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Ernährungspyramide

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Datei:The New Food Pyramid.png
Ernährungspyramide des United States Department of Agriculture (2026)

Eine Ernährungspyramide (teilweise auch Lebensmittelpyramide genannt) ist eine pyramidenförmige Ernährungsempfehlung, in der jene Mengenverhältnisse von Lebensmittel­gruppen repräsentiert sind, die für eine gesunde Ernährung des Menschen empfohlen werden. Im breitesten Teil der Pyramide sind die mengenmäßig zu bevorzugenden, an der Spitze die in geringerer Menge zu verzehrenden Nahrungsmittel eingetragen, so dass das ungefähre Verhältnis augenfällig dargestellt wird.

Die erste bekanntere Ernährungspyramide war die des United States Department of Agriculture (USDA), welche inzwischen mehrfach angepasst wurde. Ihr Aufbau ist umstritten und auch andere staatliche und nichtstaatliche Organisationen vieler Länder gaben und geben Empfehlungen in Form von Ernährungspyramiden heraus. Neben den USA und der WHO sind dies alleine in Europa mehr als ein dutzend Länder bzw. Organisationen.<ref name="EUreviewpyramids">Lebensmittelorientierte Ernährungsleitlinien in Europa. In: eufic.org. 1. Oktober 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. November 2010; abgerufen am 9. Juli 2023.</ref>

Ziele der Empfehlung

Ursprünglich war das Ziel der pyramidenförmigen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung nur eine quantitativ ausreichende Versorgung mit Lebensmittelbestandteilen, typischerweise Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralstoffe.<ref name="DGEcritic" /> Später wurden Pyramiden veröffentlicht, deren Gesundheitsziele darüber hinausgingen und qualitative Wertungen von Lebensmitteln beinhalteten (über die hierarchische Stufe der Platzierung), motiviert z. B. über den Zusammenhang von Ernährungsweisen und Krankheitshäufigkeiten.<ref name="EUreviewpyramids" />

Ernährungspyramiden

Erste Ernährungspyramiden

Möglicherweise ist die Idee, in Form einer Ernährungspyramide quantitativ eine Ernährungsempfehlung abzugeben, eine schwedische Erfindung der Kochbuch­autorin Anna Britt Agnsäter, welche 1974 staatlich verbreitet wurde.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. 10. März 2008.</ref><ref>KF Provkök lanserar idén om basmat. coop.se, 1973, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. September 2011; abgerufen am 2. März 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Ernährungspyramide des United States Department of Agriculture

Datei:USDA Food Pyramid.gif
Ernährungspyramide des United States Department of Agriculture (1992)
Datei:MyPyramidFood.svg
Ernährungspyramide des United States Department of Agriculture (2004); das sechste schmale gelbe Segment steht für Öle und Fette
Datei:USDA MyPlate green.svg
MyPlate des United States Department of Agriculture

Die erste Ernährungspyramide des USDA, herausgegeben 1992, basierte selbst auf einer Veröffentlichung des FDB in Dänemark 1978 und wurde eingeführt, um das ältere nahrungsmittelgruppenbasierte Empfehlungssystem zu ersetzen.<ref>Advisory Committee on the Dietary Guidelines for Americans. 1995. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dietary guidelines for Americans. Report of the Dietary Guidelines. Secretary of Agriculture, U.S. Department of Agriculture, Washington, DC. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 6. März 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.health.gov</ref> Sie erreichte eine weite Verbreitung und Bekanntheit bei den Verbrauchern und war der Prototyp vieler anderer pyramidenförmiger Veröffentlichungen in anderen Ländern.

Die Ernährungspyramide des USDA 2004, genannt MyPyramid, besteht aus sechs Lebensmittelgruppen und gab die hierarchische Präsentation dieser auf. Sie werden nun fächerförmig, flächenproportional zu den empfohlenen Mengen nebeneinander präsentiert.<ref>Department of Health and Human Services und Department of Agriculture. 2005. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dietary Guidelines for Americans. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 29. November 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.health.gov</ref><ref>MyPyramid: Inside the Pyramide. USDA.gov, 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. Januar 2011; abgerufen am 6. Oktober 2015.</ref><ref>P. Britten, J. Haven, C. Davis: Consumer research for development of educational messages for the MyPyramid Food Guidance System. In: Journal of Nutrition Education and Behavior. 38, (6) Sup. 1, 2006, S. S108–S123, doi:10.1016/j.jneb.2006.08.006.</ref> Außerdem werden keine allgemeinen absoluten Portionsangaben mehr genannt (Portions/Servings), sondern nur relative Mengen gezeigt. Ergänzend wird eine individualisierte Variante mit absoluten Portionsangaben angeboten, die auf Basis von Geschlecht, Alter, Gewicht und körperlicher Fitness generiert wird.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />MyPyramid Plan (Memento vom 1. Februar 2011 im Internet Archive) – individualisierte Pyramide, USDA.gov (englisch, 2011)</ref>

