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Elfrida Andrée

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Elfrida Andrée (um 1916)

Elfrida Andrée (* 19. Februar 1841 in Visby; † 11. Januar 1929 in Göteborg) war eine schwedische Organistin, Komponistin und Telegrafistin.

Leben

Die Schülerin von Ludvig Norman und Niels Wilhelm Gade war eine Vertreterin der Frauenbewegung. Sie war die erste Berufsorganistin im skandinavischen Raum. Das war nur möglich, weil sie auf ihre eigene Initiative hin zusammen mit ihrem Vater Andreas Andrée eine entsprechende Petition an den schwedischen König Karl XV. eingereicht und dieser das Gesuch nach anfänglichem Zögern bewilligt hatte und eine entsprechende Gesetzesänderung veranlasste.<ref name="Gromes/Wosnitzka-S. 177.">Raphaela Gromes/Susanne Wosnitzka: FORTISSIMA! Verdrängte Komponistinnen und wie sie meinen Blick auf die Welt verändern. München (Goldmann Verlag) 2025, ISBN 978-3-442-31797-4, S. 177.</ref>

Ein großes Anliegen war für Elfrida Andrée die Stärkung von Frauen in Gesellschaft und Kunst: „Im Aufsteigen des weiblichen Geschlechts zu Selbst-Bewusstsein über seine Berufung und Fähigkeiten, zu Kraft und Wirksamkeit, zu Unabhängigkeit und Fortschritt liegt die Wahrheit, die ich über alles liebe und für die ich meine Zeit und mein Leben opfern will. [...] Man könnte leichter einem Felsen ein Stück entreißen als mir meine Idealvorstellung: die Aufwertung der Frauen!“<ref>Katrin Losleben: Einblick in Leben und Werk der Elfrida Andrée (1841–1929), in: Archiv Frau und Musik (Hg.): VivaVoce, Nr. 89, Frankfurt am Main 2011, S. 12f.</ref>

Ab dem 1. Mai 1861<ref name="Gromes/Wosnitzka-S. 177.">Raphaela Gromes/Susanne Wosnitzka: FORTISSIMA! Verdrängte Komponistinnen und wie sie meinen Blick auf die Welt verändern. München (Goldmann Verlag) 2025, ISBN 978-3-442-31797-4, S. 177.</ref> wirkte sie an der Finnischen Kirche und 1862 an der Französischen Reformierten Kirche in Stockholm als Organistin<ref name="Losleben zu Elfrida Andrée, MUGI-Lexikon.">Katrin Losleben: Artikel „Elfrida Andrée“. In: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff.</ref> mit einem Gehalt von 1400 Reichstalern. Musiklehrerinnen verdienten sonst nur 200 bis 300 Reichstaler.<ref name="Gromes/Wosnitzka-S. 177.">Raphaela Gromes/Susanne Wosnitzka: FORTISSIMA! Verdrängte Komponistinnen und wie sie meinen Blick auf die Welt verändern. München (Goldmann Verlag) 2025, ISBN 978-3-442-31797-4, S. 177.</ref> Ab 1863 arbeitete sie auch als Gesangslehrerin am Höheren Lehrerinnenseminar und an verschiedenen Schulen.<ref name="Losleben zu Elfrida Andrée, MUGI-Lexikon.">Katrin Losleben: Artikel „Elfrida Andrée“. In: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff.</ref> Für das 6. Frauenwahlrechtstreffen der International Woman Suffrage Alliance 1911 in Stockholm komponierte sie ihre Suffrage Cantate.<ref name="Hofmann Geburtstagsgruß">Maria Hofmann: Geburtstagsgruß Elfrida Andrée (1841–1929), in: Blog des Archivs Frau und Musik, Artikel vom 19. Februar 2026, zuletzt abgerufen am 19. Februar 2026.</ref>

Ab 1867 arbeitete Elfrida Andrée als Organistin an der Kathedrale von Göteborg. Mit ihrer Nichte Elsa Stenhammer veranstaltete sie in dieser Stadt auch öffentliche Folkskonserter als Dirigentin und Chorleiterin mit oft eigenen Werken,<ref name="Losleben zu Elfrida Andrée, MUGI-Lexikon.">Katrin Losleben: Artikel „Elfrida Andrée“. In: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff.</ref> um mit vergünstigten Eintrittspreisen auch den einfacheren Leuten Genuss gehobenerer Musik zu ermöglichen.<ref name="Hofmann Geburtstagsgruß">Maria Hofmann: Geburtstagsgruß Elfrida Andrée (1841–1929), in: Blog des Archivs Frau und Musik, Artikel vom 19. Februar 2026, zuletzt abgerufen am 19. Februar 2026.</ref>

Auf ihre Initiative geht auch zurück, dass Frauen in Schweden erstmals den Beruf der Telegrafistin ausüben durften. Auch dafür reichte sie erfolgreich eine Petition bei Karl XV. ein, um darin ausgebildet zu werden und alle Prüfungen ablegen zu können.<ref name="Losleben zu Elfrida Andrée, MUGI-Lexikon.">Katrin Losleben: Artikel „Elfrida Andrée“. In: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff.</ref> Ob sie tatsächlich als Telegrafistin auch arbeitete, ist unbekannt. Frühe Meldungen aus der Schweiz weisen nach, dass Frauen bereits 1855 als Telegrafistinnen arbeiten konnten. Man hatte speziell sie ausgebildet, weil sie mit ihrem Sprachverständnis weniger Fehler als Männer machten.<ref name="Gromes/Wosnitzka-S. 177.">Raphaela Gromes/Susanne Wosnitzka: FORTISSIMA! Verdrängte Komponistinnen und wie sie meinen Blick auf die Welt verändern. München (Goldmann Verlag) 2025, ISBN 978-3-442-31797-4, S. 177.</ref>

