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Edzard I. (Ostfriesland)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Jacob Cornelisz van Amsterdam.jpg
Graf Edzard I. um 1520/30. Gemälde von Jacob Cornelisz. van Oostsanen

Edzard I. (genannt „der Große“), (* Januar 1462 in Greetsiel; † 14. Februar 1528 in Emden) war Graf von Ostfriesland aus der ostfriesischen Adelsfamilie Cirksena.

Leben

Edzard war der zweite Sohn des Grafen Ulrich und der Theda Ukena. Über Kindheit und Jugend ist wenig bekannt. Nach dem frühen Tod des Vaters führte Theda allein die Regierung, ehe diese ab etwa 1480 schrittweise an ihren ältesten Sohn Enno überging. 1481 nahm Edzard zusammen mit seinem Bruder Otto (Uko) ein Studium des römischen Rechts an der alten Universität Köln (Universitas Studii Coloniensis) auf. Wie lange die beiden studiert haben, ist unklar.<ref name="ostfriesischelandschaft">Edzard I. (1462–1528). In: ostfriesischelandschaft.de. 19. Februar 2023, abgerufen am 3. April 2023.</ref>

1492 begab sich Edzard auf Pilgerfahrt nach Jerusalem. Dort ließ sich der Abkömmling einer ostfriesischen Häuptlingsfamilie standesbewusst zum Ritter vom Heiligen Grabe schlagen. Während er in Jerusalem weilte, verunglückte sein Bruder Enno im Februar 1491 tödlich, so dass Edzard von seiner Pilgerfahrt nach Ostfriesland zurückkehrte. Dort beteiligte ihn Theda an der Regierung. Als seine Mutter 1494 starb, übernahm er die Regierung zunächst gemeinsam mit Uko,<ref name="ostfriesischelandschaft" /> der sich seinem Bruder aber völlig unterordnete.<ref>Onno Klopp: Geschichte Ostfrieslands, Hannover 1854–1858. Band 1 (bis 1570). S. 251 f.</ref>

In seinen ersten Regierungsjahren behauptete seine Grafschaft gegen Ansprüche und Überfälle Hamburgs, Münsters, und Oldenburgs, gewann die Stadt Emden und brachte Butjadingen unter seine Oberhoheit.<ref>Klaus G. Saur: Edzard I. der Große, Graf von Ostfriesland. In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Band 3: Einstein–Görner. K. G. Saur, München 2006, ISBN 3-598-25033-9, S. Vorlage:VonBis (degruyter.com – eingeschränkte Ansicht).</ref>

Edzard I. ist vor allem durch die Unterwerfung der Häuptlinge Hero Omken aus dem Harlingerland und Edo Wiemken der Jüngere von Jever, die Begünstigung der Reformation in seinem Lande, die Schöpfung eines neuen Landrechts, die Reform des Münzwesens und die Einführung der Primogenitur im Hause der Cirksena hervorgetreten.

Konflikt mit Sachsen und Groningen (Sächsische Fehde)

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Freudiger Einzug von Edzard I. in die Stadt Groningen am 1. Mai 1506
Datei:EdzardCirksena1508.png
Die Herrschaft von Graf Edzard I. von Ostfriesland im Jahr 1508

In der Außenpolitik geriet Edzard in einen langjährigen Konflikt mit den sächsischen Herzögen um die Vorherrschaft in Groningen. Er stellte sich gegen Herzog Georg von Sachsen, der im Auftrag des Kaisers Ansprüche auf die Stadt erhob. Edzard nutzte die Lage, um seinen Einfluss auf Stadt und Umland von Groningen auszudehnen.

Noch im Frühjahr 1505 bestanden zwischen beiden Seiten zeitweise Verhandlungen. Friesische Regenten berichteten Georg über Gespräche mit Edzard im Kloster Aduard, bei denen Fragen der Entlohnung seiner Kriegsdienste sowie der Einsatz seiner Truppen erörtert wurden. In diesem Zusammenhang spielten auch wasserbauliche Maßnahmen auf dem Bildt eine Rolle, insbesondere Deichbau, Schleusen und die Nutzung neu gewonnenen Landes. Quellen zufolge erhielt auch Fritz von Grumbach dort Pachtland.

Ab 1506 eskalierte der Konflikt offen. Edzard brachte Stadt und Gebiet von Groningen zeitweise unter seine Kontrolle, geriet dafür jedoch in die Reichsacht und den Kirchenbann. Sächsische Truppen verwüsteten wiederholt ostfriesisches Gebiet. Schließlich musste Edzard Groningen aufgeben.

Erst nach dem Machtantritt von Karl V. gelang ihm die politische Rehabilitierung: Die Acht wurde aufgehoben und er erhielt Ostfriesland erneut als Lehen bestätigt. 1517 brachte er außerdem das Jeverland durch Heiratsverbindungen unter seine Herrschaft.

In der seit 1519 in Ostfriesland vordringenden Reformation duldete Edzard sowohl die lutherische als auch die zwinglianische Richtung und sogar anderswo verfolgte Außenseiter, was unter seinen Nachfolgern zu erbitterten Streitigkeiten der Konfessionen führte.

Edzard I. starb am 14. Februar 1528 in Emden und hat im Kloster Marienthal zu Norden seine letzte Ruhestätte gefunden.

Familie

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Am 27. Juli 1497 heiratete er Elisabeth von Rietberg († Juli 1512), eine Nichte des Münsteraner Bischofs Konrad. Sie hatten sieben Kinder, drei Söhne und vier Töchter. Laut dem Gründlichen Bericht von der Rechtschaffenheit des Ostfriesischen Reichs-Mann-Lehns waren dies: „Margaretham, Ennonem, Johannem, Thedam, Irmigadam, Ulricum und Annam, alle Graffen und Gräffinnen zu Ostfriesland“. Dort ist auch die Rede von einer Hochzeit im Jahre 1522 der „Margeretha“ (Tochter der „Elisabetha, Gräfin von Ostfriesland“) mit Philipp, Graf zu Waldeck. Dabei ist angegeben, dass eine Aussteuer von 8000 Goldgulden vollständig bezahlt wurde. Weiterhin ist angegeben, dass vier der Kinder, Ulrich, Anna, Thedam und Irmigard, vor dem Tod des Vaters und „vor deren Frau Schwester, Margaretha“ ohne Erben verstorben waren.<ref>Caroli IV (Hrsg.): Gründlichen Bericht von der Rechtschaffenheit des Ostfriesischen Reichs-Mann-Lehns (...). inkl. Reichsgutachten vom 17. Jul 1675, 1740, S. 73 (google.de).</ref>

Da Edzard 1527 die Primogenitur eingeführt hatte, wurde nach der Entmündigung des ältesten Sohnes Ulrich wegen Geisteskrankheit sein zweiter Sohn Enno II. sein Nachfolger, der jedoch die Regierung gemeinsam mit seinem Bruder Johann I. führte. Von den Töchtern heiratete Margarethe (* 1500; † 15. Juli 1537) Philipp IV. von Waldeck.

Literatur

Weblinks

Commons: Edzard I. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

VorgängerAmtNachfolger
ThedaGraf von Ostfriesland
1491–1528
Enno II.

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