Am 4. Juni 2011 veröffentlichte die USDA die MyPlate als Ablöse für die Ernährungspyramide.<ref name="MyPlate">USDA's MyPlate. United States Department of Agriculture, abgerufen am 2. Juni 2011.</ref> Kritiker werfen der MyPlate vor, dass sie ebenso wie die MyPyramid von der Lebensmittelindustrie beeinflusst wurde<ref>Healthy Eating Plate shows shortcomings in government's MyPlate. Abgerufen am 2. Mai 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und nicht den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen gerecht wird.<ref>Comparison of the Healthy Eating Plate and the USDA’s MyPlate. 14. September 2011, abgerufen am 2. Mai 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Folge wurde von der Universität Harvard die {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) entwickelt.<ref>Harvard to USDA: Check out the Healthy Eating Plate. 14. September 2011, abgerufen am 2. Mai 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 7. Januar 2026<ref name="pyramid-hhs-2026-01-07">Kennedy, Rollins Unveil Historic Reset of U.S. Nutrition Policy, Put Real Food Back at Center of Health. In: hhs.gov. U.S. Department of Health and Human Services, 7. Januar 2026, abgerufen am 10. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> veröffentlichte die US-Regierung ihre New Food Pyramid als neue Fassung der Ernährungspyramide. Die Pyramide stellt Proteine – darunter auch Fleisch und Milchprodukte – ebenso wie Gemüse und Obst in den Vordergrund und betont die Empfehlung, Zucker und hochverarbeitete Lebensmittel zu meiden.<ref>Kennedy Flips Food Pyramid to Emphasize Red Meat and Whole Milk. In: derstandard.de. 7. Januar 2026, abgerufen am 10. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Grafisch ist die Pyramide im Vergleich zu verangehenden Fassungen auf dem Kopf dargestellt: Der breiteste Teil der Pyramide ist oben platziert, die Spitze unten.<ref>Dietary Guidelines For Americans (2025–2030). In: realfood.gov. U.S. Department of Agriculture, 7. Januar 2026, abgerufen am 10. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Ernährungspyramide der WHO Europa CINDI dietary guide

Im Jahr 2000 gab das WHO Regionalbüro für Europa die CINDI dietary guide im Rahmen des CINDI (Countrywide integrated noncommunicable disease intervention) Programms heraus, die eine Lebensmittelpyramide beinhaltete.<ref></ref> Sie ist aus drei hierarchischen Ebenen mit vier Lebensmittelgruppen aufgebaut, zusätzlich wird eine Ampel-Farbcodierung von grün (unten) zu rot verwendet. Basis bildet eine Kohlenhydratträger/Gemüse/Obst Gruppe, in der zweiten Ebene befinden sich die beiden Gruppen Milchprodukte und Proteine (tierische und pflanzliche) und die Spitze bilden stark zucker- und fetthaltige Lebensmittel.

Ernährungspyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung

Dem Vorbild der USA folgend veröffentlichten andere Länder in den folgenden Jahren teilweise angepasste Versionen der Ernährungspyramide des USDA. Für Deutschland tat das die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) auf Basis ihres seit den 1950ern existierenden und Vollwertkost propagierenden Ernährungskreises.

Datei:Ernährungs Pyramide.jpg
Ernährungspyramide nach den Empfehlungen der DGE (nach 1992, aktuell bis 2005)

In der Ernährungsempfehlung der DGE (nach 1992)<ref>Vollwertig Essen und Trinken nach den 10 Regeln der DGE. DGE, 2. Juni 2002, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Juni 2002; abgerufen am 2. März 2011.</ref> stehen an erster Stelle die Getränke, vor allem Wasser. Man sollte täglich mindestens 1,5 Liter trinken. An der Basis stehen die Grundnahrungsmittel, die langkettige Kohlenhydrate (Stärken) enthalten, wie Brot, Reis und Nudeln. Auf der nächsthöheren Ebene befinden sich Gemüse, worunter auch Hülsenfrüchte fallen und Obst, wobei Obst teilweise durch Nüsse ersetzt werden kann. Die dritte Stufe beinhaltet Proteine und eiweißhaltige Nahrungsmittel wie Milch und Milchprodukte einerseits sowie Fleisch, Fisch, Geflügel, und Eier andererseits. An der Spitze der Pyramide sind Zucker und Fette wie Pflanzenöle zu finden, von denen nur wenig konsumiert werden sollten.

