Ypern
{{#if: befasst sich mit dem Ort Ypern. Zu Personen siehe Johannes von Ypern.
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}}{{#invoke:TemplatePar|check
|all= 1= |opt= 2= Tondatei= |template=Vorlage:IPA |errNS= 0 |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:IPA |format=@@@ }} ({{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=nl|SCRIPTING=Latn|SERVICE=niederländisch}} und Vorlage:VlsS Ieper, {{#invoke:Vorlage:lang|full|CODE=fr|SCRIPTING=Latn|SERVICE=französisch}}) ist eine Stadt in der Provinz Westflandern der Flämischen Gemeinschaft in der Region Flandern, Belgien. Ypern hat Vorlage:Str replace Einwohner ({{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}). Zu Ypern gehören die Orte Boezinge, Brielen, Dikkebus, Elverdinge, Hollebeke, Sint-Jan, Vlamertinge, Voormezele, Zillebeke und Zuidschote.
Geschichte
Mittelalter und Frühe Neuzeit
Balduin II. der Kahle (879–918) befestigte das zur Grafschaft Flandern gehörende Ypern zur Abwehr gegen die Normannen. Ypern gehörte im späten Mittelalter mit Gent und Brügge zu den bedeutendsten Städten Flanderns, war Mitglied der flämischen Hanse und insbesondere durch den Tuchhandel bedeutend geworden. Um das Jahr 1300 hatte Ypern etwa 20.000 Einwohner. Kurz danach war der Arzt und Verfasser eines chirurgische Lehrbuchs Jan Yperman (auch Jehan Yperman; † um 1330<ref>Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 20.</ref>) geschworener Wundarzt der Stadt und am Belle-Siechenhaus tätig.<ref>Gundolf Keil: Yperman, Jan (Jehan, Johan Y., Ieperman). In: Werner E. Gerabek u. a. (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin / New York 2005, S. 1513–1514.</ref> 1559 bis 1801 war Ypern Bischofssitz.
20. Jahrhundert
Erster Weltkrieg
Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) lag Ypern ab Herbst 1914 direkt an der Westfront.
Am 4. November 1914 ließ der deutsche General Berthold von Deimling ohne militärischen Grund und gegen die ausdrückliche Weisung seines Oberbefehlshabers Kronprinz Rupprecht von Bayern die berühmten mittelalterlichen Tuchhallen von Ypern in Schutt und Asche legen.
Ypern war stark umkämpft:
- Erste Flandernschlacht (20. Oktober bis 18. November 1914),
- Zweite Flandernschlacht (22. April bis 25. Mai 1915),
- Schlacht von Messines (ab 21. Mai 1917); eine Art Voroffensive für die
- Dritte Flandernschlacht (31. Juli bis 6. November 1917).
Deutsche Truppen versuchten mehrmals, die Stadt einzunehmen; dabei wurden sie (November 1914 und April 1915) zurückgeschlagen. Am 22. April 1915 setzten deutsche Truppen zum ersten Mal Chlorgas ein.
Am 12. Juli 1917 testeten deutsche Truppen – wieder bei Ypern – erstmals Senfgas. Es wurde von vielen Soldaten auch Yperit genannt.<ref>R. Hanslian: Der deutsche Gasangriff bei Ypern am 22. April 1915. Eine kriegsgeschichtliche Studie. Berlin: Verlag Gasschutz und Luftschutz, 1934</ref> „Yperit“ ist in Frankreich bis heute auch ein Synonym für „Giftgas“.
Die Stadt wurde bis zum Ende des „Großen Krieges“ von den Alliierten gehalten; bei Ypern kämpften vor allem Soldaten aus dem Britischen Empire. Zur Erinnerung an dort bestattete Gefallene und daran, dass Ypern deutscher Besetzung standhielt, ertönt seit 1929 – mit Ausnahme der Zeit deutscher Besatzung im Zweiten Weltkrieg – jeden Abend an der Gedenkstätte Menenpoort um Punkt acht Uhr The Last Post.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}</ref>
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Ypern 1915
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Ypern 1917
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Luftbild der kriegszerstörten Altstadt Ypern, 1917
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Reste der Tuchhallen, November 1916
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James Kerr-Lawson: The Cloth Hall, Ypres (Die Tuchhalle in Ypern), entstanden zwischen 1917 und 1919. Canadian War Museum, Ottawa, Kanada
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Reste der Sankt-Martins-Kathedrale, 1916
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Straße nach Poelkapelle, im Dezember 1918
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Diorama mit britischen Soldaten im Museum In Flanders Fields
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Geschütz im Museum In Flanders Fields
Wiederaufbau
Nach dem Krieg wurde die stark zerstörte Stadt (trotz des Wunsches Winston Churchills, die Ruinen als Denkmal bestehen zu lassen) wieder aufgebaut. Die wichtigsten Bauten, wie die Stadtkirche und die Tuchhalle, wurden originalgetreu rekonstruiert, die meisten anderen Häuser aber ganz unabhängig von den Vorgängerbauten frei historisierend neu errichtet.<ref>Koen Baert: Ieper. De herrezen stad. De wederopbouw van Ieper na 1918. De Klaproos, Brugge 1998.</ref> Historisches Bewusstsein und Erinnerungen haben seitdem viel Platz in der Geschichtsschreibung und Kultur der Stadt. In der Umgebung von Ypern befinden sich zahlreiche Soldatenfriedhöfe.