Datei:Elfrida Andrée vid orgeln i Göteborgs domkyrka.jpg
Elfrida Andrée im Jahr 1904 an der Orgel der Domkirche Göteborg

Zwischen 1872 und 1905 machte sie mehrere Reisen durch Deutschland, um Orgelkonzerte zu geben. In Leipzig, wo sie am Wirkungsort von Johann Sebastian Bach auf der Orgel der Thomaskirche spielen wollte, schlug ihr als Frau Ablehnung entgegen. In Dresden hatte sie 1904 den größten Erfolg, wo ihre Sinfonie und eine Ouvertüre durch Willy Olsen als Leiter der Dresdner Königlichen Kapelle als Sensation aufgeführt wurden. Auch in Berlin gab sie an der Marienkirche ein Konzert mit eigenen Orchesterwerken, musste das Orchester aber wie in Dresden selbst bezahlen.<ref name="Losleben zu Elfrida Andrée, MUGI-Lexikon.">Katrin Losleben: Artikel „Elfrida Andrée“. In: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff.</ref>

Ihr heute bekanntestes Werk, ihre Oper Fritiofs Saga auf einen Text von Selma Lagerlöf und vor 1898 geschaffen, kam zu Elfrida Andrées Lebzeiten in ihrer Originalfassung nicht zur öffentlichen Aufführung. 1894 schrieb die Königliche Oper Stockholm zur Einweihung des im Bau befindlichen neuen Opernhauses einen Kompositionswettbewerb aus. Als Librettistin wünschte sich Elfrida Andrée die erfolgreiche Schriftstellerin Selma Lagerlöf, die mit ihrer Gösta Berlings Saga zuvor ihren literarischen Durchbruch hatte. Die dreijährige Zusammenarbeit an ihrer gemeinsamen Oper erwies sich als schwierig, und Bemühungen, das Werk überhaupt an einem Opernhaus anzubringen, scheiterten. Die Fritiofs Saga wurde dann in privatem Rahmen 1898 aufgeführt, aber als Desaster. Ihre Nichte Elsa Stenhammer veranlasste zwar noch eine Aufführung in einem der Volkskonzerte, von denen Elfrida Andrée im Verlauf ihres Lebens über 800 organisiert hatte, aber in einer von Andrée umgeschriebenen Version als Suite.<ref name="Losleben zu Elfrida Andrée, MUGI-Lexikon.">Katrin Losleben: Artikel „Elfrida Andrée“. In: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff.</ref>

Auszeichnungen

1879 wurde Elfrida Andrée als Mitglied in die Kungl. Musikaliska Akademien gewählt. Damit erhielt sie eine der höchsten Auszeichnungen des schwedischen Musiklebens.<ref name="Losleben zu Elfrida Andrée, MUGI-Lexikon.">Katrin Losleben: Artikel „Elfrida Andrée“. In: MUGI. Musikvermittlung und Genderforschung: Lexikon und multimediale Präsentationen, hg. von Beatrix Borchard und Nina Noeske, Hochschule für Musik und Theater Hamburg, 2003ff.</ref>

Würdigung

Andrées Orgelsinfonien werden bis in die Gegenwart aufgeführt. Ihre szenische Uraufführung erfuhr die Oper unter dem Titel Die Fritjof-Saga in der Essener Oper am 7. Februar 2026.<ref>Programm des Aalto Musiktheaters Essen, zuletzt abgerufen am 19. Februar 2026.</ref> Zu ihrem Œuvre gehören außerdem mehrere Orchesterwerke, ein Klavierquintett (1865), ein Klavierquartett (1870) und ein Klaviertrio (1887), Violin- und Klavierstücke, zwei Schwedische Messen und Lieder. Wiederentdeckt wurde die Komponistin in den 1980ern durch die schwedische Musikwissenschaftlerin Eva Öhrström.

Weblinks

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Literatur

  • Eva Öhrström: Elfrida Andrée im Svenskt kvinnobiografiskt lexikon 2018 (Biografisches Lexikon schwedischer Frauen, englisch).
  • Eva Öhrström: Elfrida Andrée: Ett levnadsöde. Stockholm 1999.
  • Eva Öhrström: Borgerliga kvinnors musicerande i 1800-talets Sverige [Bourgeois women musicians in 19th century Sweden]. Diss. Göteborgs universitet, 1987. (258 S : Ill., Diagr., Noten, Tab. u. Zsfass./Abstract in engl. Spr.).
  • Katrin Losleben: Einblick in Leben und Werk der Elfrida Andrée (1841–1929), in: Archiv Frau und Musik (Hg.): VivaVoce, Nr. 89, Frankfurt am Main 2011, S. 12f.
  • Raphaela Gromes/Susanne Wosnitzka: FORTISSIMA! Verdrängte Komponistinnen und wie sie meinen Blick auf die Welt verändern. München (Goldmann Verlag) 2025, S. 177, ISBN 978-3-442-31797-4.

Einzelnachweise

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