2005 veröffentlichte die DGE eine Pyramide, in der Gemüse und Obst zusammen die kohlenhydrathaltigen Lebensmittel als größte Lebensmittelgruppe verdrängt hatten: 30 % Kohlenhydrat-Gruppe, 26 % Gemüse, 17 % Obst, 18 % Milchprodukte, 7 % Tierische Proteine (Fleisch, Fisch, Ei etc.), 2 % Öle und Fette.<ref name="DGEcritic" /> Durch eine komplexere drei-dimensionale Pyramidenrepräsentation wird nun außerdem eine in Quantität und Qualität differenzierte Ernährungsempfehlung vorgenommen.<ref>Die Dreidimensionale Lebensmittelpyramide. DGE, 2005, abgerufen am 2. März 2011.</ref><ref name="DGEcritic">Peter Stehle u. a.: Grafische Umsetzung von Ernährungsrichtlinien – traditionelle und neue Ansätze. In: Ernährungs-Umschau. Band 52, Nr. 4, 2005, S. 128–135 (Online [PDF; abgerufen am 2. März 2011]).</ref> Eine Studie über die Effektivität dieser komplexen 3D-Präsentation bei der Vermittlung von Empfehlungen wurde durchgeführt und ergab im Mittel aus 42 Probanden 80 % korrekte Antworten zu der Pyramide.<ref>Evaluationsstudie zum Einsatz und Nutzen der Dreidimensionalen Lebensmittelpyramide in der Ernährungsbildung und -beratung (Peer-Review-Verfahren) – Universität Flensburg, Ulrike Johannsen u. a. (12. August 2009)</ref> Laut DGE entspricht eine flexitarische Ernährung den Empfehlungen der Fachgesellschaft.<ref>Deutschland nimmt Abschied vom Fleisch. In: Die Welt. 12. Mai 2015.</ref>

Ernährungspyramide des Österreichischen Bundesministeriums für Gesundheit

Datei:Plakat Ernährungspyramide 7Stufen ohne Rand cutted.png
7-stufige Ernährungspyramide des Österreichischen Bundesministeriums für Gesundheit (2010)

Das österreichische Bundesministerium für Gesundheit veröffentlichte im März 2010 eine Ernährungspyramide mit folgenden Empfehlungen:<ref>BM: Ernährungspyramide, Infografiken: Ernährungspyramide Neu – März 2010. Fonds Gesundes Österreich, März 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Oktober 2014; abgerufen am 24. Dezember 2020.</ref>

  • Täglich min. 1,5 Liter Wasser und alkoholfreie bzw. energiearme Getränke.
  • Täglich 3 Portionen Gemüse oder Hülsenfrüchte und 2 Portionen Obst.
  • Täglich 4 Portionen Getreide, Brot, Nudeln, Reis oder Erdäpfel (5 Portionen für sportlich Aktive und Kinder) – vorzugsweise Vollkorn.
  • Täglich 3 Portionen fettarme Milch und Milchprodukte.
  • Pro Woche 1–2 Portionen Fisch. Pro Woche maximal 3 Portionen fettarmes Fleisch oder fettarme Wurstware. Pro Woche maximal 3 Eier.
  • Täglich 1–2 Esslöffel pflanzliche Öle, Nüsse oder Samen. Streich-, Back- und Bratfette und fettreiche Milchprodukte sparsam.
  • Fett-, zucker- und salzreiche Lebensmittel und energiereiche Getränke selten.

In der 7-lagigen Pyramide wird feiner zwischen tierischen und pflanzlichen Fettquellen differenziert, außerdem bildet die Basis hier Obst und Gemüse, kohlenhydrathaltige Lebensmittel sind eine Stufe höher angesiedelt. Eine wissenschaftliche Quelle für diese Pyramide wurde vom BfG nicht angegeben.