Ypern selbst ist von einem gigantischen Stollennetz durchzogen, das im Ersten Weltkrieg von Arbeitern angelegt und in Teilen erst 2009 wiederentdeckt wurde.<ref name="spiegel.de">spiegel.de vom 17. Februar 2009: Entdeckung in Ypern: In der Tunnelstadt der Weltkriegssoldaten</ref>
Zweiter Weltkrieg
Im Zweiten Weltkrieg fanden im Gebiet um Ypern während des deutschen Westfeldzugs erneut schwere Kämpfe statt. Nach dem Rückzug der British Expeditionary Force nach Dünkirchen und nach der Kapitulation der belgischen Armee am 28. Mai 1940 wurde es am Folgetag kampflos von Truppen der Wehrmacht besetzt. Anfang Juni, noch während der Schlacht von Dünkirchen, besuchte Adolf Hitler Ypern und die umliegenden Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs auf einer Propagandareise.<ref>The 1 June Visit to Flanders auf erenow.net, abgerufen am 30. Juli 2019.</ref>
Ypern wurde im September 1944 von vorrückenden westalliierten Truppen befreit.
Gemeindegliederung
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Politik
Stadtrat
Vorlage:Sitzverteilung Nach der Wahl hatte OpenVLD – CD&V – NVA eine knappe absolute Mehrheit.
Sehenswürdigkeiten
- Marktplatz, umgeben von Bürgerhäusern.
- Lakenhal (Tuchhallen, Gewandhaus), einer der größten profanen gotischen Gebäudekomplexe Europas mit einem 70 Meter hohen Belfried, der zum UNESCO-Welterbe gehört und ein 49-teiliges Glockenspiel enthält. In dem Gebäude ist das mehrfach ausgezeichnete Museum In Flanders Fields untergebracht – eine interaktive Ausstellung von Erlebnisberichten über das Schlachtfeld bei Ypern. Ebenfalls in der Lakenhal befindet sich das 2018 neu eröffnete interaktive Ieper-Museum, das die Geschichte der alten Handelsstadt außerhalb des Ersten Weltkrieges behandelt<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
- Sankt-Martins-Kathedrale, gotische Bischofskirche des ehemaligen Bistums Ypern, das von 1561 bis 1801 bestand.
- Sankt-Jakobs-Kirche, eine ebenfalls gotische Kirche, die wie die Kathedrale im Krieg nahezu völlig zerstört und danach wieder aufgebaut wurde.
- Kriegerdenkmal Menenpoort – ein Ehrenbogen zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg
- nahe dem Menenpoort am Wall steht ein markantes Baumdenkmal, eine Edelkastanie (Castanea sativa L.) Vorlage:Coordinate, welche 2021 Belgien beim Wettbewerb Europäischer Baum des Jahres<ref>ETOY - The Four-Trunked Survivor</ref> vertrat
- Alte Festung und die Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg.
- St. George’s Memorial Church. Gedenkstätte für die mehr als 500.000 gefallenen Soldaten aus dem Vereinigten Königreich und dem Commonwealth.<ref>www.stgeorgesmemorialchurchypres.com Sie liegt nahe der Kathedrale (Ecke Elverdinghse Straat). Architekt: Reginald Blomfield</ref>
- Die Ypern-Rallye, eine Motorsport-Veranstaltung im Rahmen der Intercontinental Rally Challenge (IRC) und der Rallye-Europameisterschaft.
- Der Bellewaerde Park ist ein Tier- und Vergnügungspark und der älteste Freizeitpark in Belgien. Der über 50 Hektar große Park liegt etwas außerhalb von Ypern, in dem 6 km weit entfernten Dorf Hooge.
Wirtschaft
Die Stadt lebt vom Handel und vom Tourismus. Zudem haben sich kleine und mittlere Industrieunternehmen in Ypern angesiedelt.
