Emil Vogt (Prähistoriker)
Emil Vogt (* 12. April 1906 in Basel; † 2. Dezember 1974 in Rüschlikon) war ein Schweizer Prähistoriker.
Leben
Emil Vogt studierte bei Ernst Pfuhl an der Universität Basel Klassische Archäologie. Nach Studienaufenthalten an den Universitäten Breslau bei Hans Seger, Paris bei Henri Breuil, Berlin bei Max Ebert und Wien bei Oswald Menghin promovierte er 1929 in Basel summa cum laude. Seine Dissertation behandelte «Die spätbronzezeitliche Keramik der Schweiz und ihre Chronologie», sein Referent war David Viollier.<ref name="Joachim Werner">Joachim Werner: Emil Vogt. (PDF) Nachruf. In: Jahrbuch 1975. Bayerische Akademie der Wissenschaften, 1975, abgerufen am 5. April 2024.</ref><ref name="Guyan">Walter Ulrich Guyan: Emil Vogt. Nachruf. In: Jahrbuch. Schweizerische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte, 1976, S. 320–322, abgerufen am 5. April 2024.</ref><ref name="Speck">J. Speck: † Ehrenmitglied Dr. Emil Vogt (1906–1974). In: Heimatkunde Wiggertal. Heimatvereinigung Wiggertal, 1975, S. 123–124, abgerufen am 5. April 2024.</ref>
1930 wurde Emil Vogt als Konservator für Ur- und Frühgeschichte an das Schweizerische Landesmuseum berufen. Ab 1953 war er Vizedirektor, von 1961 bis zu seiner Pensionierung 1971 Direktor.
Ab war Vogt 1933 Privatdozent an der ETH, ab 1940 Privatdozent an der Universität Zürich; dort lehrte er von 1945 bis 1974 als Extraordinarius für Ur- und Frühgeschichte. Mit seinen «Pfahlbaustudien» (1954) widerlegte er die romantische Pfahlbautheorie, indem er mittels der damals neuartigen Pollenanalyse nachwies, dass die Siedlungen nicht im Wasser, sondern auf Feuchtwiesen an den Seeufern standen. Die Seeufersiedlung Egolzwil spielte dabei zentrale Rolle.
„Treten wir unvoreingenommen an den archäologischen Befund heran, so müssen wir zur Vorstellung der ebenerdigen Siedlung gelangen.“
Seit 1956 war Emil Vogt korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.<ref name="Joachim Werner" /> Er baute die wissenschaftlichen Dienste im Landesmuseum aus und modernisierte die Ausstellung. Im Zusammenhang mit den Ausgrabungen der Ufersiedlung Egolzwil, der Siedlung Cazis, des Kastells auf dem Lindenhof Zürich sowie der Ufersiedlungen Cortaillod und Horgen lieferte er wesentliche Forschungsbeiträge. Auf ihn gehen die Namen Lutzengüetle-Kultur (1964), Cortaillod-Kultur (1934), Egolzwiler Kultur (1951) und Horgener Kultur (1934) zurück.<ref name="HLS">Hanspeter Lanz: Vogt, Emil. In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref>
Emil Vogt starb am 2. Dezember 1974 infolge eines Verkehrsunfalls.
„Disziplin und die bei Grabungen notwendige Fähigkeit zur Begeisterung der Mitarbeiter kennzeichneten seinen Weg als Archäologe. So vermochte er auch als Ausgräber in Zürich eine «Vogt-Schule» zu schaffen. Viele von uns sind denn auch in der Ausgrabungstechnik von diesem Meister geschult worden.“
Werke
- Die spätbronzezeitliche Keramik der Schweiz und ihre Chronologie (= Denkschriften der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft. Nummer 66,1). Fretz, Zürich 1930.
- Geflechte und Gewebe der Steinzeit (= Monographien zur Ur- und Frühgeschichte der Schweiz. Band 1). Birkhäuser, Basel 1937.
- Wasserkirche und Helmhaus in Zürich. Baugeschichte. Orell Füssli, Zürich 1943.
- Der Lindenhof in Zürich. Zwölf Jahrhunderte Stadtgeschichte auf Grund der Ausgrabungen 1937/38. Orell Füssli, Zürich 1948.
- Zürich von der Urzeit zum Mittelalter. Verlag Berichthaus, Zürich 1971.
- Schriften zum Neolithikum. Chronologie und Pfahlbaufrage. Huber, Frauenfeld 1977, ISBN 3-7193-0578-3.
Literatur
- Hanspeter Lanz: Vogt, Emil. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Joachim Werner: Emil Vogt. 12. 4. 1906–2. 12. 1974. In: Jahrbuch der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Jahrgang 1975 (Digitalisat).
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Vogt, Emil |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Prähistoriker |
| GEBURTSDATUM | 12. April 1906 |
| GEBURTSORT | Basel |
| STERBEDATUM | 2. Dezember 1974 |
| STERBEORT | Rüschlikon |
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Zitat
- Prähistoriker
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Museums in Zürich
- Hochschullehrer (Universität Zürich)
- Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
- Schweizer
- Geboren 1906
- Gestorben 1974
- Mann
- Landesmuseum Zürich