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Eidengesäß

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Eidengesäß
Gemeinde Linsengericht
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2397)&title=Eidenges%C3%A4%C3%9F 50° 11′ N, 9° 14′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(2397) 50° 10′ 47″ N, 9° 13′ 46″ O
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Höhe: 226 m ü. NHN
Fläche: 2,41 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 2397 (30. März 2022)<ref name="DF">Verteilung der Gesamteinwohner auf die einzelnen Ortsteile. (PDF; 17 MB) Vorbericht. In: Haushaltsplan 2023. Gemeinde Linsengericht, S. 23, abgerufen im Juni 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 995 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. September 1970
Postleitzahl: 63589
Vorwahl: 06051
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Eidengesäß ist neben Altenhaßlau, Großenhausen (mit Waldrode), Geislitz (mit Hof Eich und Eichermühle) und Lützelhausen einer der fünf Ortsteile der Gemeinde Linsengericht im hessischen Main-Kinzig-Kreis.

Geografie

Geografische Lage

Eidengesäß liegt im nördlichen Sandsteinspessart 220 m über NHN und 4,2 km südöstlich von Gelnhausen an dem im Ort entspringenden Haßelbach, einem linken Nebenfluss der Kinzig.

Nachbargemeinden

Die Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn: die Ortsteile der Gemeinde Biebergemünd Kassel im Nord-Osten, Lanzingen im Osten, Breitenborn im Süd-Osten, die Gemeindeortsteile Geislitz und Großenhausen im Süd-Westen. Es folgen der Ortsteil Altenhaßlau und die Stadt Gelnhausen im Nord-Westen und der Gelnhäuser Stadtteil Höchst im Norden.

Gelnhausen, Altenhaßlau Höchst Kassel
[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]: Lanzingen
Geislitz, Großenhausen Breitenborn

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Ytzengesesse erfolgte im Jahr 1288 in einer Urkunde der Grafschaft Hanau.<ref name="lagis" /> In erhaltenen Urkunden wurde der Ort später unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):<ref name="lagis" /> Idengesesze (1377) und Eidengeses (1556).

Das Dorf gehörte im Mittelalter zum Gericht Altenhaßlau, aus dem sich das Amt Altenhaßlau entwickelte, das zur Herrschaft Hanau, später zur Grafschaft Hanau und letztendlich zur Grafschaft Hanau-Münzenberg gehörte. 1349 wurde in Eidengesäß eine Marienkapelle geweiht und 1370 Besitz des Klosters Selbold erwähnt. Vor und nach der Reformation war das Dorf in Altenhaßlau eingepfarrt, wobei das Kirchenpatronat bei den Herren und Grafen von Hanau lag. Die Reformation schlug hier – wie in der gesamten Grafschaft Hanau-Münzenberg – nach 1597 die reformierte Richtung ein.

Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., 1736, erbte Landgraf Friedrich I. von Hessen-Kassel aufgrund eines Erbvertrages aus dem Jahr 1643 die Grafschaft Hanau-Münzenberg und damit auch das Dorf Eidengesäß. 1821 kam das Dorf, nunmehr im Kurfürstentum Hessen genannten Hessen-Kassel gelegen, bei einer dort durchgeführten grundlegenden Verwaltungsreform zu dem neu gebildeten Kreis Gelnhausen.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Die Gemeinde Linsengericht wurde zum 1. September 1970 im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den freiwilligen Zusammenschluss der vier bis dahin selbständigen Gemeinden Altenhaßlau, Eidengesäß, Geislitz und Großenhausen gegründet.<ref>Zusammenschluss der Gemeinden Altenhaßlau, Eidengesäß, Geislitz und Großenhausen im Landkreis Gelsnhausen zur neuen Gemeinde „Linsengericht“ vom 28. August 1970. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 37, S. 1785, Punkt 1673 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,9 MB]).</ref><ref></ref> Seit 1974 gehört Linsengericht-Lützelhausen zum durch die Gebietsreform neu entstandenen Main-Kinzig-Kreis. Für alle fünf Ortsteile von Linsengericht wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 284 kB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Linsengericht, abgerufen im Juni 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Eidengesäß angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Eidengesäß 2355 Einwohner. Darunter waren 48 (2,0 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 384 Einwohner unter 18 Jahren, 839 zwischen 18 und 49, 555 zwischen 50 und 64 und 477 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 1026 Haushalten. Davon waren 282 Singlehaushalte, 318 Paare ohne Kinder und 345 Paare mit Kindern, sowie 75 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 234 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 675 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

 Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />

  • 1587: 41 Schützen, 10 Spießer, 1 Zimmerer
  • 1632: 43 Haushaltungen
  • 1753: 50 Haushaltungen mit 199 Personen
  • 1812: 58 Feuerstellen, 364 Seelen
Eidengesäß: Einwohnerzahlen von 1812 bis 2022
Jahr  Einwohner
1812
  
364
1834
  
407
1840
  
415
1846
  
430
1852
  
397
1858
  
378
1864
  
439
1871
  
430
1875
  
476
1885
  
483
1895
  
496
1905
  
569
1910
  
609
1925
  
716
1939
  
823
1946
  
1.088
1950
  
1.158
1956
  
1.220
1961
  
1.311
1967
  
1.630
1970
  
1.686
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
2.355
2022
  
2.397
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1885: 463 evangelische (= 95,86 %), 20 katholische (= 4,14 %) Einwohner<ref name="lagis" />
• 1961: 1104 evangelische (= 84,21 %), 202 katholische (= 15,41 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Politik

Für Eidengesäß besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Eidengesäß) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus acht Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 57,05 %. Dabei wurden gewählt: fünf Mitglieder der SPD, ein Mitglied der CDU und zwei Mitglieder der „Freien Wähler Linsengericht“ (FWG).<ref>Ortsbeiratswahl Eidengesaess. In: Votemanager. Gemeinde Linsengericht, abgerufen im Juni 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Andreas Millot (SPD) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Eidengesaess. In: Rats-Info-System. Gemeinde Linsengericht, abgerufen im Juni 2024.</ref>

Öffentliche Einrichtungen

Kindertagesstätte

In Eidengesäß befindet sich die Kindertagesstätte Lummerland. Fünf Gruppen mit insgesamt bis zu 95 Kindern können hier betreut werden<ref>Kita Lummerland, aufgerufen am 12. Dezember 2021</ref>.

Schulen

1963 wurde in Eidengesäß eine Gemeinschaftsschule Eidengesäß-Geislitz, eingeweiht. Diese Geisbergschule ist heute eine reine Grundschule für Kinder aus beiden Ortsteilen<ref>Geisbergschule</ref>.

Weitere Schulen in der Gemeinde sind:

Weiterführende Schulen in der Region sind:

Freiwillige Feuerwehr Eidengesäß

Die Freiwillige Feuerwehr Eidengesäß wurde 1879 gegründet. 1968 folgte die Gründung einer Jugendfeuerwehr. Einsatz- und Gefahrenschwerpunkte sind:

  • Ölwehr,
  • Messungen an Einsatzstellen,
  • Logistik für Linsengericht.

Die Einsatzabteilung besteht (Stand 2023) aus 27 Frauen und Männern. Die Jugendfeuerwehr Eidengesäß zählt 8 Einsatzkräfte<ref>Freiwillige Feuerwehr Eidengesäß, aufgerufen am 17. Januar 2023</ref>.

Persönlichkeiten

  • Karl Glöckner (1845–1953), letzter lebender Veteran des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 und zum Zeitpunkt seines Todes der älteste Mann Deutschlands.

Kulturdenkmäler

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Linsengericht (Hessen)#Eidengesäß

Literatur

  • Ludwig Bickell: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel. Band 1: Alhard von Drach: Kreis Gelnhausen. Marburg 1901, S. 142 f.
  • Walter Engel: Die urkundlichen Ersterwähnungen der Linsengerichter Ortsteile in einer kurzen Zusammenfassung – Altenhaßlau – Eidengesäß – Geislitz mit Hof Eich, Großenhausen mit Waldrode – Lützelhausen. In: Mitteilungsblatt des Zentrums für Regionalgeschichte 30 (2005), S. 5 f. ISSN 0940-4198
  • Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen. Marburg 1926., S. 107.
  • Vorlage:HessBib
  • Vorlage:HessBib

Weblinks

Commons: Eidengesäß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Eidengesäß, Main-Kinzig-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 198 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 28 und 82, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;.</ref> </references>

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