Erdhörnchen
<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />
| Erdhörnchen | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Europäischer Ziesel in Hockstellung.jpg | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Xerinae | ||||||||||||
| Osborn, 1910 |
Die Erdhörnchen (Xerinae) sind eine Unterfamilie der Hörnchen (Sciuridae), zu der unter anderem Murmeltiere und Ziesel zählen. Sie enthält etwa 130 Arten, die auf mehr als 25 Gattungen aufgeteilt werden. Trotz der Bezeichnung leben nicht alle Erdhörnchen am Boden, gerade innerhalb der in Afrika lebenden Tribus Protoxerini gibt es eine Reihe von Arten, die zum Teil Baumbewohner sind.
Verbreitung
Die Erdhörnchen sind vor allem in der Holarktis, sowohl in Eurasien wie auch in Nordamerika, sowie in Afrika verbreitet. Dabei sind die Arten der Tribus Protoxerini ausschließlich in Afrika anzutreffen, während die Arten der Xerini und Marmotini sowohl in Afrika wie in Eurasien und Nordamerika leben.
Tarnung
Erdhörnchen sind bekannt für ihre relativ hochentwickelte Sprache. Diese dient vorrangig dem gegenseitigen Warnen vor Gefahren wie Beutegreifern<ref>Die Hochsprache der Erdhörnchen. Auf: wissenschaft.de vom 15. November 2005</ref>. Einige amerikanische Erdhörnchen schützen sich außerdem mit Schlangenduft vor Angriffen durch Klapperschlangen: Sie nagen an den Häuten, die von Schlangen bei der Häutung abgestoßen wurden, lecken sich anschließend das Fell und können so den eigenen Duft überdecken. Das bewahrt vor allem Jungtiere und Weibchen, die dieses Verhalten am ausgiebigsten praktizieren, vor nächtlichen Angriffen im Bau.
Systematik
Die Zusammengehörigkeit dieser Unterfamilie wurde erst vor kurzem erkannt, die folgende Einteilung in Unterfamilien und Tribus stammt von Michael Carleton und G. Musser (2005), die anhand morphologischer und molekulargenetischer Untersuchungen die Einteilung neu definiert haben:
- Unterfamilie Erdhörnchen (Xerinae)
- Tribus Borstenhörnchen (Xerini)<ref name="Kryštufek etal 2016" />
- Atlashörnchen (Atlantoxerus)
- Gestreiftes Borstenhörnchen (Euxerus)
- Geosciurus
- Zieselmaus (Spermophilopsis)
- Schlichtborstenhörnchen (Xerus)
- Tribus Protoxerini
- Afrikanische Palmenhörnchen (Epixerus)
- Rotschenkelhörnchen (Funisciurus)
- Sonnenhörnchen (Heliosciurus)
- Afrikanische Zwerghörnchen (Myosciurus)
- Afrikanische Buschhörnchen (Paraxerus)
- Ölpalmenhörnchen (Protoxerus)
- Tribus Echte Erdhörnchen (Marmotini)<ref name="Helgen 2009" /><ref name="Patterson & Norris 2016" />
- Antilopenziesel (Ammospermophilus)
- Callospermophilus
- Präriehunde (Cynomys)
- Burunduk (Eutamias)
- Ictidomys
- Murmeltiere (Marmota)
- Streifenhörnchen/Chipmunks (Neotamias)
- Notocitellus
- Otospermophilus
- Poliocitellus
- Chinesische Rothörnchen (Sciurotamias)
- Ziesel (Spermophilus)
- Streifen-Backenhörnchen (Tamias)
- Urocitellus
- Xerospermophilus
- Tribus Borstenhörnchen (Xerini)<ref name="Kryštufek etal 2016" />
Unter dem Namen Tamiini werden die Chinesischen Rothörnchen und die Streifenhörnchen von einigen Autoren auch als eigene Tribus angesehen:<ref name="Helgen 2009" />
Literatur
- Michael D. Carleton, Guy G. Musser: Order Rodentia. In: Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. Band 2. 3. Auflage. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4, S. 745–1600.
Weblinks
Einzelnachweise
<references> <ref name="Helgen 2009"> Kristofer M. Helgen, F. Russell Cole, Lauren E. Helgen, Don E. Wilson: Generic revision in the Holarctic ground squirrel genus Spermophilus. In: Journal of Mammalogy. Band 90, 2009, S. 270–305.</ref> <ref name="Kryštufek etal 2016"> Boris Kryštufek, Ahmad Mahmoudi, Alexey Tesakov, Jan Matějů, Rainer Hutterer (2016): A review of bristly ground squirrels Xerini and a generic revision in the African genus Xerus. Mammalia 80(5):521-540. doi:10.1515/mammalia-2015-0073. S. 781–782.</ref> <ref name="Patterson & Norris 2016"> Bruce D. Patterson, Ryan W. Norris: Towards a uniform nomenclature for ground squirrels: the status of the Holarctic chipmunks. Mammalia 80 (3), Mai 2016; S. 241–251, doi: 10.1515/mammalia-2015-0004</ref> </references>