Schweizer Lebensmittelpyramide

Die Schweizer Lebensmittelpyramide wurde 2024 veröffentlicht und basiert auf älteren Versionen von 2011, 2005 und 1998.<ref>Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE: Schweizer Lebensmittelpyramide. 2024. (abgerufen am 12. September 2024)</ref> Herausgeber sind die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV.

Die Basis der Pyramide bilden ungesüsste Getränke (z. B. Wasser, Tee). Auf der zweiten Stufe stehen Gemüse und Früchte, dann folgen auf der dritten Stufe stärkereiche Lebensmittel wie z. B. (Vollkorn-)Brot, Teigwaren, Reis, Kartoffeln, Knäckebrot und Buchweizen. In der vierten Stufe sind proteinreiche Lebensmittel zusammengefasst, einerseits Milchprodukte, anderseits z. B. Hülsenfrüchte, Tofu, Eier, Fleisch und Fisch. In der 5. Stufe stehen Nüsse und Samen sowie Öle und Fette. Zuoberst sind Lebensmittel aufgeführt, die optional und in kleinen Mengen zu geniessen sind wie Süssigkeiten, Süssgetränke, salzige Knabbereien und (nicht täglich) alkoholische Getränke.

Bei der aktuellen Version der Lebensmittelpyramide von 2024 wird Fleisch, zu Gunsten von Hülsenfrüchten, mehr in den Hintergrund gestellt. Grundsätzlich wird vom Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel abgeraten.<ref>Ernährungsempfehlungen - Facelifting der Lebensmittelpyramide: fünf wichtige Neuerungen. In: srf.ch. 12. September 2024, abgerufen am 6. Oktober 2024.</ref><ref>Frederik Jötten: Bohnen und Linsen statt saftige Steaks. In: beobachter.ch. 18. September 2024, abgerufen am 6. Oktober 2024.</ref>

Detaillierte Empfehlungen sind auf der Internetseite der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE zu finden.

Die Empfehlungen der Schweizer Lebensmittelpyramide richten sich an gesunde Erwachsene im Alter von 18–65 Jahren. Für spezifische Alters- und Bevölkerungsgruppen (z. B. Kinder, Schwangere, Leistungssportler) sowie bei Krankheit oder einer gewünschten Gewichtsabnahme gelten teilweise andere Empfehlungen.

Die Lebensmittelpyramide ist kein starrer Ernährungsplan, sondern erlaubt ein individuelles Zusammenstellen von Lebensmitteln, Getränken und Speisen nach persönlichen Vorlieben, Abneigungen und Gewohnheiten. Die im ergänzenden Merkblatt aufgeführten Lebensmittelmengen dienen als Orientierung.

Healthy Eating Pyramid der Harvard School of Public Health

Auf Grund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse bezüglich der einzelnen Nahrungsmittelklassen durch neue Studien und Metastudien schlugen Walter C. Willett und Meir J. Stampfer von der Harvard School of Public Health 2003 eine neue Ernährungspyramide vor:<ref>Walter C. Willett u. a.: Food Pyramids: What Should You Really Eat? Harvard School of Public Health, 2001, abgerufen am 2. März 2011.</ref> Pflanzenöle (aus Oliven, Raps, Sojabohnen, Mais­keimen, Sonnenblumenkernen oder Erdnüssen) sind jetzt an der Basis bei den ballaststoffreichen Getreideprodukten zu finden, während geschälter Reis, Weißbrot, Kartoffeln und Nudeln sowie Butter und rotes Fleisch an der Spitze, also bei den nur in geringen Mengen zu verzehrenden Nahrungsmitteln, stehen.

Beim Fleisch wird zwischen Geflügel und rotem Fleisch differenziert, wobei Geflügel als gesünder gilt und dementsprechend häufiger gegessen werden soll. Geflügel, Fisch und Nüsse sollen die Hauptquellen von Eiweiß sein, während rotes Fleisch und Käse möglichst selten gegessen werden sollen. Die Autoren räumen aber auch hier gewisse Unsicherheiten über den Zusammenhang von Essgewohnheiten und Gesundheit ein.<ref>Walter C. Willett u. a.: Eat, Drink, and Be Healthy: The Harvard Medical School Guide to Healthy Eating. Simon & Schuster, New York 2001, ISBN 0-684-86337-5.</ref><ref name="MGEK">Walter C. Willett, Meir J. Stampfer: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. In: Spektrum der Wissenschaft. Nr. 3, 2003, S. 58–63.</ref><ref>Walter C. Willett: Overview and perspective in human nutrition. In: Asia Pac J Clin Nutr. Band 17, 2008, S. 1–4, PMID 18296289</ref>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.Ergänzend zur {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) entwickelten Wissenschaftlern der Harvard T.H. Chan School of Public Health und Editoren der Harvard Health Publications den „Gesunden Teller“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Der Gesunde Teller empfiehlt die Verwendung von gesunden Ölen, und er setzt keinen Grenzwert für den Kalorienanteil von gesunden Fettquellen. Gesunde Öle und Wasser nicht mitgerechnet enthält er:<ref>Der Gesunde Teller (German). In: harvard.edu. Harvard University, 2011, abgerufen am 14. Dezember 2025.</ref>

