Ernst Buresch
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Ernst Friedrich Buresch (* 29. August 1817 in Holle bei Derneburg; † 6. April 1892 in Hannover) war ein deutscher Eisenbahn-Bauingenieur sowie hannoverscher, preußischer und oldenburgischer Baubeamter.<ref>Buresch, Ernst Friedrich in der Datenbank Niedersächsische Personen (Neueingabe erforderlich) der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek, zuletzt abgerufen am 30. August 2016</ref><ref name="HBL">Waldemar R. Röhrbein: Buresch, (1) Ernst. In: Dirk Böttcher, Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein, Hugo Thielen (Hrsg.): Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 79. (eingeschränkte Vorschau über Google Bücher)</ref>
Leben
Der Sohn des Reitenden Försters Johann Friedrich August Buresch besuchte die Oberschule und studierte, ebenso wie sein jüngerer Bruder Friedrich, an der Polytechnischen Schule Hanover. Anfang 1842 trat er in die Dienste der Eisenbahn-Commission, der Vorgängerorganisation der im Aufbau befindlichen Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen, und hatte in den folgenden Jahren wesentlichen Anteil am Bau der Bahnstrecke Hannover–Braunschweig, der Bahnstrecke Hannover–Minden und der Bahnstrecke Wunstorf–Bremen. 1856 wurde er Betriebsdirektor. 1864 ließ er sich zunächst auf drei Jahre aus dem hannoverschen Staatsdienst beurlauben und trat durch Vermittlung des oldenburgischen Baudirektors Otto Lasius am 1. Oktober als leitender Bautechniker in den oldenburgischen Bahnbau ein. Nach Eröffnung der Bahnstrecke Bremen–Oldenburg wurde der bereits am 1. Oktober 1867 abgelaufene Urlaub von Buresch (der 1866 als beurlaubt in den preußischen Staatsdienst übernommen worden war) auf weitere zwei Jahre und nach deren Ablauf nochmals auf unbestimmte Zeit verlängert. Am 3. Februar 1870 erhielt er dann die erbetene Entlassung aus dem preußischen Staatsdienst und trat definitiv in die Großherzoglich Oldenburgischen Staatseisenbahnen und damit zugleich in den oldenburgischen Staatsdienst ein. Buresch galt als der Schöpfer des oldenburgischen Hauptbahnnetzes, da Linienführung der Bahnen und Architektur der Bauten wesentlich durch ihn geprägt wurden. Unter seiner Leitung entstanden außer der Bahnstrecke Oldenburg–Bremen auch noch die Bahnstrecke Oldenburg–Wilhelmshaven (1867), die Bahnstrecke Oldenburg–Leer (1869), die Ostfriesische Küstenbahn (Sande-Jever, 1871), die Bahnstrecke Hude-Brake-Nordenham (1873–1875), die Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück (1875–1876) und die Bahnstrecke Ihrhove–(Bad) Nieuweschans (1876). In Zusammenarbeit mit den Architekten Conrad Wilhelm Hase in Hannover und Jansen in Oldenburg wurde 1877–1878 das erste Empfangsgebäude des Oldenburger Zentralbahnhofs gebaut.
Am 13. Oktober 1882 schied Buresch als Geheimer Oberbaurat aus dem oldenburgischen Staatsdienst aus und wurde Direktor der Eckernförde-Flensburger-Eisenbahngesellschaft in Kiel. Wenige Jahre vor seinem Tod nahm er seinen Altersruhesitz in Hannover.
Familie
Buresch heiratete Sophie Therese Egestorff (* 6. August 1830 in Linden; † 4. März 1855 ebenda), eine Tochter von Georg Egestorff. Ihr Sohn Karl (* 28. August 1862) erkrankte im fünften Lebensjahr an Typhus. Durch seine Ehefrau und deren Schwester Luise wurde Buresch zudem verwandt mit deren Ehemann, dem Lindener Juristen, Reichstags-Abgeordneten und Senator Wilhelm Laporte.<ref>Sabine Meschkat-Peters: Eisenbahnen und Eisenbahnindustrie in Hannover 1835–1914. (= Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens, Band 119.) Hahnsche Buchhandlung, Hannover 2001, ISBN 3-7752-5818-3, S. 457 u. ö. (eingeschränkte Vorschau über Google Bücher)</ref> Nach dem Tod seiner Frau heiratete er Anna Maria Kei. Aus seinen beiden Ehen gingen insgesamt sieben Kinder hervor.
Von 1859 bis 1860 ließ sich Bureschs Bruder Friedrich die nach ihm benannte Villa Buresch im heutigen hannoverschen Stadtteil Linden-Mitte errichten<ref>Ilse Rüttgerodt-Riechmann: Von-Alten-Allee. In: Stadt Hannover, Teil 2. (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Band 10.2.) Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig / Wiesbaden 1985, ISBN 3-528-06208-8, S. 118–121, hier S. 119, sowie Ortskarte 8 Linden, S. 50 f., sowie Linden-Mitte im Addendum Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG) (ausgenommen Baudenkmale der archäologischen Denkmalpflege) / Stand: 1. Juli 1985 / Stadt Hannover, S. 22 ff.</ref>, in der er gemeinsam mit seiner Familie und der seines Bruders wohnte.<ref>Tobias Kleinschmidt: Linden-Mitte / Der Tanzsaal wird zum Wohnzimmer / In der Villa Buresch wohnen inzwischen drei miteinander befreundete Familien. Einer der neuen Hausherren ist der Musiker Jens Nickel. Für seine besondere Mühe um den Erhalt eines Stückes Lindener Geschichte wurde er mit dem Preis für Denkmalpflege der Niedersächsischen Sparkassenstiftung ausgezeichnet. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 22. März 2015, aktualisiert am 24. März 2015, zuletzt abgerufen am 30. August 2016</ref>
Schriften
- Die schmalspurige Eisenbahn von Ocholt nach Westerstede. Hannover 1877.
- Die Entstehung und Entwicklung der Eisenbahnen im Herzogtum Oldenburg bis zum Jahre 1878. Oldenburg 1878.
- Der Central-Bahnhof der Oldenburgschen Staatsbahnen zu Oldenburg. In: Zeitschrift des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Hannover, 19. Jahrgang 1883, Heft 6.
Literatur
- Wilhelm Rothert: Allgemeine Hannoversche Biografie. Band 1, Hannoversche Männer und Frauen seit 1866. Sponholtz, Hannover 1912, S. 334.
- Hans Friedl u. a. (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg. (hrsg. im Auftrag der Oldenburgischen Landschaft) Isensee, Oldenburg 1992, ISBN 3-89442-135-5, S. 109 f.
Weblinks
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Einzelnachweise
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