Geheimratsecken
Mit Geheimratsecken wird seit dem frühen 20. Jahrhundert<ref>Google Ngram Viewer. Abgerufen am 21. Mai 2020.</ref> umgangssprachlich der Haarausfall am Haaransatz über den Schläfen eines Mannes bezeichnet. Die medizinische Bezeichnung dafür ist Calvities frontalis.<ref>Theodor H. Schiebler, Walter Schmidt (Hrsg.): Anatomie: Zytologie, Histologie, Entwicklungsgeschichte, makroskopische und mikroskopische Anatomie des Menschen. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-366205733-9, S. 686, Sp. 2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.);
Calvities ‚Kahlheit‘: Pschyrembel, 259. Auflage, S. 259, Sp. 1.</ref>
Merkmale
Geheimratsecken sind nicht selten Anzeichen einer beginnenden Glatzenbildung (siehe auch Hamilton-Norwood-Schema) durch Entstehen einer Stirnglatze oder ein Zusammenlaufen mit der Hinterhauptglatze (Tonsur).<ref name="Volk, Winter 2013">Behaarung des Menschen. In: R. Volk, F. Winter: Lexikon der Kosmetischen Praxis. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-370915297-3, insb. S. 64 Sp. 2 ff (Eintrag ab S. 63; eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Sie treten aber auch bei geschlossenem Haarwuchs bis ins hohe Alter regelmäßig auf. Vereinzelt entstehen sie schon in jugendlichem Alter in der Pubertät.<ref>Androgenetischer Haarausfall/Haarausfall vom männlichen Typ. In: Petra Jany, Karsten Diekmann, Hanna Lipp-Thoben, Dieter Lück: Friseurfachkunde. Springer-Verlag, 2015, S. 56 ff.</ref> An altgriechischen Porträts ist überliefert, dass sie schon damals als Zeichen der Würde eines ehrenvollen Alters galten.<ref>Vergl. Typus „mit Kurzhaarfrisuren und gelichteten Schläfen“ nach Dirk Piekarski: Anonyme griechische Porträts des 4. Jhs. v. Chr: Chronologie und Typologie (= Internationale Archäologie Band 82). (ISSN 0939-561X), Verlag Marie Leidorf, Rahden/Westf. 2004, ISBN 978-389646354-8, S. 76 f. (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Wortvarianten
Die Bezeichnung spielt auf die Ehre und das Alter des frühneuzeitlichen Titels Geheimer Rat an. Sie findet heute noch Verwendung. Ein anderer – besonders im österreichischen Raum verwendeter – Ausdruck für das gleiche Phänomen ist Hofratsecken, weil der vergleichbare Titel Hofrat bis heute existiert. Insbesondere in der Schweiz ist auch die Bezeichnung Ratsherrenecken gebräuchlich. Vergleichbar ist auch Ministerwinkel. Eine weitere, ironische Bezeichnung ist Ehestandswinkel.
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
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