Erzfarbener Nadelholz-Prachtkäfer
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| Erzfarbener Nadelholz-Prachtkäfer | ||||||||||||
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| Datei:Buprestis haemorrhoidalis natur10.jpg
Erzfarbener Nadelholz-Prachtkäfer | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Buprestis haemorrhoidalis | ||||||||||||
| (Herbst, 1780) |
| Datei:Buprestis haemorrhoidalis up2.jpg Abb. 1: Aufsicht Datei:Buprestis haemorrhoidalis under.jpg Abb. 2: von unten |
Datei:Buprestis haemorrhoidalis side.jpg Abb. 3: Seitenansicht Datei:Buprestis haemorrhoidalis front.jpg Abb. 4: Frontalansicht |
| Datei:Buprestis haemorrhoidalis side2.JPG | Datei:Buprestis haemorrhoidalis trio.jpg |
| Abb. 5: zwei weitere Ansichten | |
Der Erzfarbene Nadelholz-Prachtkäfer<ref name="RLS" /> (Buprestis haemorrhoidalis) ist ein Käfer aus der Familie der Prachtkäfer. In Mitteleuropa ist die Art nur in der Unterart Buprestis haemorrhoidalis haemorrhoidalis vertreten.<ref name="FE haem" />
Der Gattungsname Buprestis ist aus dem Altgriechischen Βουπρέστις bōūprestis übernommen, (bei den Griechen ein Käfer, nach dessen Genuss die Rinder anschwellen und sterben; gebildet aus βοῦς bōūs „Rind“ und πρήθω prētho „ich blähe auf“). Der Artname haemorrhoidalis ist ausnahmsweise nicht aus dem Lateinischen, sondern aus dem altgr. αἷμα hāīma „Blut“ und ῥοή rhoē „Fluss“ abgeleitet und nimmt auf die Färbung des Käfers Bezug,<ref name="Name" /> die auch in "erzfarben" beschrieben wird. Der Name Nadelholz-Prachtkäfer bringt die Bindung der Art an Nadelholz zum Ausdruck.
Merkmale des Käfers
Der Körper ist dunkel kupfrig oder kupferbraun, seltener dunkelgrün oder blaugrün, sehr selten hellkupfrig. Er schillert nicht verschiedenfarbig. Die gelben Flecken an Kopf, Halsschild und Unterseite sind von oben höchstens seitlich vorn am Halsschild sichtbar, wenn sie dort genügend groß ausgebildet sind. Der Körper ist abgeflacht und erreicht eine Länge von zwölf bis einundzwanzig Millimeter.
Groß ist die Verwechslungsgefahr von Buprestis haemorrhoidalis mit Buprestis rustica. Der Erzfarbene Nadelholzkäfer ist länger, gewölbter und nach hinten mehr verengt als Buprestis rustica.
Der Kopf steht senkrecht zur Körperachse, die Mundwerkzeuge zeigen nach unten. Die Kiefertaster sind viergliedrig mit länglich eiförmigem Endglied, die Lippentaster dreigliedrig mit abgestutzt eiförmigem Endglied. Auf der Vorderseite des Kopfes befinden sich meist gelbe Flecke. Die großen und flachen Augen berühren die Basis der Oberkiefer nicht. Die elfgliedrigen Fühler sind ab dem dritten Glied dreieckig erweitert. Sie sind voneinander entfernt vor dem Vorderrand der Augen eingelenkt. Die gelbe Zeichnung des Kopfes besteht im typischen Fall aus mehreren länglichen senkrechten Makeln, die isoliert (Abb. 4) oder unten durch eine Quermakel verbunden sind, sodass eine kronenähnliche Zeichnung entsteht.<ref name="Fleisch" />
Der Halsschild ist im Unterschied zu Buprestis rustica weniger als doppelt so breit wie lang, weniger grob und nicht so dicht punktiert, am Rand ist die Punktierung zwar dichter, aber nicht gerunzelt. Außerdem ist der Halsschild nicht wie bei B. rustica vor der Basis deutlich verbreitert und sich danach nach vorn stark verjüngend, sondern von der Basis an sich nach vorn fast gleichmäßig verschmälernd. Die scharfe Seitenrandkante senkt sich geradlinig nach vorn und erlischt im vorderen Drittel (Abb. 3). Die seitlich gelegenen Halsschildvorderecken sind meist gelb, die Größe des gelben Bereichs schwankt beträchtlich. Der Halsschild kann gelegentlich zwei oder vier Grübchen aufweisen, häufiger zwei vorn nahe der Mittellinie, seltener zwei weitere nahe der Basis.<ref name="Fleisch" />
Die Flügeldecken sind uneben. Sie sind punktiert gestreift. Die Zwischenräume sind wenig erhaben und tragen unregelmäßige Reihen aus Punkten. Die Spitze der Flügeldecken ist meist gerade abgestutzt, Außenwinkel und Nahtwinkel sind zu einem Zähnchen ausgezogen. Das Schildchen ist sehr klein und rundlich.
