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Ecolog

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Ecolog International

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Ecolog logo.svg
Rechtsform
Gründung 1998<ref name="Ecolog_Brochure_Large.pdf">Ecolog International Service Solutions. (PDF) In: ecolog-international.com. 22. Januar 2007, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 1. März 2010 (Unternehmensbroschüre).@1@2Vorlage:Toter Link/www.ecolog-international.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Sitz Dubai
Leitung Mel Brooks (CEO)<ref>Führungsteam. Ecolog, abgerufen am 14. März 2025.</ref>
Mitarbeiterzahl 12.000 (2014)<ref name="Profile">Profile (Stand 2014). In: ecolog-international.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. April 2014; abgerufen im April 2018.</ref>
Umsatz 131 Millionen (2005)<ref name="wiwo2006">Harald Schumacher: Ecolog. Latrinen putzen. In: wiwo.de, 28. März 2006, abgerufen am 21. November 2011.</ref>
Branche Dienstleistungen für Militäroperationen
Website www.ecolog-international.com
Datei:Bürogebäude Ecolog.jpg
Der Firmensitz der Ecolog in Tetovo, Nordmazedonien.

Ecolog International ist ein Militärdienstleister mit Hauptsitz in Dubai, die deutsche Niederlassung hat ihren Sitz in Düsseldorf. Bekannt wurde das Unternehmen unter anderem für die Versorgung von Truppen der ISAF in Afghanistan und der Koalition der Willigen im Irak.

Geschichte

Der Unternehmensgründer Nazif Destani wuchs im Rheinland auf, sein Vater Lazim Destani sorgte bis zum Bosnienkrieg gewerblich für den Transport jugoslawischer Gastarbeiter von und nach Deutschland.<ref name="wiwo2006" /> 1998 erfuhr Nazif Destani in der Kosovo-Hauptstadt Priština von den Problemen der Bundeswehr beim Waschen der Soldaten-Wäsche und gründete Ecolog zunächst für diese Aufgabe.<ref name="wiwo2006" /> „Bei Toiletten- und Wäscheservice gilt Ecolog als Marktführer mit 131 Millionen Euro Umsatz 2005, 55 Prozent mehr als im Vorjahr.“<ref name="wiwo2006" /> Mit über 13 Millionen US-Dollar lag der Anteil der Bundeswehr an diesen Einnahmen um 10 Prozent.<ref name="tagesschau2009-12-10">Christoph Heinzle: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bundeswehr vergab Aufträge ohne Ausschreibung. Millionenschwere Dienstleistungen in Afghanistan (Memento vom 12. Dezember 2009 im Internet Archive). In: tagesschau.de, 10. Dezember 2009, abgerufen am 1. März 2010.</ref> Im Jahr 2010 sind im Haushalt des Bundesverteidigungsministeriums 50 Millionen Euro für Aufträge an Ecolog vorgesehen.<ref name="tagesschau2010-02-26"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ISAF-Einsatz in Afghanistan. NATO überprüft Geschäfte mit deutscher Firma (Memento vom 28. Februar 2010 im Internet Archive). In: tagesschau.de, 26. Februar 2010, abgerufen am 1. März 2010.</ref>

Ecolog International erweiterte sein Tätigkeitsfeld und den Umfang der angebotenen Dienstleistungen seit der Unternehmensgründung durch Destani: Neben der Versorgung von Truppeneinsätzen etwa von KFOR und ISAF stehen inzwischen Öl-, Gas- und Minengeschäfte sowie Dienstleistungsangebote im Logistikbereich, bei Konstruktion und technischer Planung.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ecolog-international: Ecolog Story (Memento vom 7. April 2014 im Internet Archive)</ref> Ecolog wirbt mit dem Werbeslogan: „We care for your needs!“<ref name="Ecolog_Brochure_Large.pdf" />

Seit 2005 hat Ecolog International Deutschland GmbH seinen Sitz in Düsseldorf,<ref name="wiwo2006" /> wo zuvor bereits Nazif Destanis GIED GmbH ansässig war, die sich mit der „Errichtung und den Betrieb von Bildungszentren in ehemaligen Kriegs- und Krisengebieten“,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vision (Memento vom 22. November 2007 im Internet Archive) und <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Impressum (Memento vom 22. November 2007 im Internet Archive). In: gied.com, 18. November 2007, archiviert im Internet Archive, abgerufen am 1. März 2010.</ref> insbesondere in Mazedonien, befasste.