Städtepartnerschaften
- Siegen (Deutschland), seit 1967
- Lehrte (Deutschland)
- Saint-Omer (Frankreich)
- Wa (Ghana)
Persönlichkeiten
- Heilige Adela (1009/14–1079), Gräfin von Flandern
- Margareta von Ypern (1216–1237), flämische Mystikerin und Dominikanerterziarin
- Jan Yperman (* um 1260; † um 1330), auch augenärztlich tätiger Wundarzt, Stadtarzt von Ypern und Feldwundarzt<ref>Gundolf Keil: Yperman, Jan (Jehan, Johan Y., Ieperman). 2005</ref><ref>Gundolf Keil: „blutken – bloedekijn“. Anmerkungen zur Ätiologie der Hyposphagma-Genese im ‚Pommersfelder schlesischen Augenbüchlein‘ (1. Drittel des 15. Jahrhunderts). Mit einer Übersicht über die augenheilkundlichen Texte des deutschen Mittelalters. In: Fachprosaforschung – Grenzüberschreitungen. Band 8/9, 2012/2013, S. 7–175, hier: S. 23 f. und 32.</ref><ref>Roger-A. Blondeau: Jan Yperman, vader van de Vlaamse heelkunde (ca. 1275–1331). Ypern 2005.</ref><ref>Evert Cornelis van Leersum (Hrsg.): De cyrurgie van Meester Jan. Leiden 1912.</ref>
- Melchior Broederlam (* um 1350, † nach 1409), Maler, Mitbegründer der altniederländischen Malkunst
- Jacobus Probst (1486–1562), Augustinerprior und Reformator
- Jacobus Clemens non Papa (1510/15–1555/56), Komponist der Renaissance
- Andreas Gerhard Hyperius (1511–1564), reformierter Theologe, Hochschullehrer und Reformator
- Georg Robin (1522–1592), Architekt
- Jacobus de Kerle (1531/32–1591), Komponist der Renaissance
- Cornelius Jansen (1585–1638), Bischof von Ypern, Begründer des Jansenismus
- Christian Lupus (1611/1612–1681), römisch-katholischer Theologe
- Ulrike Eleonore von Hessen-Philippsthal (1732–1795), Landgräfin von Hessen-Philippsthal
- Anna von Hessen-Philippsthal-Barchfeld (1735–1785), hessische Prinzessin und durch Heirat Gräfin von Lippe-Detmold
- Cornélie Lebon-de Brambilla (1767–1812), französische Ingenieurin
- François Antoine Bossuet (1798–1889), Vedutenmaler
- Lodewijk-Jozef Delebecque (1798–1864), römisch-katholischer Geistlicher, Bischof von Gent 1838–1864
- Camille Durutte (1803–1881), Musiktheoretiker und Komponist
- Jules Malou (1810–1886), Staatsmann
- Eugène de Pruyssenaere (1826–1864), Afrikaforscher
- Aloïs Boudry (1851–1938), Genre-, Porträt- und Stilllebenmaler
- Victor Begerem (1853–1934), Rechtsanwalt und Politiker
- Louise de Hem (1866–1922), Malerin
- Léon Vanderstuyft (1890–1964), Radrennfahrer
- Albert Muylle (1910–?), Radrennfahrer
- Walter Fiers (1931–2019), Molekularbiologe
- Eric Defoort (1943–2016), Politiker und Vorsitzender der Europäischen Freien Allianz (EFA)
- Marc Vervenne (* 1949), Theologe und Rektor der Katholieke Universiteit Leuven
- Xavier Rogiers (1956–2019), Transplantationschirurg
- Nicholas Lens (* 1957), Autor und Komponist
- Yves Leterme (* 1960), Politiker und zeitweiliger Ministerpräsident
- Rik Opsommer (* 1962), Leiter des Stadtarchivs Ypern
- David Saelens (* 1975), Rennfahrer
- Stijn Joseph (* 1987), Radrennfahrer
- Emma Meesseman (* 1993), Basketballspielerin
Sonstiges
- Nach Ypern wurde die unterste geologische Stufe des Eozäns, das Ypresium, benannt.
- Da Senfgas zum ersten Mal in Ypern eingesetzt wurde, erhielt der Kampfstoff den Namen Yperit.
- Die kanadische Metal-Band Woods of Ypres nennt in ihrem Bandnamen Ypern, weil hier im Ersten Weltkrieg kanadische Soldaten kämpften.
- Der 1992 entdeckte Asteroid (10120) Ypres wurde nach der Stadt benannt.
- „Ypern“ ersetzte 1934 das Wort Ypsilon in der deutschen Buchstabiertafel.
Siehe auch
- Schlacht von Langemarck (10. November 1914)
- Kylemore Abbey (1665 in Ypern gegründet)
Galerie
-
Tuchhallen in Ypern
-
Sankt-Martins-Kathedrale, 2007
-
Saint George's Memorial Church
-
Kastanie von Ypern, 2020
Literatur
- Vorlage:MerianTopo
- Ypres. In: Grande Encyclopédie Larousse. Band 20, S. 14745–14746.
- Koen Baert: Ieper. De herrezen stad. De wederopbouw van Ieper na 1918. De Klaproos, Brugge 1998 [über den historisierenden Wiederaufbau der Stadt nach dem Ersten Weltkrieg].
Weblinks
- Offizielle Webpräsenz
- www.toerisme-ieper.be (Stadtplan mit Sehenswürdigkeiten)
- In Flanders Fields Museum
- Geschichte von Ypern
- Illustration von Daniel Meisner von 1625: Yperen; Nec Divitiis, Nec Auro (Vorlage:ULBDD)
Einzelnachweise
<references />
- Wikipedia:Maximale Gesamtgröße der Vorlagenparameter überschritten
- Wikipedia:Maximale Seitengröße durch Vorlageneinbindungen überschritten
- Seiten mit nicht-numerischen formatnum-Argumenten
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Mehrdeutigkeitshinweis
- Ort in der Provinz Westflandern
- Ypern
- Träger des Croix de guerre 1914–1918 (Ort außerhalb Frankreichs)
- Stadt als Namensgeber für einen Asteroiden