Enka (Unternehmen)
| Enka GmbH & Co. KG | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 1969 |
| Sitz | Erlenbach am Main, [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Deutschland |
| Leitung | Till Boldt, Wolfgang Menrath<ref name=":2" /> |
| Mitarbeiterzahl | ca. 570<ref name=":2" /> |
| Umsatz | 47,4 Mio. EUR (2017)<ref name="Jahres2017"/> |
| Branche | Textilindustrie |
| Website | enka.de |
| Stand: 23. März 2025 | |
Enka ist ein 1969 gegründeter deutscher Hersteller von Viskosefasern, der zur International Chemical Investors Group gehört und aus der Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG hervorgegangen ist. Den Vertrieb übernimmt die ENKA International LUX SE & Co. KG mit Sitz in Wuppertal. Das Unternehmen produziert im Industrie Center Obernburg und im polnischen Gorzów Wielkopolski.
Geschichte
Vorgeschichte
Enka entstand aus der 1899 gegründeten Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG. Deren Gründer Fremery und Urban erkannten das Potential der Kunstseide, erwarben 1911 das Viskose-Patent und brachten es im Oberbrucher Werk zur Produktionsreife.<ref>Kenji Kamide, Kazunari Nishiyama: Cuprammonium processes. In: Calvin Woodings (Hrsg.): Regenerated cellulose fibres. Woodhead Publishing, Cambridge 2001, ISBN 1-85573-459-1, S. 88–150 (idu.ac.id [PDF]).</ref> Ab 1924 wurde in Obernburg das Viskose-Verfahren praktiziert.<ref>Unsere Geschichte. In: enka.de. Abgerufen am 23. März 2025.</ref> 1929 schlossen sich die Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG und die 1913 in Arnhem gegründete Nederlandse Kunstzijdefabriek (kurz NK, gesprochen ‚Enka‘)<ref>Audiovisueel materiaal. In: historischmuseumede.nl. 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. April 2015; abgerufen am 23. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> zur Algemeene Kuntzijde Unie N.V. (AKU) zusammen, die bis zu deren Verkauf 1948 auch die amerikanischen Werke in Elizabethton führte.<ref name=":0">Marie Tedesco: North American Rayon Corporation and American Bemberg Corporation. In: Tennessee Encyclopedia. 1. März 2018, abgerufen am 3. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich das Werk in Heinsberg-Oberbruch zu einem führenden Produktionsstandort für Chemiefasern entwickelt. Damit stiegen die Anforderungen an Spinndüsen, sodass aus der Spinndüsen-Werkstatt eine eigene Abteilung entstand. 1978 wurden das Spinnereizentrum und das Physiklabor zur Abteilung Enka Tecnica zusammengelegt, die über die Vertriebskanäle der Barmag AG ihre Produkte verkaufte. 1998 entstand daraus die Enka Tecnica GmbH<ref>Enka tecnica: Company. In: enkatecnica.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. August 2007; abgerufen am 23. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, die seit 2015 zu Reifenhäuser Gruppe gehört.<ref>Historie. In: reifenhauser.com. Abgerufen am 23. März 2025.</ref>
Seit der Gründung
1969 wurde von der AKU nach mehreren weiteren Fusionen der Name Enka wieder eingeführt, es entstand die Enka GmbH. In das neue Unternehmen gingen auch die Werke und Gebäude der Glanzstoff ein, darunter das Stammwerk in Oberbruch, die Werke in Niedermorschweiler, Obernburg, Kassel-Bettenhausen (Spinnfaser AG, 1935–1984<ref>Karl Wills: Die Geschichte der Spinnfaser / Enka in Kassel-Bettenhausen. In: uni-kassel.de. Juni 2007, abgerufen am 23. März 2025.</ref>) und Kelsterbach sowie das Glanzstoff-Hochhaus in Wuppertal-Elberfeld.