Unternehmensstruktur

Management und Mitarbeiter

Nach Unternehmensangaben arbeiten im Jahr 2014 rund 12.000 Mitarbeiter weltweit für Ecolog International.<ref name="Profile" /> Laut Berichten der Wirtschaftswoche stellten im Jahr 2006 Mazedonier, vornehmlich aus der Gegend um Tetovo, aus der auch die Gründer-Familie Destani stamme, 90 % der Mitarbeiter.<ref name="wiwo2006" /> Die deutsche Ecolog International GmbH beschäftigte zu dieser Zeit lediglich zwei bis drei Dutzend Angestellte.<ref name="fr-online2010-03-06" /><ref name="wiwo2010-03-08" /> Seit 31. August 2020 sind Stefan Liebing und Fisnik Demiri zu Geschäftsführern der Ecolog Deutschland GmbH bestellt.<ref>Pressemitteilungen: 🔥 Ecolog Deutschland GmbH ernennt Dr. Stefan Liebing zum Chief Executive Officer. In: neue Woche. 31. August 2020, abgerufen am 6. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Niederlassungen

Unter Berufung auf „Angaben eines Insiders der Firmen-Geschäfte“ berichtete die Frankfurter Rundschau im Jahr 2006, dass die verschiedenen zu Ecolog gehörenden Unternehmen juristisch nicht miteinander verbunden seien.<ref name="fr-online2010-03-06" /> Durch diese „komplizierte Verflechtung“ sollten „größere Steuerzahlungen in Deutschland“ vermieden werden, da der damalige Vorstand Wachowitz „sein Unternehmen unter anderem steueroptimiert“ führe und „das Ecolog-Firmengeflecht als einen ‚Zusammenschluss mehrerer Unternehmen [betrachte], die zusammenwirken, um eine einzige Dienstleistung vor Ort zu erbringen.‘“<ref name="fr-online2010-03-06" />

Im Jahr 2014 besteht Ecolog International aus mehreren unabhängigen Niederlassungen weltweit: Neben dem Hauptsitz in Dubai bestehen Unternehmens-Depandancen in neun weiteren Ländern:<ref name="Contact">Contact. In: ecolog-international.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. April 2014; abgerufen im April 2018.</ref> Ecolog Inc. in den Vereinigten Staaten, Ecolog International Deutschland GmbH, Ecolog DOOEL in Mazedonien, Ecolog Enternasyonel Servis ve Hizmet Çözümleri Ticaret ve Limited Sirketi in der Türkei, Ecolog Consulting in China, APK ISS Ecolog Eurasia LLC in Russland, Ecolog International Iraq, Ecolog International Afghanistan, sowie APK Integrated Service Solution in der Mongolei.

Ecolog ist Mitglied verschiedener Lobbyorganisationen der Rüstungsindustrie,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mitgliedschaften (Memento vom 23. November 2008 im Internet Archive). In: ecolog-international.com, 2009, abgerufen am 1. März 2010.</ref> darunter die German Defence Technology Group, der Förderkreis Deutsches Heer, die Association of the United States Army, die International Peace Operations Association und das Corporate Council on Africa. Auf verschiedenen internationalen Rüstungs- und Sicherheitskonferenzen präsentiert sich Ecolog, unter anderem als „Goldsponsor“,<ref name="PM2006-10-28" /> setzt sich für die „Auslagerung von vormals von Militärkräften selbst erbrachten Logistikleistungen an Private“<ref name="PM2005-12-01">Pressemitteilung <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ergebnisse des 4. Congress on European Defence (Memento vom 5. Januar 2009 im Internet Archive). In: ecolog-international.com, 1. Dezember 2005, abgerufen am 9. März 2010.</ref> ein und vertritt das Konzept des Public Private Partnership im Militärbereich.<ref name="Huhnholz2005">Marc-Oliver Huhnholz: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Public-Private-Partnership – Ein Vorschlag zur Verbesserung (Memento vom 20. November 2019 im Internet Archive). Vortrag auf dem European Defence Congress, Berlin, November 2005 (PDF, 42 KB), abgerufen am 9. März 2010.</ref> Ecolog betrachtet sich selbst als Vorreiter „in der Entwicklung und dem Ausbau der Privatisierung von militärischen Unterstützungsaufgaben.“<ref name="PM2006-09-20" />

