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Elisabeth Renata von Lothringen

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Datei:Ambito fiammingo - Elisabetta di Lorena, duchessa di Baviera, 1600 ca.jpg
Elisabeth Renata von Lothringen
Datei:Lukas Kilian - Elector Maximilian I of Bavaria and Elisabeth Renée of Lorraine.png
Maximilian I. und Elisabeth Renata
Datei:Wittelsbachergruft - St. Michael - Elisabeth Renata von Lothringen.jpg
Sarkophag Elisabeth Renatas in der Wittelsbachergruft von St. Michael in München

Elisabeth Renata von Lothringen (* 9. Oktober 1574 in Nancy; † 4. Januar 1635 bei Braunau am Inn) war eine lothringische Prinzessin und als erste Ehefrau des Kurfürsten Maximilian I. ab 1598 Herzogin von Bayern. Ab 1596 residierte sie mit ihrem Gatten in München. Aus ihrer 40-jährigen Ehe gingen keine Kinder hervor. Die Herzogin war sehr fromm, unternahm Wallfahrten und übte karitative Werke. 1623 erhielt sie den Titel einer Kurfürstin.

Leben

Elisabeth Renata, Tochter des Herzogs Karl III. von Lothringen und dessen Frau Claudia von Valois, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am französisch geprägten Hof ihres Vaters in Nancy. Nachdem ihre Mutter schon im Februar 1575 verstorben war, beeinflusste ihre Großmutter, die französische Königinwitwe Katharina von Medici, teilweise ihre Erziehung. Im Juni 1593 besuchte der bayrische Thronfolger Maximilian I. den lothringischen Hof und traf hier erstmals Elisabeth Renata. Nach den bis zum Sommer 1594 andauernden, erfolgreich verlaufenden Verhandlungen über ihre Eheschließung mit ihrem Cousin erhielt Elisabeth Renata eine Mitgift von u. a. 100.000 Goldkronen und entsagte ihren Erbrechten. Am 6. Februar 1595 ehelichte sie im Alter von 20 Jahren in Nancy den ein Jahr älteren Maximilian, womit die dynastische Verbindung des Hauses Lothringen mit den über Bayern regierenden Wittelsbachern gestärkt wurde. Ab März 1595 hielt sich das junge Herzogspaar ein Jahr lang in Landshut auf und logierte ab Anfang 1596 in der Wilhelminischen Veste in München.<ref name=Kägler>Britta Kägler: Elisabeth Renata von Lothringen, in: NDB-online, 1. April 2026.</ref>

Als Maximilian im Februar 1598 nach der Abdankung seines Vaters Wilhelm V. die Regierung übernahm, wurde Elisabeth Renata an seiner Seite bayrische Herzogin. In der Wilhelminischen Veste besaß sie ihre eigene Dienerschaft, die von einer Obersthofmeisterin beaufsichtigt wurde. Maximilian erlaubte seiner Gemahlin keine politische Mitsprache, zeigte aber in den an sie gerichteten Briefen seine Wertschätzung für sie. Getrübt war die 40-jährige Ehe der Herzogin durch das Ausbleiben einer Nachkommenschaft. Zur Abhilfe gegen ihre Kinderlosigkeit begab sie sich auf Kuren in Badeorte, doch blieben diese Bemühungen erfolglos. Auch nahm ihre Tante Renata von Lothringen als Gattin Wilhelms V. die dominierende Stellung unter den am Münchener Hof residierenden adligen Damen ein. Ebenso wie ihre Tante war Elisabeth Renata fromm und widmete sich wie diese karitativen Werken. So setzte sie sich für Arme und Sterbende ein, machte regelmäßige Gebetsübungen und ging wöchentlich zur Beichte. Im Rahmen ihrer Marienverehrung unternahm sie mehrere Wallfahrten wie jene, die sie 1598 nach Altötting führte. Zu ihren Beichtvätern zählte u. a. der Jesuit Johannes Vervaux. Er verfasste 1662/63 als Erster eine Lebensbeschreibung der Herzogin.<ref name=Kägler/>

Nachdem Maximilian I. 1623 Kurfürst des Heiligen Römischen Reichs geworden war, erhielt Elisabeth Renata den Titel einer Kurfürstin verliehen. Später schrieb der Hofprediger Jeremias Drexel für sie einen Fürstenspiegel (Tugendspiegel der Kurfürstin Elisabeth, München 1636). Als der schwedische König Gustav II. Adolf im Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs 1632 einen Vorstoß nach Bayern unternahm, organisierte Elisabeth Renata die Überführung des Schatzes der Altöttinger Kapelle nach Salzburg, um ihn vor Raub zu schützen. Ende Oktober 1634 musste sich das Herzogspaar aus Furcht vor der drohenden Pestgefahr in das Kloster Ranshofen bei Braunau am Inn flüchten, wo Elisabeth am 4. Januar 1635 im Alter von 60 Jahren starb. Ihr Grab befindet sich heute in der kurfürstlichen Grablege in St. Michael in München. Ihr Herz und ihre Eingeweide wurden getrennt bestattet und befinden sich in der Gnadenkapelle von Altötting.<ref name=Kägler/>

Literatur

  • Dieter Albrecht: Maximilian I. von Bayern 1573–1651. Oldenbourg, München 1998, ISBN 3-486-56334-3.
  • Andreas Kraus: Maximilian I. Bayerns großer Kurfürst Graz u. a. 1990, ISBN 3-222-11972-4.

Weblinks

Commons: Elisabeth Renata von Lothringen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Anmerkungen

<references/>

  1. REDIRECT Vorlage:Personenleiste

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