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Elisabeth Auguste von Pfalz-Sulzbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Kurfüstin Elisabeth Auguste am Spinett.jpg
Kurfürstin Elisabeth Auguste am Spinett, Porträt von Johann Heinrich Tischbein, heute im Kurpfälzischen Museum, Heidelberg
Datei:1721 Elisabeth Auguste.jpg
Elisabeth Auguste von Pfalz-Sulzbach als Kurfürstin
Datei:Elisabeth Auguste von der Pfalz1.JPG
Sarg der Kurfürstin, München, St.-Michaels-Kirche

Elisabeth Auguste von Pfalz-Sulzbach, eigentlich richtig Maria Elisabetha Sophia Augusta Innocentia Eulalia Gabriela<ref></ref> (* 17. Januar 1721 in Mannheim; † 17. August 1794 in Weinheim), war die älteste Enkelin des Kurfürsten Karl III. Philipp von der Pfalz und durch ihre Heirat mit Karl IV. Theodor selbst Kurfürstin von der Pfalz, später zu Pfalzbayern.

Sie selbst signierte insbesondere private Briefe nicht selten als 'Auguste'. Am 17. April 1765 unterschrieb sie beispielsweise einen Brief an Clemens Franz in Bayern mit "votre fidelle soeur Auguste"<ref></ref> (Ihre treue Schwester Auguste). Im pfälzischen Volksmund avancierte sie im 19. Jahrhundert zu 'Elisabeth Auguste', was auch die ältere Forschungsliteratur aufgriff. Die neuere Forschung wählt hingegen üblicherweise ihren verkürzten Taufnamen 'Elisabeth Augusta'.<ref></ref>

Leben

Ihre Eltern waren Joseph Karl von Pfalz-Sulzbach (1694–1729) und Elisabeth von Pfalz-Neuburg (1693–1728), Tochter von Kurfürst Karl III. Philipp. Ihre Schwestern waren Maria Franziska von Pfalz-Sulzbach (1724–1794) und Maria Anna von Pfalz-Sulzbach (1722–1790).

An ihrem 21. Geburtstag und somit am Tag der Erlangung ihrer Mündigkeit, am 17. Januar 1742, heiratete sie ihren Cousin Karl Theodor von Pfalz-Sulzbach, der im Dezember 1742 Kurfürst von der Pfalz und 1777 Kurfürst zu Pfalzbayern wurde. Ihr Verhältnis war nicht sehr glücklich. Während ihrer Ehe gebar sie nur ein einziges Kind, einen Sohn namens Franz Ludwig Joseph. Der lang ersehnte Stammhalter starb jedoch zum großen Bestürzen der Eltern einen Tag nach seiner Geburt am 29. Juni 1761. Das Ehepaar lebte seither weitgehend getrennt. Elisabeth Auguste zog sich in ihr Schloss nach Oggersheim zurück, von dem heute nur noch die Wallfahrts- bzw. Schlosskirche mit Wappen und Weiheinschrift der Kurfürstin existiert. Von Oggersheim musste sie am Jahresende 1793 vor den heranrückenden französischen Revolutionstruppen nach Weinheim auf der rechten Rheinseite fliehen, wo sie im dortigen Schloss wohnte. Ihre Leibärzte waren ab 1750 Franz Joseph von Oberkamp und später der Heidelberger Arzt und Geburtshelfer Franz Anton Mai.

Trotz der Kinderlosigkeit seiner Frau, ihrer diversen Liebhaber, wie Karl Ludwig Freiherr von Rodenhausen (1719–1804),<ref></ref> und des Kurfürsten zahlreichen Mätressen verstieß Karl Theodor seine Frau nie und ging erst nach ihrem Tod im Jahre 1794 eine weitere Ehe mit Erzherzogin Maria Leopoldine von Österreich-Este ein, die jedoch zum unglücklichsten Abschnitt seines Lebens werden sollte. Kurfürstin Elisabeth Auguste und ihr Schwager, Clemens Franz, Herzog in Bayern, pflegten über lange Zeit eine Affäre sowie eine lebenslange innige Freundschaft, wovon über hundert Briefe zeugen.<ref></ref>

Ihre Beisetzung erfolgte in der Karmeliterkirche Heidelberg, nach Aufhebung des Klosters überführte man den Sarg 1805 in die St. Michaelskirche zu München.

Auszeichnungen

Am 5. Juli 1760 wurde sie in den russischen St.-Katharina-Orden aufgenommen. Selbst stiftete sie 1766 den St. Elisabethenorden, dessen erste Großmeisterin sie war.<ref>Europäisches genealogisches Handbuch. 1794, ZDB-ID 984320-6, S. 188.</ref>

Nachkommen

Ehe mit Kurfürst Karl II. Philipp Theodor zu Pfalzbayern von 1742 bis 1794

  • Franz Ludwig Joseph, Erbprinz von Pfalz-Sulzbach (* 28./† 29. Juni 1761 auf Schloss Schwetzingen)<ref></ref>

Vorfahren

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Christian August von Pfalz-Sulzbach (1622–1708)
 
 
 
 
Theodor Eustach Herzog von Pfalz-Sulzbach (1659–1732)
 
 
 
 
 