Während die „Gruppe verbundener und assoziierter Unternehmen“<ref name="wiwo2010-03-08" /> in der deutschen Öffentlichkeit bis 2009 fast unbekannt war,<ref name="wiwo2010-03-08" /><ref name="Zeit2009-12-12" /> ist Ecolog für in Afghanistan oder im Kosovo eingesetzte Bundeswehrsoldaten hingegen ein fester Begriff, da das Unternehmen in den dortigen Feldlagern Dienstleistungen wie Müllbeseitigung, Abwasserentsorgung und die Reinigung der Schmutzwäsche erledigt.<ref name="Zeit2009-12-12">Hauke Friederichs: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Auslandseinsätze. Bundeswehr vergibt Millionenaufträge ohne Ausschreibung (Memento vom 16. Dezember 2009 im Internet Archive). In: Zeit Online, 12. Dezember 2009, abgerufen am 1. März 2010.</ref>

Unternehmensportfolio

Geschäftsfelder

Datei:Camp marmal01.JPG
Camp Marmal nahe Masar-e Scharif in Nord-Afghanistan, ein großer Ecolog-Einsatzort, Mai 2006.

Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen in den Bereichen Flugdienst, Logistik, Catering, Treibstoff, Container, Hoch- und Tiefbau, Telekommunikation, Reinigung, Wäscherei, Mobiltoiletten, Wasser- und Energieversorgung sowie Abfallentsorgung tätig,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dienstleistungen (Memento vom 8. September 2008 im Internet Archive). In: ecolog-international.com, 2009, abgerufen am 1. März 2010.</ref> was es zusammenfassend als „mobile Infrastrukturleistungen“ bezeichnet.<ref name="Ecolog_Brochure_Large.pdf" />

Als Haupttätigkeiten in Afghanistan galten Wäscherei, Treibstofflieferung und Müllentsorgung der ISAF-Truppen.<ref name="tagesschau2010-02-26" /> Anfang 2007 reinigte beispielsweise die Ecolog-Station in Masar-e Scharif mit 40 Waschmaschinen und drei Großwaschmaschinen rund 700 Beutel mit Schmutzwäsche täglich.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />New Camp Opens in Afghanistan (Memento vom 19. Februar 2007 im Internet Archive). In: ecolog-international.com, 2. Januar 2007, archiviert im Internet Archive, abgerufen am 2. März 2010.</ref>

Kunden

Zu den Kunden von Ecolog International zählen nach eigenen Angaben im Irak amerikanische, britische und italienische Streitkräfte, sowie der wichtige amerikanische Militärdienstleister KBR,<ref name="Ecolog_Brochure_Large.pdf" /> der etwa 2008 Verträge mit einem Volumen von rund sechs Milliarden US-Dollar mit der US-Bundesregierung schloss und Ecolog als Subunternehmer mit Teilen davon betraute.<ref>Contracts to KBR INC. (FY 2008). Abfrage der FedSpending.org-Datenbank, abgerufen am 1. März 2010.</ref> In Afghanistan war Ecolog außer für diese Kunden auch für die ISAF-Soldaten der deutschen Bundeswehr und das Projektbüro der Deutschen Polizei sowie für die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), die Deutsche Botschaft und die Deutsche Entwicklungsbank tätig.<ref name="Ecolog_Brochure_Large.pdf" /> Ebenso zählen oder zählten in Afghanistan das NATO-Hauptquartier und die verbündeten belgischen, bulgarischen, estnischen, finnischen, französischen, kroatischen, norwegischen, schwedischen, spanischen und türkischen Streitkräfte zu den Ecolog-Kunden, außerdem die Kanadische und die US-amerikanische Botschaft.<ref name="Ecolog_Brochure_Large.pdf" />

