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Estragol

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Estragol ist ein Phenylpropanoid und ein Isomer von Anethol.

Vorkommen

Datei:Artemisia dracunculus (5021063648).jpg
Estragol kommt in Estragon vor
Datei:Basilikum-Blätter.jpg
Estragol kommt in Basilikum vor

Estragol ist ein aromatischer Bestandteil ätherischer Öle, die aus Estragon<ref name="Dr. Duke" /> (60–75 % Estragol), Kerbel (60 % Estragol), Basilikum<ref name="Dr. Duke" /> (23–88 % Estragol), Anis,<ref name="Dr. Duke" /> Anis-Duftnessel,<ref name="FFJ-2004-351" /><ref name="Dr. Duke" /> Koreaminze,<ref name="Dr. Duke" /> Sternanis,<ref name="PhyRes2020-1248" /> Bay,<ref name="FFJ1995" /><ref name="Dr. Duke" /> Avocado,<ref name="JSFA_1995_49" /><ref name="Dr. Duke" /> Fenchel,<ref name="Dr. Duke" /> Piment, Muskatnuss, Pinie, Waldkiefern<ref name="Dr. Duke" /> oder Terpentin gewonnen werden.

Eigenschaften

Estragol ist eine viskose, farblose Flüssigkeit von anisartigem Geruch, die unter Normaldruck bei 216 °C siedet. Die Dampfdruckfunktion ergibt sich nach Antoine entsprechend log10(P) = A−(B/(T+C)) (P in bar, T in K) mit A = 5,03793, B = 2246,739 und C = −41.799 im Temperaturbereich von 326 K bis 488 K.<ref>Stull, D.R.: Vapor Pressure of Pure Substances Organic Compounds in Ind. Eng. Chem. 39 (1947) 517-540, Vorlage:DOI.</ref> Die Verbindung löst sich nur geringfügig (0,178 g/l) in Wasser.

Verwendung

Der Stoff wird in Parfüms, Likören und Lebensmitteln als Duftstoff bzw. Aroma verwendet. Die europäische Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 (Aromenverordnung)<ref>Vorlage:EUR-Lex-Rechtsakt über Aromen und bestimmte Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften zur Verwendung in und auf Lebensmitteln sowie zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1601/91 des Rates, der Verordnungen (EG) Nr. 2232/96 und (EG) Nr. 110/2008 und der Richtlinie 2000/13/EG.</ref> (Anhang III, Teil A) regelt die Verwendung von Estragol in Aromen und Lebensmitteln. Als Reinsubstanz darf Estragol Aromen und Lebensmitteln nicht zugesetzt werden – sofern aber dieser Stoff über natürliche Quellen wie Estragonöl oder Basilikumöl Eingang in Aromen und Lebensmitteln findet, sind für die wichtigsten Lebensmittel, die häufig diese Extrakte zur Geschmacksgebung enthalten, Höchstmengen zu beachten. Diese betragen 50 mg pro kg verzehrfertiges Lebensmittel für Milcherzeugnisse, verarbeitetes Obst und Gemüse (inklusive Pilze, Wurzelgemüse, Knollen, Hülsenfrüchte, Leguminosen), verarbeitete Nüsse und Samen und für Fischerzeugnisse und 10 mg pro kg für alkoholfreie Getränke.

Gesundheitsrisiken

Da die Substanz vielfach in Teeaufgüssen festgestellt wurde und in Tierstudien krebserzeugend wirkt, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung auf die Dringlichkeit hingewiesen, dass in derartigen Teeerzeugnissen Estragol nicht nachweisbar sein darf.<ref>Gehalte an Methyleugenol und Estragol in teeähnlichen Erzeugnissen. Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung vom 12. November 2001. PDF.</ref> Vor allem weil diese Getränke häufig an Säuglinge und Kleinkinder verabreicht werden, erscheint dem Institut die Absenkung des Estragol-Gehaltes dringend erforderlich.

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="FFJ1995">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="FFJ-2004-351">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="JSFA_1995_49">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="PhyRes2020-1248">Vorlage:Literatur</ref> <ref name="Dr. Duke">Vorlage:DrDukesDB</ref> </references>