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Ernst Hermann Grämer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ernst Hermann Grämer (* 6. August 1899 in Heidenau bei Dresden; † 4. Dezember 1966 in Dresden) war ein deutscher Bildhauer.

Leben

Nach einer Lehre als Modelleur von 1914 bis 1915 studierte Grämer an der Königlichen Kunstgewerbeschule bei Adolf Sonnenschein und von 1919 bis 1922 an der Kunstakademie bei Selmar Werner in Dresden. 1923 erhielt er den Sächsischen Staatspreis und war anschließend freiberuflich tätig.

Grämer war Mitglied im Reichsverband bildender Künstler Deutschlands. 1929 wurde er Mitglied der Dresdner Künstlergruppe ASSO. In den 1920er Jahren unternahm er gemeinsam mit dem Maler Hanns Oehme eine Studienreise nach Paris.<ref>Biografisches zu Hanns Oehme mit dem Hinweis auf die gemeinsame Studienreise. kettererkunst.de; abgerufen am 14. Mai 2012</ref> Er arbeitete vor 1933 auch für die Internationale Arbeiterhilfe (AHI) und stellte Auftragswerke her.

In der Zeit des Nationalsozialismus war Grämer Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Seine Teilnahme an 18 Ausstellungen ist sicher nachgewiesen.<ref>Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000</ref> 1944 schuf er mehrere lebensgroße Figuren für das Indianermuseum in Radebeul.<ref>Wolfgang Seifert: Patty Frank. Der Zirkus, die Indianer, das Karl-May-Museum, Karl-May-Verlag, 1998. S. 151</ref>

Im Februar 1945 gingen bei den Luftangriffen auf Dresden sein Atelier und seine gesamten darin vorhandenen Werke verloren.

Nach 1945 arbeitete Grämer im neu gegründeten Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands und als Dresdner Stadtverordneter. 1947 trat er der Dresdner Künstlergruppe „Das Ufer“ bei, die sich 1952 – im Rahmen des Formalismusstreits – selbst auflöste. Den Mitgliedern wurde empfohlen, dem von der SED gesteuerten Verband Bildender Künstler der DDR (VBKD) beizutreten. Grämer engagierte sich auch in der 1953 gebildeten Kunst-Verkaufsgenossenschaft „Kunst der Zeit“.<ref name="Bonnke">Manuela Bonnke: Kunst in Produktion: Bildende Kunst und volkseigene Wirtschaft in der SBZ/DDR. Böhlau Verlag, Köln / Weimar 2007, ISBN 978-3-412-35805-1, S. 129 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>

Von 1954 bis 1966 war er als Restaurator beim Institut und Museum für Geschichte der Stadt Dresden angestellt, schuf aber auch eigene Arbeiten.<ref>Medaille Das Glück und einigen biografischen Details von E. H. Grämer. Geschichtsmedaillen und Plaketten aus der Sammlung des Deutschen Historischen Museums; abgerufen am 14. Mai 2012.</ref><ref name="Bonnke"/>

Werke Grämers befinden sich u. a. in der Nationalgalerie Berlin.<ref>Recherche. Staatliche Museen zu Berlin, abgerufen am 7. August 2023.</ref>

Ausstellungen

Weitere Werke (Auswahl)

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Mutter mit Kindern, Dresden

Literatur

  • Günter Meissner: Allgemeines Künstlerlexikon: Die bildenden Künstler aller Zeiten und Völker. Band 60. K. G. Saur, München, ISBN 978-3-598-22800-1, S. 47.
  • Grämer, Ernst-Hermann. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 272/273
  • Robert Thoms: Große Deutsche Kunstausstellung München 1937–1944. Verzeichnis der Künstler in zwei Bänden, Band II: Bildhauer. Berlin 2011, ISBN 978-3-937294-02-5.
  • Peter Chmarowski: Die Kleinplastik im Werk Ernst Grämers. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, 1970, Jg. 19, Gesellschafts- und Sprachwissenschaftliche Reihe, Nr. 1/2, S. 29 f.
  • Peter Chmarowski: Frühe Kleinplastiken von Ernst Grämer. In: Bildende Kunst, 1970, Jg. 18, Heft 5, S. 254 f.
  • Ausstellungskatalog Revolution und Realismus. Berlin 1978, S. 234; m. Abb.; Katalognummer 267
  • Ausstellungskatalog Kunst im Aufbruch. Dresden 1980, S. 253; m. Abb.;
  • Ausstellungskatalog NG (Nagel-Haus), 1985, Katalognummer 142

Weblinks

Einzelnachweise

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