Erik von Schmiterlöw
Erik Ernst Franz Charles von Schmiterlöw, kurz Erik von Schmiterlöw, (* 25. Juli 1882 in Franzburg; † 29. Mai 1964) war ein deutscher Heimatforscher und Sammler.
Leben
Er entstammte einer traditionsreichen Familie, die im 15. und 16. Jahrhundert mehrere Bürgermeister und Senatoren in Stralsund (Nikolaus Smiterlow) und Greifswald stellte, während der Zugehörigkeit Pommerns zum Königreich Schweden geadelt wurde, später jedoch verarmte. Die Familie gliederte sich in mehreren genealogischen Linien, sein Urahn war Alexander Wilhelm von Schmiterlöw (* 1745; † 1809) aus Lieschow und wurde Gutsbesitzer in Neparmitz sowie Pächter weitere Güter auf Rügen. Die Nachfahren dieser (Rügen-Pommersche) Linie IV mit vormaliger Introduktion (Aufnahme) bei der schwedischen Ritterschaft 1723 veräußerten Neparmitz 1834, erwarben andere Güter und verkauften diese ebenso wieder.
Der Vater Otto von Schmiterlöw (* 1836; † 1912) war der zweitjüngste Sohn von elf Kindern und wurde Landwirt, die Mutter Hermine (* 1839; † 1922) stammte aus Westpreußen und war die Tochter der Ernestine Kieckelbusch und des Oberförster Hermann Bock. Über Geschwister liegen keine Daten vor. Die Familie lebte lange in Franzburg, Erik besuchte das Gymnasium in Greifswald.
Er begann im Alter von zehn Jahren, sich mit Urgeschichte, Geschichte, Volkskunde, Kunst und den Naturwissenschaften zu beschäftigen und sammelte dazu Gegenstände. Im Jahr 1895 trat er in die Gesellschaft für pommersche Geschichte, Altertumskunde und Kunst ein. Zu seinen Interessen zählte später auch die Familienforschung.
1917 heiratete Erik von Schmiterlöw in Franzburg die ebenda 1890 geborene Minna Grubert, Tochter der Anna Schultz-La Rouge und des Landwirts Heinrich Gruber. Minna und Erik haben sechs Kinder, fünf Mädchen und einen Sohn, Bertram von Schmiterlöw, der Kunstmaler war.<ref> Vgl. Koserower-Kunstsalon (Hrsg.): Bertram von Schmiterlöw (1925 Franzburg – 2021 Franzburg)., Stand 1. April 2026.</ref> 1935 wurde er ehrenamtlicher Pfleger der kulturgeschichtlichen Bodenaltertümer für den südlichen Teil des Landkreises Franzburg-Barth. Einen Teil seiner neuen Funde gab er fortan an das Provinzialmuseum Stettin ab.
1946 trat er in die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands ein.
Er baute eine Sammlung von Gegenständen und Urkunden auf, die vor allem aus dem Gebiet Franzburg-Barth stammen. Zur von Schmiterlöwschen Sammlung zählen aber auch Urkunden aus dem Raum Rügen. Die Sammlung umfasste schon in den 1930er Jahren über 2000 Gegenstände und nahm bei seinem Tod alle Räume in den beiden Häusern der Familie von Schmiterlöw in Franzburg ein.
Nach dem Tod Erik von Schmiterlöws übernahm im Jahr 1964 sein Sohn Bertram von Schmiterlöw die Sammlung und richtete mit Hilfe von Hans-Erich Runge, Heinz Bartels, Herbert Manske und Uwe Hein ein öffentlich zugängliches Privatmuseum für die bis dato eher einem Magazin gleichende Sammlung ein. Im Jahr 2002 übernahm das Pommersche Landesmuseum in Greifswald den größten Teil der Sammlung; Teile der anthropologischen Funde wurden in das Landesamt für Bodendenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern überführt.<ref>Übersicht Verlag Marie Leidorf.</ref>
Literatur
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Water von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans-Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1959. Band IV, Band 20 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1959, ISSN 0435-2408, S. 450 ff.
- Peter Herfert: Erik von Schmiterlöw. In: Greifswald-Stralsunder Jahrbuch. Band 6, VEB Hinstorff Verlag, Rostock 1966.
- Stefan Fassbinder: Die archäologischen Objekte der Sammlung Schmiterlöw aus Franzburg, Lkr. Nordvorpommern. In: Archäologie und Geschichte im Ostseeraum. Verlag Marie Leidorf GmbH, Rahden 2005, ISSN 1863-0855
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schmiterlöw, Erik von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Heimatforscher und Sammler |
| GEBURTSDATUM | 25. Juli 1882 |
| GEBURTSORT | Franzburg |
| STERBEDATUM | 29. Mai 1964 |