Kritik und Kontroversen

Entführte und getötete Mitarbeiter

Im Irak wurden 2004 vier für ein Ecolog-Subunternehmen arbeitende Wäscherinnen erschossen.<ref name="wiwo2006" /> Drei mazedonische Bauarbeiter wurden dort im selben Jahr entführt und getötet.<ref>signonsandiego.com: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. (englisch)</ref><ref name="Osservatorio_Balcani2006">Risto Karajkov: Macedonian Hostages in Iraq Freed. In: Osservatorio Balcani, 22. Februar 2006, abgerufen am 15. April 2010.</ref> 2005 wurden im Irak vier Mitarbeiter nach Lösegeldzahlungen durch Ecolog freigelassen, weitere entführte Mazedonier sollen freigelassen worden sein, nachdem die Entführer feststellten, dass es sich um Muslime handelte.<ref name="Osservatorio_Balcani2006" /> Im Februar 2006 ließen Entführer zwei Ecolog-Angestellte nach Zahlung von angeblich einer Million US-Dollar Lösegeld frei.<ref name="Osservatorio_Balcani2006" /> In Afghanistan, wo damals rund 80 Prozent der Ecolog-Mitarbeiter tätig waren, wurden am 11. März 2006 vier mazedonische Ecolog-Mitarbeiter entführt und getötet, darunter ein Onkel von Nazif Destani.<ref name="wiwo2006" /> Gleichzeitig wurden vier afghanische Ecolog-Mitarbeiter wieder freigelassen.<ref>Nato-Verdacht. Schmuggelt deutsche Müllfirma Drogen in Kabul? In: Welt Online. 26. Februar 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. März 2010; abgerufen am 21. November 2011.</ref> Beim Transport der Leichen starben neun afghanische Polizisten durch eine Landmine.<ref>Afghanistan. Ermordete Mitarbeiter von Düsseldorfer Firma identifiziert. In: Spiegel Online, 18. März 2006, abgerufen am 1. März 2010.</ref>

Ecolog zahlt keine Gefahrenzulagen, da in ihrem Geschäftsfeld jeder Einsatz gefährlich sei.<ref name="wiwo2006" />

Vorwurf der Qualitätsmängel

Nach Recherchen der Frankfurter Rundschau und der Wirtschaftswoche wurde 2010 scharfe Kritik an der Qualität der Ecolog-Dienstleistungen laut:<ref name="wiwo2010-03-06">Harald Schumacher: Afghanistan. Bundeswehr-Dienstleister Ecolog wegen sicherheitsrelevanter Fehler in der Kritik. In: wiwo.de, 6. März 2010, abgerufen am 21. November 2011.</ref><ref name="fr-online2010-03-06">Viktor Funk: Militärdienstleister. „Bundeswehr ist unser liebster Kunde“. In: fr-online.de, 6. März 2010, abgerufen am 21. November 2011.</ref>

