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Elektrizitätswerk Schlesien

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Elektrizitätswerk Schlesien
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 18. November 1909
Auflösung 1946
Auflösungsgrund Enteignung
Sitz Breslau, Schlesien
(heute Polen)
Branche Energieversorgung, Öffentlicher Personennahverkehr
Datei:Siechnice Elektrocieplownia.jpg
Das heutige Kraftwerk Siechnice, erbaut am ehemaligen Standort des Kraftwerks des EWS
Datei:Elektrizitätswerk Schlesien 1921 1000 Mk.jpg
Aktie über 1000 Mark der Elektrizitätswerk Schlesien AG vom 11. Juli 1921

Die Elektrizitätswerk Schlesien AG (kurz EWS, Schreibweise auch Elektricitätswerk Schlesien) war ein von 1909 bis 1946 bestehendes Energieversorgungs- und Straßenbahn-Unternehmen mit Sitz in Breslau, der Hauptstadt Schlesiens.

Das Unternehmen wurde 1909 von der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) über ihre Finanzierungs-Tochter Gesellschaft für elektrische Unternehmungen (Gesfürel) gegründet.<ref>Hamburgischer Correspondent vom 20. November 1909, Seite 2, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 20. April 2025, Direktlink.</ref> Anteilseigner waren neben der AEG die preußische Provinz Schlesien und einige Städte und Gemeinden im Versorgungsgebiet sowie später auch die Elektrowerke AG.

Das EWS baute in der Zeit der Elektrifizierung das elektrische Netz in der Region auf, betrieb die ersten Kraftwerke (Tschechnitz und Mölke)<ref>Toni Pierenkemper: Die Industrialisierung europäischer Montanregionen im 19. Jahrhundert. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-515-07841-X.</ref> und versorgte Mittelschlesien mit Strom. Zuletzt waren etwa eine Million Einwohner in 654 Gemeinden über ein Leitungsnetz mit mehr als 2.500 km Länge angeschlossen.

1922 stieg das EWS durch eine Beteiligung an der Niederschlesischen Elektrizitäts- und Kleinbahn-AG in Waldenburg auch in das Geschäft mit elektrischen Bahnen ein.<ref>Berliner Börsen-Zeitung vom 22. Februar 1923, Seite 8, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 20. April 2025, Direktlink.</ref>

Datei:Siechnice, tepelná elektrárna.jpg
Im Vordergrund die heute noch bestehenden Originalmasten der 110-kV-Leitung von Tschechnitz nach Bunzlau

1927 wurde ein langfristiger Stromliefervertrag mit der Elektrowerke AG geschlossen, über den der überregionale Vertrieb und die Versorgung sichergestellt wurde.<ref>Wittener Tageblatt vom 10. August 1927, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 20. April 2025, Direktlink.</ref> Zur Stärkung der Verbundwirtschaft verband das EWS 1927 das Mitteldeutsche Braunkohlerevier und das Waldenburger Steinkohlen-Revier (um Wałbrzych) durch eine 100-kV-Fernleitung von Bunzlau nach Tschechnitz (vgl. Abbildung).<ref>Berliner Tageblatt und Handelszeitung vom 22. Februar 1928, 2. Beiblatt, abgerufen über deutsche-digitale-bibliothek.de am 20. April 2025, Direktlink.</ref>

Nach der Eroberung Schlesiens durch die Rote Armee am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Unternehmen 1946 enteignet.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />