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Erdbeben von Roermond 1992

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Roermond-Beben
Erdbeben von Roermond 1992 (Niederlande)
Erdbeben von Roermond 1992 (Niederlande)
Koordinaten 51° 9′ 25″ N, 5° 55′ 59″ OKoordinaten: 51° 9′ 25″ N, 5° 55′ 59″ O
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Datum 13. April 1992
Uhrzeit 03:20 Uhr MESZ
Magnitude 5,9 ML
Tiefe 18 km
Epizentrum Roermond
Land Niederlande

Deutschland

Betroffene Orte

u. a. Roermond & Heinsberg

Tsunami nein
Verletzte 30
Sachschaden 150 Millionen DM auf deutscher Seite

Das Erdbeben von Roermond am 13. April 1992 erschütterte um 3:20 Uhr (MESZ) die Niederlande und Deutschland. Das Beben hatte eine Stärke von 5,9 auf der Richterskala (5,4 auf der Momenten-Magnituden-Skala<ref>geohorizon.de</ref>) und war das stärkste Erdbeben in der Region seit dem Dürener Beben von 1756. Das Epizentrum lag 4 km südwestlich von Roermond, das Hypozentrum des Bebens befand sich in 18 km Tiefe.<ref>Jochen Braunmiller, Torsten Dahm and Klaus-Peter Bonjer: Source mechanism of the 1992 Roermond earthquake from surface-wave inversion of regional data. In Geophys. J. Int. 116/1994, No. 3, S. 663–672 (http://gji.oxfordjournals.org/content/116/3/663.full.pdf; 0.9 MB)</ref> Die Dauer des Bebens lag bei ca. 15 Sekunden.<ref name=":0">Rolf Pelzing: Das Erdbeben von Roermond. (PDF) Abgerufen am 11. Januar 2024.</ref>

Allein in Nordrhein-Westfalen wurden 30 Menschen verletzt, zumeist durch herabfallende Dachziegel; es kam zu erheblichen Sachschäden an Gebäuden, z. B. auch am Kölner Dom, der Kölner Kirche St. Theodor und am Aachener Dom. Entlang der Maas und der Rur entstanden lange Spalten und Erdrutsche, und an einigen Stellen traten Sandfontänen aus.<ref>KNMI: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Foto Maasufer (Memento vom 25. März 2011 im Internet Archive)</ref><ref>KNMI: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Foto Brunssummerheide (Memento vom 25. März 2011 im Internet Archive)</ref><ref>KNMI: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Foto Herkenbosch (Memento vom 25. März 2011 im Internet Archive)</ref>

Das Erdbeben war noch in Berlin, München,<ref name=":0" /> Mailand und London zu spüren. Die stärksten Schäden auf deutscher Seite entstanden in der Umgebung der Stadt Heinsberg. In den Niederlanden griff das Schadensgebiet noch mehrere Kilometer über Roermond nach Nordwesten aus. Insgesamt wurde der in Deutschland entstandene Schaden auf über 150 Millionen DM beziffert, in den Niederlanden wurde ein Schaden von 170 Millionen Gulden angegeben.<ref name="geod">Erdbeben bei Roermond am 13. April 1992. (PDF; 60 kB) Geologischer Dienst NRW, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Oktober 2013; abgerufen am 18. Januar 2010.</ref><ref>KNMI: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. (niederländisch)</ref>

Dem Erdbeben, das sich ohne Vorbeben ereignete, folgten in den nächsten Wochen mehr als 150 Nachbeben.<ref>Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen Erdbeben bei Roermond am 13. April 1992 (PDF; 60KB)</ref>

Ursachen

Das Erdbeben ereignete sich im Nordwesten der Niederrheinischen Bucht, die sich nach Nordwesten in den Zentralgraben der Niederlande fortsetzt. Die Geologie der Niederrheinischen Bucht ist durch eine immer noch andauernde Dehnung der Erdkruste bestimmt, so dass die Kruste entlang von Nordwest nach Südost verlaufenden Verwerfungen in einzelne Bruchschollen zerbrochen ist. Die Bewegungen fanden vor allem an großen Störungssystemen statt, deren größte die Feldbiss-Verwerfung, der Rurrand-Peelrand-Sprung, der Erft-Sprung und der Viersener Sprung sind. Das Erdbeben von Roermond ging auf eine Bewegung des Peelrand-Sprungs zurück, der nordöstlichen Begrenzung des Rurgrabens, an dem die Südwestscholle um etwa einen halben Meter absank.<ref name="geod" />

Weblinks

Commons: Erdbeben von Roermond 1992 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />