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Etymologische Figur

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Die etymologische Figur ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist ein rhetorisches Stilmittel, bei dem Worte verschiedener Wortarten, z. B. ein Verb und ein Substantiv mit demselben Wortstamm (z. B. kämpfen und Kampf) miteinander verbunden werden („einen Kampf kämpfen“). Sie kann zur Bekräftigung oder Verstärkung der Wortbedeutung dienen. Es ist ein Sonderfall des Polyptotons.

Grundelement der figura etymologica ist die Wiederholung der Wortbasis. So wird dann auch von „flektierter Iteration“ gesprochen. In der Kombination aus Substantiv und Verb findet sie sich in etlichen, auch nichtindogermanischen Sprachen. Die Wiederholung kann jedoch grundsätzlich als Substantiv, Adjektiv, Adverb oder Verb auftreten. Teilweise kommt sogar eine völlig unveränderte Wiederholung vor.<ref>Svatopluk Štech: Zur Gestalt der etymologischen Figur in verschiedenen Sprachen. 1967, S. 138.</ref>

Grammatik im Deutschen

Die Verbindung eines Verbs mit einem etymologisch stammverwandten Akkusativobjekt wird in der linguistischen Forschung als inneres Objekt oder kognates Objekt<ref>Wayback Machine. (PDF) Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. März 2023; abgerufen am 7. Mai 2025.</ref>, in älteren Grammatiken auch als Akkusativ des Inhalts<ref>Hadumod Bußmann (Hrsg.) unter Mitarbeit von Hartmut Lauffer: Lexikon der Sprachwissenschaft. 4., durchgesehene und bibliographisch ergänzte Auflage. Kröner, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-520-45204-7.</ref> bezeichnet. Aus sprachwissenschaftlicher Sicht besonders an dieser Konstruktion ist, dass eigentlich intransitive Verben dennoch kognate Akkusativobjekte führen können<ref>Marc Felfe: Marcello lächelt sein Mastroianni-Lächeln. In: Zeitschrift für germanistische Linguistik : ZGL ; Deutsche Sprache in Gegenwart und Geschichte. Band 46, Nr. 3, 12. Dezember 2018, ISSN 0301-3294, doi:10.18452/22613 (hu-berlin.de [abgerufen am 7. Mai 2025]).</ref>. Beispiel: Zum Verb schlafen gibt es normalerweise kein Akkusativobjekt („er schläft jemanden“ oder „er schläft irgendetwas“ ist ungrammatisch), aber man kann „einen ruhigen Schlaf schlafen“. Semantisch zeichnet kognate Objekte aus, dass sie typischerweise ein Hervorbringen-Ereignis ausdrücken, das heißt: Ein kognates Objekt drückt das durch die Handlung erzeugte Ergebnis aus (Schlag in "sie schlägt einen harten Schlag"), statt z. B. den Empfänger der Handlung (Kerl in "sie schlägt einen harten Kerl).<ref>Marc Felfe: Marcello lächelt sein Mastroianni-Lächeln. In: Zeitschrift für germanistische Linguistik : ZGL ; Deutsche Sprache in Gegenwart und Geschichte. Band 46, Nr. 3, 12. Dezember 2018, ISSN 0301-3294, S. 364, doi:10.18452/22613 (hu-berlin.de [abgerufen am 7. Mai 2025]).</ref>

Uneinigkeit herrscht in der Literatur darüber, ob auch Akkusativobjekte mit einer zwar nicht etymologischen, aber zumindest engen semantischen Verwandtschaft unter die kognaten Objekte zu zählen sind (siehe z. B. „einen heldenhaften Tod sterben“, wobei auch sterben normalerweise intransitiv ist).<ref>Marc Felfe: Marcello lächelt sein Mastroianni-Lächeln. In: Zeitschrift für germanistische Linguistik : ZGL ; Deutsche Sprache in Gegenwart und Geschichte. Band 46, Nr. 3, 12. Dezember 2018, ISSN 0301-3294, S. 367, 377, doi:10.18452/22613 (hu-berlin.de [abgerufen am 7. Mai 2025]).</ref>

Im Sinne der Etymologie geht es bei der etymologischen Figur, genau genommen, nicht um den Wortstamm, sondern um die gemeinsame Wortwurzel. Dabei sind auch in der deutschen Sprache etymologische Figuren in anderen grammatischen Formen möglich. Ein Beispiel hierfür sind reduplizierende Ablautskomposita, wie z. B. „Singsang“.<ref>Svatopluk Štech: Zur Gestalt der etymologischen Figur in verschiedenen Sprachen. 1967, S. 139.</ref>