Es habe „2006 und 2007 gravierende Probleme mit Ecolog-Dienstleistungen“ gegeben,<ref name="wiwo2010-03-06" /> berichteten die Zeitungen unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. So habe Tarnkleidung nach mehrmaligem Waschen durch Ecolog einen „rosa Stich“ bekommen und sei mit Nachtsichtgeräten zu gut zu sehen gewesen, weil sie „von der Fa. Ecolog mit Waschmitteln gereinigt wurden, die optische Aufheller und Oxidantien“ enthielten.<ref name="wiwo2010-03-08">Harald Schumacher: Afghanistan. Bundeswehr bleibt trotz Pannen dem Dienstleister Ecolog treu. In: wiwo.de. 8. März 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 10. März 2010; abgerufen am 21. November 2011.</ref> Daraufhin änderte die Bundeswehr die entsprechenden Ecolog-Verträge.<ref name="fr-online2010-03-06" /> Das Verteidigungsministerium schreibt dem Unternehmen seit 2009 „die Verwendung eines bestimmten Markenwaschmittels“ vor.<ref name="wiwo2010-03-06" /> Auch Diesel-Lieferungen bereiteten Probleme, da sie bereits bei leichtem Frost ausflockten. Um dies zu verhindern habe die Bundeswehr „konkrete vertragliche Vereinbarungen und entsprechende Beprobungen bei Anlieferung“ eingeführt.<ref name="wiwo2010-03-08" /> Ecolog setze inzwischen ein eigenes mobiles Prüflabor ein, um sicherzustellen, dass der Treibstoff mit den nötigen Zusatzstoffen versehen sei.<ref name="fr-online2010-03-06" /><ref name="wiwo2010-03-08" /> Außerdem seien die Abwässer, die Ecolog „in Afghanistan nach europäischen Standards“<ref name="PM2006-03-01">Pressemitteilung <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Abwasserentsorgung für Einsatztruppen in Afghanistan nach europäischen Standards. Erste unternehmenseigene Wasserwiederaufbereitungsanlage der Ecolog AG (Memento vom 5. Januar 2009 im Internet Archive). In: ecolog-international.com, 1. März 2006, abgerufen am 9. März 2010.</ref> zu entsorgen versprach, 2006 „ein paar Kilometer vor dem Lager“<ref name="wiwo2010-03-08" /> auf Felder verrieselt.<ref name="fr-online2010-03-06" /> Die Aufbereitungsanlage „entsprach nicht dem Stand der Technik und gab Anlass zu Zweifeln an einer effektiven Abwasserbehandlung“,<ref name="fr-online2010-03-06" /> wusste das Verteidigungsministerium seit 2007, als die Bundeswehr die Abwasserentsorgungs-Verträge kündigte, neu ausschrieb, und wieder an Ecolog vergab.<ref name="wiwo2010-03-08" />

Ecolog-Vorstand Wachowitz sprach in Bezug auf die Qualitätsmängel von „Leistungsstörungen“, deren Auftreten an sich „nichts Ungewöhnliches“ sei.<ref name="fr-online2010-03-06" /><ref name="wiwo2010-03-08" />

Die Bundesregierung berichtete im April 2010, eine Überprüfung der Mängel von Ecolog-Leistungen beim Waschen von Tarnkleidung und bei der Lieferung von Diesel hätten „keine Erkenntnisse zu einer Beeinträchtigung der Sicherheit eingesetzter Soldatinnen und Soldaten“ ergeben.<ref name="Bundesregierung2010-04-16">Die Auftragsvergabe der Bundesregierung an die Firma Ecolog. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Tom Koenigs, Omid Nouripour, Marieluise Beck (Bremen), weiterer Abgeordneter und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Drucksache 17/1390 des Deutschen Bundestags, 16. April 2010, abgerufen am 10. Mai 2010 (PDF, 110 KB).</ref> Die Mängel seien zudem nach ihrer Aufdeckung abgestellt worden. Bekannt seien der Bundesregierung zudem Mängel der Entsorgungsleistungen von Ecolog in Afghanistan 2008: „So wurden Abwasser und Hausmüll nicht umweltgerecht beseitigt, (Speise-)Abfall unzureichend verbrannt und Altöl unsachgemäß gelagert. Zudem waren bisweilen einzelne Mengenangaben und Abrechnungen bezüglich der Entsorgungsleistungen nicht transparent bzw. nicht korrekt, was durch ein intensiviertes Vertragsmanagement der Bundeswehr weitestgehend abgestellt wurde.“<ref name="Bundesregierung2010-04-16" /> Die Berliner Arbeitsstelle Frieden und Abrüstung beurteilte in ihrer Informationsplattform Bundeswehr-Monitoring die Angaben der Bundesregierung als weitgehende Bestätigung der Medienberichte über Freihändige Vergaben und sicherheitsrelevante Pannen.<ref name="Bundeswehr-Monitoring2010-04-23"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bundeswehr hält an umstrittenen Militärdienstleister Ecolog fest (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive). In: Bundeswehr-Monitoring, 23. April 2010, abgerufen am 10. Mai 2010.</ref>

