Eugen Ulmer (Verleger)
Eugen Carl Robert Ulmer<ref name="Felix Zeller" /> (* 30. Juli 1837 in Nürtingen; † 2. Januar 1917 in Stuttgart) war ein deutscher Verleger und Buchhändler. Er gründete den bis heute bestehenden Verlag Eugen Ulmer als Fachverlag für Land- und Forstwirtschaft, Obst-, Gemüse-, Garten- und Weinbau.
Lebensweg und Lebenswerk
Eugen Ulmer wurde in Nürtingen am 30. Juli 1837 als Sohn des Apothekers Karl Christian Friedrich Ulmer (1798–1876) und seiner Frau Sofie Charlotte Amalie geborene Faber (1803–1893) geboren.<ref name="Matthias Ulmer" /><ref name="Felix Zeller">Felix Zeller: Stammbaum und Chronik der Familie Zeller aus Martinszell in Bayern von 1500 - 1900 : nach gedruckten Quellen, amtlichen und privaten Mitteilungen Seite 195, Seite 196, veröffentlicht 1904 durch Calve, Prag, abgerufen auf uni-duesseldorf.de am 30. Januar 2025</ref> Die Familie zog 1839 nach Ravensburg,<ref name="Matthias Ulmer" /> seine Schwester Julie (1828–1919),<ref>Familiengrab Ulmer und Maier auf Wikimedia Commons, abgerufen am 19. Januar 2025</ref> heiratete 1847 den Ravensburger Buchhändler Carl Maier (1819–1867). Eugen Ulmer begann eine Lehre bei der Dorn’schen Buchhandlung, bei der sein Schwager Maier Geschäftsführer und Teilhaber war.<ref name="Matthias Ulmer">Matthias Ulmer: Medien Bauer – Die Geschichte des Verlag Eugen Ulmer 1868—2018 auf ciando.com, abgerufen am 19. Januar 2024</ref> Nach Abschluss der Lehrzeit war Ulmer Gehilfe in der Deuerlich’schen Buchhandlung in Göttingen und danach Gehilfe bei der Belser’schen Buchhandlung in Stuttgart.<ref name="Matthias Ulmer" /> Ulmer heiratete 1862 Pauline Charlotte Belser (* 1839),<ref name="Felix Zeller" /> die Tochter des Buchhändlers und Verlegers Christian Jakob Belser, und wurde im selben Jahr Geschäftsführer, ab 1866 Inhaber der Chr. Belser’schen Sortiments-, Buch- & Landkartenhandlung.<ref>Ulmer, Eugen auf d-nb.info, abgerufen am 17. Januar 2024</ref><ref name="Matthias Ulmer" /> Das Paar hatte drei Söhne: Eugen Hans (1865–1943), Moritz (1869–1947) und Richard (1871–1962).<ref name="Felix Zeller" /><ref>Heinold fragte im Februar nach der Eugen Ulmer KG am 27. Februar 2009 auf buchmarkt.de, abgerufen am 30. Januar 2025</ref><ref name="Knappenberger-Jans">Silke Knappenberger-Jans: 200 Jahre Ludwigsburger Kreiszeitung, abgerufen am 30. Januar 2025</ref>
Maier gründete 1860 einen pomologischen und landwirtschaftlichen Verlag<ref name="Dorothee Hess-Maier">Dorothee Hess-Maier: Otto Maier aus Ravensburg (1852–1925). Verleger und Unternehmer. In: Schwäbische Heimat. Bd. 59 (2008), Nr. 1, S. 154–161 (https://doi.org/10.53458/sh.v59i2.3430), abgerufen am 17. Januar 2025</ref> und übernahm 1864 den pomologischen Verlag von Ebner & Seubert in Stuttgart.<ref name="Schmidt" /> Im Verlag der Dorn’schen Buchhandlung erschien unter anderem das „Taschenbuch für Pomologen, Gärtner und Gartenfreunde“ von Eduard Lucas.<ref>Taschenbuch für Pomologen, Gärtner und Gartenfreunde, 5. Jahrgang 1865 auf Wikimedia Commons, abgerufen am 17. Januar 2025</ref><ref>Taschenbuch für Pomologen, Gärtner und Gartenfreunde, 7. Jahrgang 1867 auf Wikimedia Commons, abgerufen am 17. Januar 2025</ref> Nach dem plötzlichen Tod von Maier 1867 zog Ulmer mit seiner Frau von Stuttgart nach Ravensburg, kaufte von der Dorn’schen Buchhandlung Carl Maier zugehörenden Verlag, Buchdruckerei und Oberschwäbischem Anzeiger,<ref name="Verkauf an Albert Müller">Verkauf an Albert Müller aus Rottweil auf dnb.de, abgerufen am 17. Januar 2025</ref> und übernahm von seiner Schwester Julie Maier die Anteile an der Dorn’schen Buchhandlung. Die Chr. Belser’sche Sortiments-Buch & Landkarten-Handlung in Stuttgart wurde 1868 an Albert Müller verkauft,<ref name="Verkauf an Albert Müller" /> Den Oberschwäbischen Anzeiger führte Ulmer anfangs fort, im Juli 1874 wurde die Buchdruckerei und der Oberschwäbische Anzeiger an Eugen Metzger verkauft.<ref>Aus Stadt und Land – Ravensburg, 12. Dez. (Seite 1, Seite 2) in Stuttgart. Neues Tagblatt 45. Jahrgang, No 295 vom 15. Dezember 1888, abgerufen auf deutsche-digitale-bibliothek.de am 30. Januar 2025</ref> Den pomologischen Verlag führte er ab 1868 unter seinem Namen weiter, verlegte ihn 1874 von Ravensburg nach Stuttgart und baute ihn zu einem bedeutenden Fachverlag aus.
