Dezember 2015.</ref>, fand das erste Europäische Sozialforum 2002 in Florenz als kontinentales Treffen der Weltsozialforumbewegung statt.<ref name="1. Europäisches Sozialforum">Erhard Crome, Rosa Luxemburg Stiftung: Europäisches Sozialforum in Florenz. 6.-10. November 2002. November 2002, abgerufen am 9. Dezember 2015.</ref> Das Europäische Sozialforum orientiert sich inhaltlich an den Vorgaben aus der Charta der Prinzipien des Weltsozialforums.<ref name="Charta der Prinzipien">Das deutschsprachige Informationsportal zur weltweiten Sozialforum-Bewegung: Charta der Prinzipien. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. August 2017; abgerufen am 9. Dezember 2015.</ref>

Themen

Die einzelnen Themen, welche in den jeweiligen Konferenzen, Seminaren und Workshops diskutiert werden, sind vielfältig und orientieren sich in der Regel am politischen Geschehen zum Zeitpunkt des Forums, wobei basale Themenbereiche, unterschiedlich gewichtet, immer fester Bestandteil der jeweiligen Arbeitsgruppen und Gegenstand der Diskussionen sind. Zum einen wird Kritik am bestehenden Wirtschaftssystem und an spezifischen, die Gesellschaftsordnung betreffende Punkte geübt, sowie mögliche Alternativen besprochen, zum anderen stehen umwelt- und bildungspolitische Themen auf der Diskussionsagenda, ergänzt durch die Themenbereiche Krieg, Ökonomie und Medien.<ref name="Die Europäischen Sozialforen von Florenz bis Istanbul">Silke Veth, Rosa Luxemburg Stiftung: Die Europäischen Sozialforen von Florenz bis Istanbul. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. Dezember 2015; abgerufen am 10. Dezember 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rosalux.de</ref><ref name="Zehn Jahre nach dem 1.Europäischen Sozialforum in Florenz">Angela Klein, Sozialistische Zeitung: Zehn Jahre nach dem 1.Europäischen Sozialforum in Florenz, Ein neuer Anlauf mit Hindernissen. 12. Dezember 2012, abgerufen am 10. Dezember 2015.</ref>