Auf der Körperunterseite ist das letzte Segment (Analsternit) seitlich gelb gefärbt. Die Vorderbrust ist wie bei allen Prachtkäfern nach hinten verlängert, wobei die Verlängerung in eine Aussparung der Mittelbrust greift. Eine Erweiterung der Vorderbrust nach vorn (Kinnbinde) fehlt (Abb. 2). Die Beine haben fünfgliedrige Tarsen.
Biologie
Die Entwicklung ist zweijährig. Sie erfolgt in Tanne, Fichte oder Kiefer. Die Larven finden sich in dünnen toten Ästen,<ref name="Mol" /> in austrocknendem, zum Teil schon seit Jahren abgestorbenem Stammholz von Kiefern (Pinus) und auch in brandgeschädigter Bäume.<ref name="Möller" /> In Finnland kann die Art in Holzhäusern durch Larvenfraß schädlich werden.<ref name="Pol" /> In Griechenland findet man den Käfer im Tannen- und Kiefernwald der Bergregionen, die sich klimatisch deutlich unterscheiden.<ref name="Mühle" /> Die Larve wurde 1998 beschrieben.<ref name="Larv" />
Die adulten Tiere sind in Mitteleuropa von Juni bis August an den Bruthölzern zu finden, in Griechenland von Mai bis August.<ref name="Mühle" />
Verbreitung
Die Art ist in fast ganz Europa außer in extrem nördlichen Gebiet verbreitet. Sie fehlt in Großbritannien. In verschiedenen Unterarten (arakii, araratica, coreana, japanensis, sibirica<ref name="UniUlm" />) reicht das Verbreitungsgebiet bis nach Japan. Außerdem ist die Art aus Nordafrika gemeldet.<ref name="FE haem" />
Literatur
Einzelnachweise
<references> <ref name="FE haem"> Buprestis haemorrhoidalis bei Fauna Europaea. Archiviert vom Original im Internet Archive. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple </ref> <ref name="Fleisch"> Anton Fleischer: Ueber Buprestis rustica L und haemorrhoidalis Hbst. In: Wiener Entomologische Zeitung. VI. Heft 8, 30. Oktober 1887 (Vorlage:ZOBODAT). </ref> <ref name="RLS"> Deutscher Name laut Roter Liste des Landes Sachsen-Anhalt. (PDF; 90 kB) </ref> <ref name="Pol"> polnische koleopterologische Website </ref> <ref name="Name"> Sigmund Schenkling: Erklärung der wissenschaftlichen Käfernamen. </ref> <ref name="Larv"> Francisco Molino-Olmedo: Descriptiòn de las larvas de Buprestis haemorrhoidales y Buprestis flavoangulata. Boln. Asoc. esp. Ent., 23 (1–2) 1999, S. 59–64 ISSN 0210-8984 entomologica.es (PDF). </ref> <ref name="Mol"> F. Molino: Los coleópteros saproxílicos de Andalucía. Tesis Doctoral. Univ. de Granada 1996. </ref> <ref name="Möller"> Georg Möller: Struktur- und Substratbindung holzbewohnender Insekten, Schwerpunkt Coleoptera – Käfer Dissertation Freie Universität Berlin, Fachbereich Biologie, Chemie, Pharmazie, März 2009 diss.fu-berlin.de (PDF). </ref> <ref name="Mühle"> Hans Mühle, Peter Brandl, Manfred Niehhuis: Catalogus Faunae Graeciae Coleoptera:Buprestidae. Augsburg, Selbstverlag 2000. </ref> <ref name="UniUlm"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />SysTax Uni Ulm ( des Vorlage:IconExternal vom 20. Juni 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> </references>