  • mindestens zur Hälfte: Gemüse und Obst – Kartoffeln nicht zum Gemüse gezählt, und insgesamt mehr Gemüse als Obst
  • etwa zu einem Viertel: Vollkornprodukte
  • etwa zu einem Viertel: Proteine – vor allem aus Fisch, Geflügelfleisch, Hülsenfrüchten und Nüssen

Willetts und Stampfers Vorschlag, die Epidemiologie ernährungsabhängiger Krankheiten in eine überarbeitete Ernährungspyramide einfließen zu lassen, findet breites Interesse, aber auch Kritik<ref name="DGEcritic" /> in der Wissenschaftsgemeinde auch in Deutschland.

Ernährungspagode

Die chinesische Gesellschaft für Ernährung (Chinese Nutrition Society) publiziert für China eine Ernährungspagode.<ref>FAO: Food-based dietary guidelines – China</ref>

Weitere Ansätze

Es gibt weitere Modelle, zum Beispiel auch eines nach der Logi-Methode, das die glykämische Last zugrunde legt. Beispielsweise wurden auch für vegetarische Ernährung<ref>Vegetarierbund Deutschland. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vegetarische Ernährungspyramide (Memento des Vorlage:IconExternal vom 30. November 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vebu.de. Abgerufen am 15. Dezember 2010.</ref> und für die asiatischen Küchen<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die asiatische Ernährungspyramide. (Memento vom 29. Januar 2012 im Internet Archive) erdnuss-info.de. Abgerufen am 15. Dezember 2010.</ref> entsprechende Modelle entwickelt. Auch die Atkins-Ernährungstheorie hat eine Ernährungspyramide veröffentlicht. Basis dieser Pyramide sind Fleisch sowie Speisefette und Speiseöle; an der Spitze stehen die Kohlenhydrate.

Vegetarische und Vegane Ernährung

Bei der veganen Ernährung und teilweise auch bei der vegetarischen Ernährung ist darauf zu achten, dass ein großer Teil der Nahrungsmittel, welche in Ernährungspyramiden empfohlen werden, nicht zur Verfügung stehen. Dies betrifft vor allem Fleisch (Huhn, Rind, Fisch etc.), Eier, Milch-, Molke- und Käseprodukte, sowie andere tierische Fette und Inhaltsstoffe. Vegane Produkte, welche Fleisch und Käse nachbilden, bieten nicht immer die genau selben Inhaltsstoffe, wodurch eine etwas geringere biologische Wertigkeit entsteht. Diese Nährstoffe können jedoch durch den Verzehr von fett- und proteinreichen Pflanzen zugeführt werden.

Inzwischen sind im Internet auch vegetarische und vegane Ernährungspyramiden zu finden,<ref>Veganfoodpyramid.com: Vegane Ernährungspyramide (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />deutsch (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive))</ref> die beispielsweise von der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt<ref>Die aktuelle vegane Lebensmittelpyramide. In: albert-schweitzer-stiftung.de, abgerufen am 15. März 2021</ref>, ProVeg Deutschland (ehemals: VEBU)<ref>Vegetarische und vegane Ernährungspyramide des VEBU <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 31. Mai 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/vebu.de</ref> oder von der Tierschutzorganisation PETA<ref>Vegane Ernährungspyramide von PETA https://www.peta.de/ernaehrungspyramide</ref> veröffentlicht wurden. ProVeg Deutschland publizierte auch einen „veganen Ernährungsteller“, der die Zusammensetzung einer einzelnen Mahlzeit veranschaulichen soll.<ref>So einfach geht gesunde pflanzliche Ernährung: der vegane Ernährungsteller. In: ProVeg Deutschland: Pflanzliche Ernährung. ProVeg Deutschland, 5. Juli 2018, abgerufen am 17. Dezember 2018.</ref>