Veranstaltungschronologie

  • ESF 2002, Florenz
Das erste Europäische Sozialforum fand vom 6. bis zum 10. November 2002 unter dem Motto, Ein anderes Europa ist möglich mit 50.000 registrierten Teilnehmern in Florenz statt. Die Abschlussdemonstration, mit mehr als 500.000 Demonstranten, stand im Zeichen des heraufziehenden Krieges der USA gegen den Irak.<ref name="1. Europäisches Sozialforum"></ref>
  • ESF 2003, Paris
In Paris, Veranstaltungsort des zweiten Europäischen Sozialforums, vom 12. bis zum 16. November 2003, mit 50.000 Teilnehmern wurden die verschiedensten Themen und Sachgebiete unter dem Motto Für ein anderes Europa – in einer anderen Welt, behandelt. An der Abschlusskundgebung nahmen nach Angaben der Veranstalter und den offiziellen Stellen, zwischen 100.000 und 250.000 Demonstranten Teil.<ref name="Europäisches Sozialforum sucht die bessere Welt">Klaus Feldkeller, DW - Deutsche Welle: Europäisches Sozialforum sucht die bessere Welt. 11. November 2003, abgerufen am 10. Dezember 2015.</ref><ref name="The European Social Forum, Paris 2003">The Guardian, politics Special reports: The European Social Forum, Paris 2003. Abgerufen am 10. Dezember 2015.</ref>
  • ESF 2004, London
Während des dritten Europäischen Sozialforums in London, vom 15. bis 17. Oktober, an dem sich 20.000 Menschen beteiligten, traten erstmals Probleme hinsichtlich der Organisation und Struktur des Forums auf. Des Weiteren wurde beschlossen den Rhythmus der Veranstaltungen dahin gehend zu verändern, dass das Forum von nun an in einem zweijährigen Rhythmus in verschiedenen Stätten Einzug halten sollte. Thematisch richtete sich das Forum verstärkt an umweltpolitische Themen aus. An der Abschlusskundgebung unter dem Motto Stoppt den Krieg. Nein zum Rassismus nahmen laut Veranstalter bis zu 100.000 Menschen teil.<ref name="The European Social Forum, London 2004">The Guardian, politics Special reports: ESF 2004 in London. Abgerufen am 10. Dezember 2015.</ref>
  • ESF 2006, Athen
Das vierte Europäische Sozialforum von 4. bis 7. Mai, in Athen, stand unter dem Motto Verändern wir Europa, verändern wir die Welt. Die Teilnehmerzahl belief sich laut Organisationskomitee auf 30.000 Menschen. An der das Forum abschließenden Demonstration nahmen, nach Aussagen der Veranstalter, und der örtlichen, offiziellen Stellen, zwischen 20.000 und 35.000 Personen teil. Die Resonanz auf das Forum bezüglich der dort gemachten Angebote war zwiespältig, wobei vielen Teilnehmern die von ihnen vermutete kommerzielle Ausrichtung des Forums bemängelten.<ref name="4th European Social Forum, Athens - Greece, May 2006">Offizielle Webseite ESF 2006 Athen, Internet Archive: 4th European Social Forum, Athens - Greece, May 2006. Mai 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Februar 2012; abgerufen am 10. Dezember 2015.</ref>
  • ESF 2008, Malmö
In Malmö, fand vom 17. bis 21. September das fünfte Europäische Sozialforum mit 15.000 Teilnehmern statt,<ref name="Die Europäischen Sozialforen von Florenz bis Istanbul"></ref> in dessen Vorbereitungsphase die Verabschiedung der Lissabonner Erklärung für ein demokratisches Europa fiel, die als Stellungnahme zur Berliner Erklärung der Europäischen Union gedacht war.<ref name="Lissabonner Erklärung für ein demokratisches Europa">Europäische Sozial Forum: Lissabonner Erklärung für ein demokratisches Europa. 31. März 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. September 2007; abgerufen am 10. Dezember 2015.</ref>
  • ESF 2010, Istanbul
Das sechste Europäische Sozialforum fand vom 1. bis zum 4. Juli, mit 5000 Teilnehmern, unter dem Motto Ein anderes Europa ist nötig in Istanbul statt.<ref name="Videos, Bilder und Berichte vom Europäischen Sozialforum am 1. bis 4. Juli 2010">Rosa Luxemburg Stiftung: Videos, Bilder und Berichte vom Europäischen Sozialforum am 1. bis 4. Juli 2010. 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Dezember 2015; abgerufen am 10. Dezember 2015.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.rosalux.de</ref>
  • ESF 2024, Marseille
Das siebte Europäische Sozialforum fand vom 26. bis 28. April in Marseille / Frankreich statt.<ref>European Common Space for Alternatives. Abgerufen am 5. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Kritik

Verschiedentlich wurde dem Europäischen Sozialforum eine starke Nähe zum Islamismus und zum Antisemitismus vorgeworfen, da es die bedingungslose Unterstützung Palästinas und islamistischer Organisationen und Personen propagiert habe.<ref>So etwa Steffen Schülein in einem Beitrag für die Zeitschrift „Sozialistische Positionen“ unter dem Titel „Free Palestine, boycott Israel“ <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 24. August 2007 im Internet Archive)</ref> So hatte etwa der Genfer Chefideologe des „Euroislam“, Tariq Ramadan im Jahre 2003 auf der Website des Sozialforums „jüdischen Intellektuellen“ wie Bernard-Henri Lévy, Alain Finkielkraut und André Glucksmann vorgeworfen, „reflexartig ‚die zionistische Politik‘ der USA und Israels zur Unterdrückung der Palästinenser zu verteidigen“. Die französische Parti socialiste forderte daraufhin den Ausschluss des „moslemischen Le Pen“ aus der ATTAC-Bewegung als ihrer zentralen Organisation. Das lehnten die Veranstalter des Sozialforums jedoch ab.<ref>Vgl. „Krieg im Lager der Friedliebenden“, Süddeutsche Zeitung vom 7. Nov. 2003</ref> Anlässlich des zweiten ESF in Paris 2003 wurde die Bewegung von Finkielkraut mit den Worten kritisiert: „Die Globalisierungsgegner predigen keinen primitiven Judenhaß. Aber die rituelle Diabolisierung der Vereinigten Staaten und Israels zeigt, daß in ihren Köpfen die Vorstellung einer internationalen Verschwörung vorherrscht - als ob der Prozeß der Globalisierung von einem Komplott in die Welt gesetzt worden wäre. Das ist ideologisches Denken“.<ref>„Feind aus besten Absichten“. Antisemitismus im Wandel / Ein Gespräch mit Alain Finkielkraut, FAZ, 13. Nov. 2003 <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivlink (Memento vom 15. April 2014 im Internet Archive)</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

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