Vorkommen in anderen Sprachen

Wortpaare aus Substantiv und Adjektiv, deren nahe Verwandtschaft auf den ersten Blick auffallen, sind sehr beliebt im Tschechischen, kommen aber auch in anderen Sprachen recht häufig vor.<ref>Svatopluk Štech: Zur Gestalt der etymologischen Figur in verschiedenen Sprachen. 1967, S. 135.</ref>

Auch in den Altsprachen sind etymologische Figuren bekannt. So lautet eine Bezeichnung für einen römischen Beamten {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); es gibt ein scortum scorteum, wörtl. ‚ledernes Fell‘ (eigentliche Übersetzung unterbleibt) oder als scherzhafte Steigerung bei Plautus: o patrue mi patruissime ,O du mein onkeligster Onkel‘.<ref>Svatopluk Štech: Zur Gestalt der etymologischen Figur in verschiedenen Sprachen. 1967, S. 137.</ref> Das biblische Buch Hoheslied trägt im Original den Titel {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), und auch der Titel ‚König der Könige‘, den Herrscher mehrerer altorientalischer Reiche führten (beispielsweise aramäisch Vorlage:Arc-Hebr (Vorlage:Bibel/Link)) ist eine etymologische Figur,<ref name="Stech140">Svatopluk Štech: Zur Gestalt der etymologischen Figur in verschiedenen Sprachen. 1967, S. 140.</ref> auch wenn einige so Titulierte über viele Stadtfürsten herrschten, die ihrerseits den Titel {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ,König‘ trugen.

Genitivus hebraicus

Für die letztgenannte Figur, in der ein Substantiv durch seinen eigenen Genitiv Plural verdoppelt wird, ist der Begriff des „Genitivus hebraicus“ geläufig. Seine Herkunft und Bedeutung ist Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen:

  • J. Gebauer bezeichnet ihn 1929 als Genitivus explicativus, eine Abart des Genitivus qualitatis und hält ihn für einen Hebraismus.
  • O. Curme bezeichnet ihn 1931 als Genitivus gradationis (abstufender Genitiv) und erklärt ihn als Übersetzung einer hebräischen Vorlage.
  • L. Kellner bezeichnet ihn 1905 als Genitivus superlativus und damit als Ausdruck der größtmöglichen Ausprägung der typischen Eigenschaften einer Sache. Seinen Ausführungen zufolge war er bereits in altgermanischen Dialekten vorhanden und habe auch durch den späteren Einfluss der Bibel seine Stellung behaupten können.
  • J. Schröder hingegen hält ihn 1937, wie auch einige andere, für einen reinen Orientalismus, der aus dem Hebräischen über das Kirchenlatein seinen Weg in alle europäischen Sprachen genommen habe.<ref name="Stech140" />
  • S. Štech, der ihn 1967 ebenfalls als Genitivus superlativus bezeichnet, argumentiert dagegen mit Sprachen, für die ein semitischer Einfluss wohl schwer nachzuweisen ist. So dürften die vorbiblisch lateinischen Redewendungen victor victorum, reliquiarum reliquias oder rex regum aus keiner anderen Quelle als der lateinischen Sprache heraus erklärt werden. Analoges gelte auch für einige altnordische Redewendungen. Dennoch bestätigt er Kellner darin, dass sich auch Beispiele biblischer Einflüsse, vor allem im Angelsächsischen, finden lassen.<ref>Svatopluk Štech: Zur Gestalt der etymologischen Figur in verschiedenen Sprachen. 1967, S. 141–142.</ref>

Beispiele

  • „Das Wasser soll wimmeln von Gewimmel ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) an lebenden Wesen, und Flugtiere sollen fliegen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) über der Erde …“ (Vorlage:Bibel/Link; Übersetzung: Jan Christian Gertz<ref>Jan Christian Gertz: Das erste Buch Mose (Genesis). Die Urgeschichte Gen 1–11 (= Das Alte Testament Deutsch. Band 1 neu). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2018, ISBN 978-3-525-57055-5, S. 29.</ref>)
  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) (Vorlage:Bibel/Link) bzw. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Vorlage:Bibel/Link)
  • „eine gute Tat tun“
  • „ein schönes Leben leben“
  • „gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir“ (Goethe, Erlkönig, Vers 10)

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

<references />