Enrique Buero
Enrique Eduardo Buero (* 10. Januar 1891; † 1975) war ein uruguayischer Diplomat und Rinderzüchter. Er gilt neben Jules Rimet als Begründer der Fußball-Weltmeisterschaft.
Leben
Enrique Eduardo Buero war der Sohn von María Thévenet und Enrique Buero. Er heiratete Margarita Alvarez Martinez; ihre Kinder waren Enrique J. ("der Belgier") und Margot. 1914 wurde er an der Universität Montevideo promoviert, trat in den auswärtigen Dienst, wo er als Abteilungsleiter beschäftigt wurde. 1916 war er Staatssekretär im Außenministerium, 1918 war er Staatssekretär im Finanzministerium. Von 1920 bis 1923 war er Abgeordneter in der Abgeordnetenkammer, 1923 wurde er Gesandter in Bern und Delegierter beim Völkerbund in Genf.
1927 wurde Buero Gesandter in Brüssel und Den Haag. 1930 war er Richter am ständigen internationalen Gerichtshof in Den Haag. Im Jahr 1932 wurde er zum außerordentlichen Gesandter und Ministre plénipotentiaire in Berlin ernannt, wo er vom 17. März 1933 bis 12. September 1934 akkreditiert war.
1933 war Buero Generalsekretär bei der 7. panamerikanischen Konferenz. 1935 war er Vorstand im Administración Nacional de Puertos (Bauwerk). Im Jahr 1939 war Buero Gesandter in Madrid. Vom 14. Mai 1942 bis 1945 war er Botschafter in Lima. Von 1946 bis 1948 war Buero Botschafter in Rio de Janeiro und von 1948 bis 1953 war er Ambassador to the Court of St James’s. Buero war Mitglied im Tribunal de Conciliación Turco Danés (türkisch-dänischen Schiedsgericht).<ref>Proyecto de Decreto, para designar con el nombre de Dr. Enrique E. Buero a la senda del parque José Batlle y Ordóñez, que une la Av. Ramón V. Benzano con la Av. Federico Vidiella.</ref>
Fußball-Funktionär
Enrique Buero war zu Beginn des 20. Jahrhunderts einer der Vize-Präsidenten des Weltfußballverbandes FIFA.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Birth of the FIFA World Cup ( vom 26. August 2009 im Internet Archive), World Cup Museum, 1925; gesichtet am 27. Januar 2009</ref> Er war Delegationsleiter der Uruguayischen Fußballnationalmannschaft bei den Olympischen Spielen 1924 in Paris und 1928 in Amsterdam, die La Celeste beide gewann.
Bereits seit 1924 hatte er gemeinsam mit Rimet Pläne für ein Fußball-Weltturnier geschmiedet. Diese wurden 1928 dem Weltverband vorgelegt, der schließlich akzeptierte. Uruguay kandidierte, da es die letzten beiden olympischen Turniere gewonnen hatte und für 1930 die Hundertjahresfeier seiner Unabhängigkeit vorbereitete. Bei dem Jahreskongress der FIFA im Mai 1929 wurde dann die erste Weltmeisterschaft nach Uruguay vergeben, da Buero es verstanden hatte, alle anderen südamerikanischen Mitglieder zu überzeugen, für Uruguay zu stimmen, während neben dem europäischen Favoriten Italien noch weitere europäische Länder kandidierten. Aus Protest boykottierten die europäischen Fußballverbände die Weltmeisterschaft.
Noch drei Monate vor der Ausrichtung hatte kein einziger europäischer Fußballverband zugesagt. Buero verhandelte intensiv hinter den Kulissen. Aber erst als er versprach, dass Uruguay die Reisekosten und die Verpflegung für alle Delegationen übernehmen würde, weiter jedem Spieler täglich vier Peso (und zwei Peso pro Tag für die dreiwöchige Überfahrt) zu bezahlen, sowie der FIFA zehn Prozent des Gewinns zu überlassen, konnte er seinen Freund Rodolphe William Seeldrayers überzeugen. Der war gerade zum Präsidenten des belgischen Fußballverbands gewählt worden und erklärte es zur Ehrensache für das Gründungsmitglied der FIFA, an der ersten Weltmeisterschaft teilzunehmen. Trotzdem mussten noch die Öffentlichkeit, die Arbeitgeber und die Fußballvereine von Seeldrayers und Buero überzeugt werden. Schließlich nahmen auch noch die Nationalmannschaften aus Rumänien, Jugoslawien und Frankreich an der ersten Weltmeisterschaft teil, die jedoch von den anderen europäischen nationalen Verbänden wie dem Italiens weiter boykottiert wurde.
Enrique Buero verabschiedete am 20. Juni 1930 persönlich die belgische Delegation am Brüsseler Bahnhof Gare du Midi/Zuidstation. Mit auf die Reise ging sein fünfzehnjähriger Sohn Enrique J. "der Belgier", der im Gepäck die Siegestrophäe, den später Coupe Jules Rimet genannten Pokal, mitführte.<ref>Kurt Deswert: Hoe het WK in Elsene begon. Bruzz vom 20. Juni 2018, S. 28–29</ref>
Auszeichnungen
- Großkreuz des Kronenordens
- 1930: Großkreuz des Christusordens
- Grand officer, Ehrenlegion
- Orden der Krone von Italien
- Orden vom Kreuz des Südens
Weblinks
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Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Buero, Enrique |
| ALTERNATIVNAMEN | Buero, Enrique Eduardo (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | uruguayischer Diplomat und Rinderzüchter |
| GEBURTSDATUM | 10. Januar 1891 |
| STERBEDATUM | 1975 |
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- Fußballfunktionär (FIFA)
- Uruguayischer Botschafter in Peru
- Uruguayischer Diplomat
- Rinderzüchter
- Träger des belgischen Kronenordens (Großkreuz)
- Träger des Ordens der Krone von Italien (Ausprägung unbekannt)
- Träger des portugiesischen Christusordens (Großkreuz)
- Träger des Nationalen Ordens vom Kreuz des Südens
- Mitglied der Ehrenlegion (Großoffizier)
- Uruguayer
- Geboren 1891
- Gestorben 1975
- Mann