In den 1970er Jahren wurde Enka als Enka AG zur Produktion von zellulosischem Endlosgarn als Tochterfirma in das niederländische Chemieunternehmen Akzo, später AkzoNobel, eingegliedert.<ref>Vgl. auch Ludwig Vaubel: Glanzstoff-Enka-Aku-Akzo. Unternehmensleitung im nationalen und internationalen Spannungsfeld 1929–1978. Haan 1986.</ref> 1983 ging die Enka AG mit dem japanischen Unternehmen Toho Rayon ein Lizenzabkommen für die Produktion von Kohlenstofffasern ein, mit Oberbruch als Produktionsstandort ab 1986.<ref>AKZO Bäume im Himmel. In: WirtschaftsWoche. Nr. 34, 1985, S. 95.</ref> Daraus entstand die Teijin Carbon Europe GmbH, die noch heute in Oberbruch produziert und mit ihrer Verwaltung im Glanzstoff-Hochhaus in Wuppertal sitzt.<ref>Entdecken Sie das Glanzstoffhaus Wuppertal. In: Glanzstoffhaus Wuppertal. Abgerufen am 23. März 2025.</ref><ref>Christos Pasvantis: Carbon-Produzent aus Oberbruch: Teijin feiert Firmenjubiläum. In: rp-online.de. 24. August 2024, abgerufen am 23. März 2025.</ref> 1990 kaufte Enka das Werk des VEB ‚Clara Zetkin‘ Elsterberg in der ehemaligen DDR, entließ die meisten Mitarbeitenden und modernisierte es mit Fördergeldern.<ref name=":1">VEB Clara Zetkin Elsterberg. In: industrie-kultur-ost.de. Abgerufen am 23. März 2025.</ref> 1999 kam das Werk im polnischen Gorzów Wielkopolski hinzu, während das Werk in Kelsterbach im Jahr 2000 geschlossen wurde.<ref>Stefan Cieśla: Enka zwalnia produkcję i ludzi. In: gazetalubuska.pl. 27. Februar 2009, abgerufen am 23. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Sie haben ein Stück Lokalgeschichte festgehalten. In: fnp.de. 6. Dezember 2018, abgerufen am 23. März 2025.</ref> 1998 übernahm AkzoNobel den britischen Faser- bzw. Farben- und Lackhersteller Courtaulds Ltd., schloss die Faseraktivitäten von Courtaulds mit den eigenen zusammen und verkaufte diese 1999 als neues Unternehmen mit Namen Acordis.
Für Acordis produzierten 19.000 Mitarbeiter an 25 Standorten in acht Ländern rund um den Globus Chemiefasern und Spezialprodukte für technische, textile, medizinische und hygienische Anwendungen. Enka blieb mit ihren vier Produktionsstandorten in Obernburg, Oberbruch, Elsterberg und Gorzow ein selbstständiger Bestandteil der Acordis-Gruppe.
2005 übernahm die International Chemical Investors Group die Enka GmbH & Co. KG, deren Werke in Obernburg, Oberbruch, Elsterberg, Gorzow und die Verwaltung in Wuppertal sowie deren mehr als 1000 Mitarbeiter.<ref>Sibel Cumcu: Pressemitteilung: International Chemical Investors Group is new owner of ENKA. In: ic-investors.com. International Chemical Investors Group, 11. Oktober 2005, abgerufen am 23. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2007 schloss Enka das Werk in Oberbruch mit 150 Mitarbeitern.<ref>Viskose hängt am seidenen Faden. In: main-echo.de. 3. Februar 2009, abgerufen am 23. März 2025.</ref> 2009 folgte die Schließung des Werks in Elsterberg mit 350 Angestellten, zugunsten des Werks in Obernburg.<ref name=":1" />
Im Januar und Februar 2025 gab das Unternehmen kurzzeitig bekannt, dass die Produktion am Standort Obernburg bis Ende September 2025 eingestellt würde. Als Gründe wurden vor allem Wettbewerbsnachteile gegenüber der Konkurrenz aus Indien und China genannt. Von der Schließung des Werkes wären 237 Arbeitsplätze betroffen gewesen.<ref>Katrin Küx: ENKA-Werksschließung in Obernburg - hunderte Jobs fallen weg. In: br.de. 10. Januar 2025, abgerufen am 15. Februar 2025.</ref><ref>Wegen starker Konkurrenz aus dem Ausland – ENKA schließt Werk in Obernburg. In: tvmainfranken.de. 10. Januar 2025, abgerufen am 15. Februar 2025.</ref> Ende Februar 2025 wurde die Entscheidung revidiert. Man habe von einem einzelnen Auftraggeber einen Großauftrag erhalten, der eine „hohe Grundauslastung der Produktionskapazität“ bis 2027 sichere.<ref>Jetzt kommt alles anders: ICO-Betrieb gelingt in letzter Minute eine Kehrtwende. In: main-echo.de. 24. Februar 2025, abgerufen am 24. Februar 2025.</ref> 2025 verfügt Enka über eine Produktionskapazität von rund 8.000 Jahrestonnen Viskosefilamentgarn.<ref name=":2">ENKA - The Art of Viscose. In: enka.de. Abgerufen am 23. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Einzelnachweise
<references> <ref name="Jahres2017">Jahresabschluss zum Geschäftsjahr 2017 der ENKA GmbH & Co. KG im Bundesanzeiger, ohne ENKA International GmbH & Co. KG</ref> </references>