Bisher wurde in Deutschland keine offizielle Ernährungspyramide veröffentlicht, welche den Ernährungsbedarf von Veganern widerspiegelt. In den USA veröffentlichte das Department of Nutrition der Arizona State University bereits 2002 eine Ernährungspyramide für Lactovegetarier und Veganer.<ref>Colleen A. Venti, Carol S. Johnston: Modified Food Guide Pyramid for Lactovegetarians and Vegans. Department of Nutrition, Arizona State University East, Mesa, AZ 85212 jn.nutrition.org (abgerufen am 31. Mai 2016)</ref>

Spezielle Anforderungen bestimmter Personengruppen

Ein Problem der Ernährungspyramide ist, dass sie spezielle Anforderungen bestimmter Personengruppen nicht berücksichtigt und daher nur für einen vergleichsweise kleinen Teil der Bevölkerung korrekte Anhaltspunkte für die Ernährung liefert. Insbesondere wird die mit dem Alter zunehmende Bedeutung der Proteinversorgung nicht berücksichtigt. Eine Zufuhr von bis zu 2 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht, wie sie neueren Erkenntnissen zufolge notwendig ist, um im Alter dem Abbau von Muskel- und Gehirnmasse vorzubeugen,<ref name="Schauder">Peter Schauder: Ernährungsmedizin. 3. Auflage. Elsevier, 2006, ISBN 3-437-22921-4.</ref> ist mit einer Ernährung nach den Vorgaben der Ernährungspyramide kaum möglich. Der Proteingehalt, wie auch die biologische Wertigkeit des enthaltenen Proteins ist insbesondere bei Getreide und Hülsenfrüchten viel zu niedrig. Geeignete pflanzliche Nahrungsmittel sind beispielsweise Kartoffeln und Soja. Aber selbst mit der in Bezug auf die Eiweißaufnahme hochwertigsten Kombination von Kartoffel und Vollei im Proteinverhältnis 2:1<ref name="ElmaLeitz">I. Elmadfa, C. Leitzmann: Ernährung des Menschen. 4. Auflage. Eugen Ulmer, 2004, ISBN 3-8252-8036-5.</ref> (das entspricht etwa einem Ei der Gewichtsklasse L auf 800 Gramm Kartoffeln) ist eine ausreichende Proteinversorgung unter Berücksichtigung der Ernährungspyramide praktisch nicht zu erreichen.

Des Weiteren berücksichtigt die Ernährungspyramide auch nicht die Prävalenz von Nahrungsmittelintoleranzen und -allergien, die beispielsweise über Malabsorptionsstörungen als Folge von Diarrhöen zu einer zusätzlichen Verringerung der Proteinaufnahme führen. Ein häufiges Beispiel ist die Gluteninduzierte Enteropathie (Zöliakie). Eine undifferenzierte Ernährung nach den Vorgaben der Ernährungspyramide führt bei dieser verbreitetsten Form der Proteinintoleranz zu erheblichen Gesundheitsschäden.<ref name="ElmaLeitz" /> Dies betrifft gerade die unter anderem von der DGE besonders empfohlenen Getreideprodukte sowie in eingeschränkter Form auch Haferflocken.

Nachhaltigkeit

Eine Untersuchung zum CO2-Ausstoß der Ernährung auf Basis der Ernährungsempfehlung konnte 2021 feststellen, dass es zwischen den Empfehlungen verschiedener Länder erhebliche Unterschiede gibt. In den meisten Ländern würden die Emissionen sinken, wenn die Menschen dort sich gemäß den Empfehlungen ernährten. In den USA würden sie steigen. Die deutschen Ernährungsempfehlungen führten zu 2,5 kg CO2-Ausstoß pro Tag, die indischen zu 0,89 kg.<ref>Greenhouse gas emissions associated with dietary guidelines vary between countries. Abgerufen am 2. März 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Brittany Kovacs, Lindsey Miller, Martin C. Heller, Donald Rose: The carbon footprint of dietary guidelines around the world: a seven country modeling study. In: Nutrition Journal. Band 20, Nr. 1, 1. März 2021, ISSN 1475-2891, S. 15, doi:10.1186/s12937-021-00669-6, PMC 7923667 (freier Volltext).</ref>

Weblinks

Untersuchungen und Reviews

Empfehlungen einzelner Organisationen

Einzelnachweise

<references />

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