Debatte um Militär-Outsourcing

Von der Fixierung auf Ecolog löste sich die Debatte durch den allgemeineren Blick auf „Probleme, die entstehen können, wenn das Militär Serviceleistungen bei privaten Firmen einkauft.“<ref name="Militär-OutsourcingFR2010-03-06">Andreas Schwarzkopf: Militär-Outsourcing. Wenn Söldner streiken. In: fr-online.de, 6. März 2010, abgerufen am 21. November 2011.</ref> „Militär-Outsourcing“, das in den Vereinigten Staaten in größerem Umfang betrieben wird als in Deutschland, wurde zum Gegenstand einer öffentlichen Diskussion.<ref name="StreitkräfteUndStrategien2009-12-12">Warnungen in den Wind geschlagen? Bundeswehr vergibt jahrelang Millionenaufträge ohne Ausschreibung an Militärdienstleister. In: NDR Info. Streitkräfte und Strategien, Manuskript des Radiobeitrags vom 12. Dezember 2009 auf AG Friedensforschung an der Uni Kassel, abgerufen am 21. November 2011.</ref> Einerseits könne es die Kosten im Verteidigungsetat reduzieren: Die Einsparungen der US-Armee durch Outsourcing betrügen etwa allein „rund zwölf Milliarden Dollar an Rentenzahlungen“.<ref name="Militär-OutsourcingFR2010-03-06" /> Auch Ecolog hatte in der Vergangenheit mehrfach die Vorteile der „Auslagerung von Versorgungsleistungen, die früher von den Streitkräften selbst wahrgenommen wurden, an Privatunternehmen“ hervorgehoben.<ref name="PM2006-10-28">Pressemitteilung <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ecolog auf dem European Defence Congress in Berlin (Memento vom 5. Januar 2009 im Internet Archive). In: ecolog-international.com, 28. Oktober 2006, abgerufen am 9. März 2010.</ref> So betonte der damalige Ecolog-Vorstand Horsmann 2006 auf einer Konferenz vor „300 Führungskräften der Bundeswehr […] die Vorteile des unternehmerischen Risikos, die ein privates Unternehmen gegenüber der Kameralistik des Staates wirtschaftlich nutzen könne. Insbesondere bei der Beschaffung und in Personalfragen habe die Wirtschaft die Chance, eine Menge zu leisten.“<ref name="PM2006-09-20">Pressemitteilung <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Zukunftsweisende Wege aufzeigen (Memento vom 5. Januar 2009 im Internet Archive). In: ecolog-international.com, 20. September 2006, abgerufen am 9. März 2010.</ref>

Andererseits könnten neue, schwer kontrollierbare Kosten entstehen, unter anderem, weil Wettbewerbsbedingungen in diesem Sektor nicht vorherrschten, da „nur ein oder wenige Unternehmen […] passende Dienste“ anbieten.<ref name="Militär-OutsourcingFR2010-03-06" /> In Deutschland verbiete zudem das Grundgesetz das Outsourcing hoheitlicher Aufgaben und schränke so dessen Möglichkeiten ein.<ref name="Militär-OutsourcingFR2010-03-06" /> Der Verband der Beamten der Bundeswehr (VBB) kritisierte die wachsende Tendenz zur „Privatisierung von Dienstleistungen, die nicht zum Kerngeschäft gehören.“<ref name="StreitkräfteUndStrategien2009-12-12" /> Während der VBB bei gleicher Wirtschaftlichkeit der Verwaltung den Vorzug gibt, forderte Ecolog, staatliche Verwaltung nur dann einzusetzen, wenn sie „eindeutig günstiger oder tatsächlich zwingend ist“.<ref name="Huhnholz2005" /> Der verteidigungspolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen Omid Nouripour warnte vor zu viel Outsourcing bei der Bundeswehr.<ref name="Militär-OutsourcingFR2010-03-06" /> Auch mangelnde Transparenz beim Outsourcing von militärischer Logistik wurde kritisiert: Mit der Ecolog-Debatte gerate „eine Branche ins Licht, die sich bisher im Dunklen sehr wohl gefühlt hat.“<ref name="StreitkräfteUndStrategien2009-12-12" /> Das Verteidigungsministerium unter Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) strebte zwar eine Erhöhung des Auftragsvergabe-Volumens an Privatunternehmen an, hatte andererseits aber eine Prüfung aller derartigen Ausgaben angekündigt.<ref name="Militär-OutsourcingFR2010-03-06" />