Sein Neffe Otto Maier, Sohn von Julie und Carl Maier, wurde im Dezember 1876 mit 24 Jahren Teilhaber der Dorn’schen Buchhandlung.<ref>Anzeigeblatt – Geschäftliche Einrichtungen, Veränderungen u. s.. w. – 47238 im Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel und die mit ihm verwandten Geschäftszweige, No 299, Seite 3 vom 28. Dezember 1876, abgerufen auf deutsche-digitale-bibliothek.de am 30. Januar 2025</ref>
Moritz Ulmer gründete 1896 mit seinem Schwiegervater Heinrich Ungeheuer das Unternehmen „Ungeheuer & Ulmer“ (Ludwigsburger Kreiszeitung).<ref name="Knappenberger-Jans" />
1898 nahm Eugen Ulmer seinen Sohn Eugen und 1900 seinen Sohn Richard als Teilhaber in das Geschäft auf.<ref name="Schmidt">Rudolf Schmidt: Ulmer, E., Fortsetzung in Deutsche Buchhändler. Deutsche Buchdrucker. Beiträge zu einer Firmengeschichte des deutschen Buchgewerbes, Band 5, Seiten 962–963, erschienen 1908 im Verlag von Rudolf Schmidt, Eberswalde, abgerufen auf zeno.org am 19. Januar 2025</ref>
Das Verlagsprogramm umfasste ausschließlich Bücher und Schriften aus den Gebieten der Land- und Forstwirtschaft, des Obst-, Gemüse-, Garten- und Weinbaus. Auch zahlreiche Zeitschriften erschienen in seinem Verlag, u. a. seit 1891 die Zeitschrift für Pflanzenkrankheiten, seit 1898 die Praktischen Blätter für Pflanzenbau und Pflanzenschutz, seit 1900 Fühling´s Landwirtschaftliche Zeitung und seit 1903 die Naturwissenschaftliche Zeitschrift für Forst- und Landwirtschaft.
Ein besonderes Anliegen von Eugen Ulmer war es, den Landwirten die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung in gemeinverständlichen Publikationen zugänglich zu machen. Beispielhaft hierfür war die über einhundert Bände umfassende Schriftenreihe Des Landmanns Winterabende. Belehrendes und Unterhaltendes aus allen Zweigen der Landwirtschaft. Für seine Verdienste als Verleger wurde Ulmer 1905 vom König von Württemberg mit der Großen Medaille für Kunst und Wissenschaft am Bande des Friedrichs-Ordens ausgezeichnet.
Siehe auch
Literatur
- Eugen Ulmer sen. In: Deutsche Obstbauzeitung. Jahrgang 58, 1912, S. 418–420 (mit Bild).
- Verlag Eugen Ulmer 1868–1968. Festschrift. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1968 (mit Bild).
- Verlag Eugen Ulmer 1868–1993. Weiterführung der Firmengeschichte und der Gesamtbibliographie von 1968. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1993 (mit Bild).
- Steffen Seischab: Äpfel und Birnen als Programm: Eugen Ulmer (1837–1917) und sein gleichnamiger Verlag. In: Steffen Seischab: Nürtinger Köpfe, Nürtingen: Senner 2018, S. 84–91.
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:HinweisbausteinVorlage:Wikidata-Registrierung
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ulmer, Eugen |
| ALTERNATIVNAMEN | Ulmer, Eugen Carl Robert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Verleger und Buchhändler |
| GEBURTSDATUM | 30. Juli 1837 |
| GEBURTSORT | Nürtingen |
| STERBEDATUM | 2. Januar 1917 |
| STERBEORT | Stuttgart |