Amalie von Nassau-Siegen (1915–1669)
 
 
 
Joseph Karl von Pfalz-Sulzbach (1694–1729)
 
 
 
 
 
 
Wilhelm I. von Hessen-Rotenburg (1648–1725)
 
 
 
Marie Eleonore von Hessen-Rotenburg (1675–1720)
 
 
 
 
 
Maria Anna von Löwenstein-Wertheim (1652–1688)
 
 
 
Elisabeth Auguste von Pfalz-Sulzbach
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Philipp Wilhelm Kurfürst von der Pfalz (1615–1690)
 
 
 
Karl III. Philipp Kurfürst von der Pfalz (1661–1742)
 
 
 
 
 
Elisabeth Amalie von Hessen-Darmstadt (1635–1709)
 
 
 
Elisabeth Auguste Sofie von der Pfalz (1693–1728)
 
 
 
 
 
 
 
 
Bogusław Radziwiłł (1620–1669)
 
 
 
Ludwika Karolina Charlotte von Radziwiłł-Birze (1667–1695)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Anna Maria Radziwiłł (1640–1667)
 
 

Das Bibliothekskabinett im Mannheimer Schloss

Von 1755 bis 1757 erbaute der Hofarchitekt Nicolas de Pigage das Bibliothekskabinett im Mannheimer Schloss als Privatbibliothek für die Kurfürstin das heute (ohne Bücher) noch erhalten ist.

Literatur

  • Karl Kreuter: Kurfürstin Elisabeth Auguste von Pfalz-Bayern (1721–1794). Ein heimatgeschichtlicher Beitrag zum 700 jährigen Jubiläum des Anfalles der Pfalz an das Haus Wittelsbach. Riebsam, Oggersheim 1914.
  • Björn Mismahl: Abwesenheit mystifiziert. Elisabeth Auguste von Pfalz-Sulzbach in ihren Erblanden am Rhein und Schloss Benrath. In: FrauenGeschichten. Weiblicher Adel auf Schloss Benrath vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, hrsg. von Stefan Schweizer und Björn Mismahl, Düsseldorf 2019, S. 108–125, ISBN 978-3-947932-01-6.
  • Stefan Mörz: Die letzte Kurfürstin. Elisabeth Augusta von der Pfalz, die Gemahlin Karl Theodors. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1997, ISBN 3-17-015006-5.
  • Oliver Plate: Der Einfluss Kurfürstin Elisabeth Augustas auf die "Comédie française" am Mannheimer Hof und das Nationaltheater. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Bd. 169 (2021), S. 343–357.
  • Susan Richter: Unmaskierte Leidenschaften, zärtliche Treue – Semantiken einer fürstlichen Liebe auf Distanz. Inhaltliche Einleitung zur Briefedition. In: Dies. (Hg.): Amo te solo. Der private Briefwechsel von Kurfürstin Elisabeth Augusta von der Pfalz mit Clemens-Franz in Bayern (Kommentierte kritische Edition des französischen Briefwechsels aus dem Geheimen Staatsarchiv München anlässlich des 300. Geburtstages der Kurfürstin 2021), Heidelberg 2021. (Unter Mitarbeit von Michael Roth) S. 17–70.
  • Susan Richter (Hrsg.): Amo te solo. Der private Briefwechsel von Kurfürstin Elisabeth Augusta von der Pfalz mit Clemens-Franz in Bayern (Kommentierte kritische Edition des französischen Briefwechsels aus dem Geheimen Staatsarchiv München anlässlich des 300. Geburtstages der Kurfürstin 2021, unter Mitarbeit von Michael Roth) Heidelberg University Press, (HeiDocs) 2021. ISBN 978-3-948083-52-6 (Open Access)
  • Susan Richter: “SPES PALATINATUS” - Der Tod des pfälzischen Erbprinzen 1761 aus der Perspektive protonationaler Identitätsstiftung. Kurfürstin Elisabeth Augusta von der Pfalz zum 300. Geburtstag. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins (ZGO) 169 (2021) S. 319–341, ISBN 978-3-7995-9584-1.
  • Susan Richter: Elisabeth Augusta als Jägerin - Skizze einer Leidenschaft, in: Die Lust am Jagen. Jagdsitten am kurpfälzischen Hof im 18. Jahrhundert, hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 1999, S. 27–32, ISBN 3-89735-118-8.
  • Michael Roth: Elisabetha Augusta Electrix Palatina extruxit. Grundsteinlegung und Kirchengründung bei Kurfürstin Elisabeth Augusta von der Pfalz. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Bd. 169 (2021), S. 359–371.
  • Alfried Wieczorek, Hansjörg Probst, Wieland Koenig (Hrsg.): Lebenslust und Frömmigkeit. Kurfürst Carl Theodor (1724–1799) zwischen Barock und Aufklärung (= Publikationen des Reiss-Museums Mannheim. 1). 2 Bände. Pustet, Regensburg 1999, ISBN 3-7917-1678-6 (Handbuch); ISBN 3-7917-1679-4 (Katalog).

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

VorgängerinAmtNachfolgerin
Maria Anna von Sachsen(Kurfürstin von Bayern)      Kurfürstin zu Pfalzbayern
1777–1794
Maria Leopoldine von Österreich-Este

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