Kritik an COVID-19-Testzentren und Vergabepraxis

Während der COVID-19-Pandemie trat Ecolog als Betreiber von Testzentren auf. Wegen einer Panne in der IT von Ecolog verzögerte sich die Auswertung von COVID-19-Tests bei Urlaubsrückreisenden in Bayern im Sommer 2020 erheblich. Das Unternehmen war deshalb kritisiert worden.<ref name=":0" /> Betroffen waren nach einem Bericht des Bayerischen Rundfunks etwa 10.000 Urlauber, denen zugesagt worden war, sie würden das Testergebnis 48 Stunden nach dem Abstrich erhalten.<ref>Petr Jerabek: Weiter massive Verzögerungen bei Corona-Tests in Bayern. In: BR24. Bayerischer Rundfunk, 5. September 2020, abgerufen am 26. Dezember 2020.</ref> Aufgrund dieser Panne wurde der langjährige Leiter des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Andreas Zapf von seinem Posten abberufen und ins Gesundheitsministerium versetzt.<ref>Walter Jonas wird neuer LGL-Chef. 14. August 2020, abgerufen am 3. März 2021.</ref> Außerdem wurde gegenüber Ecolog laut dem Bayerischen Rundfunk der Vorwurf geäußert, in den Testzentren „ungelerntes Personal einsetzen und zu wenig schulen“.<ref>BR: Corona-Tests: Wer sind Eurofins und Ecolog und wie arbeiten sie?, vom 10. September 2020</ref><ref>Augsburger Allgemeine: Kritik am Corona-Testzentrum Hirblingen: Sind die Mitarbeiter überfordert?, vom 10. September 2020</ref> Nach Angabe von Nordbayern gab es zudem in der Vergangenheit „immer wieder Kritik an der Vergabepraxis an Ecolog. Medien prangerten bereits mehrmals eine ‚freihändige‘ Vergabe ohne Ausschreibung an.“<ref>Nordbayern: Ecolog: Das ist der Betreiber der Corona-Teststation am Nürnberger Flughafen, vom 21. August 2020</ref>

Trotz der vorhergegangenen Panne in Bayern, erhielt das Unternehmen zum Ende des Jahres 2020 vom Landkreis Offenbach den Zuschlag für die Einrichtung und den Betrieb des COVID-19-Impfzentrums für den Landkreis in der Stadt Heusenstamm.<ref name=":0">Volker Siefert: Impfzentren kosten bis zu 500 Millionen Euro. In: hesenschau.de. Hessischer Rundfunk, 22. Dezember 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Dezember 2020; abgerufen am 26. Dezember 2020 (deutsch).</ref><ref>Kreis Offenbach: Impfzentrum Kreis Offenbach. Abgerufen am 26. Dezember 2020: „Mit der Firma Ecolog Deutschland GmbH betreibt ein renommierter Dienstleister das Impfzentrum in Heusenstamm. Dort sollen 1.800 Impfungen am Tag durchgeführt werden. Das Impfzentrum ist zunächst für 250 Tage beauftragt.“</ref>

Weblinks

Commons: Ecolog – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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