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Ealhmund (Kent)

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Kent in angelsächsischer Zeit

Ealhmund (auch Ealhmundus, Ealmundus, Ealmund; † 785) war von 779/784 bis 784/785 König des angelsächsischen Königreiches Kent. Möglicherweise ist Ealhmund mit Eanmund, der um 764/765 in Kent herrschte, identisch.<ref>John Cannon, Anne Hargreaves: The Kings and Queens of Britain, Oxford University Press, 2009 (2. überarb. Aufl.), ISBN 978-0-19-955922-0, S. 22.</ref>

Leben

Familie

Nach der traditionellen Überlieferung stammte Ealhmund aus dem Haus Wessex. Sein Vater hieß Eafa, seine Mutter ist unbekannt.<ref>Asser: The Life of King Alfred</ref> Ealhmunds Sohn Ecgberht war von 802 bis 839 König von Wessex.<ref name="enc157">B. A. E. Yorke: Ecgberht, king of Wessex. In: Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 2001, ISBN 978-0-631-22492-1, S. 157–158; vgl.: Angelsächsische Chronik zum Jahr 855</ref> Einiges spricht jedoch auch für eine kentische Herkunft. Möglicherweise entstand die „Versippung“ mit dem Haus Wessex erst in späterer Zeit, als Ealhmunds Sohn Ecgberht und dessen Nachkommen sich eine zusätzliche Legitimation als Könige von Wessex schufen.<ref>Anton Scharer: Herrschaft und Repräsentation: Studien zur Hofkultur König Alfreds des Grossen, Oldenbourg, München 2000, ISBN 978-3-486-64842-3, S. 59–60.</ref>

Herrschaft

König Ecgberht II. (764/765–779/784) von Kent errang im Jahre 776 in der Schlacht von Otford einen Sieg über Offa (757–796), den König von Mercia, schüttelte dessen Oberherrschaft ab und herrschte in den nächsten Jahren als unabhängiger König vermutlich über ganz Kent.<ref name="enc501" /> Ecgberhts Einflussbereich erstreckte sich wahrscheinlich auch auf Surrey und Teile von Essex und Sussex.<ref>D. P. Kirby: The Earliest English Kings, Routledge, 2000, ISBN 978-0-415-24211-0, S. 139.</ref> Möglicherweise war Ealhmund bereits in den 770er Jahren Mitkönig oder Unterkönig Ecgberhts II., der möglicherweise sein Bruder war.<ref name="julia79">Julia Barrow, Andrew Wareham (Hrsg.): Myth, Rulership, Church and Charters: Essays in Honour of Nicholas Brooks, Ashgate, 2008, ISBN 978-0-7546-5120-8, S. 79.</ref>

Mit der letzten im Jahr 779 ausgestellten Charta S36<ref>Charta S36</ref> verschwand Ecgberht II. aus der Überlieferung. Im Jahr 784 ist Ealhmund als sein Nachfolger belegt.<ref name="enc501">Simon Keynes: Kings of Kent. In: Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 2001, ISBN 978-0-631-22492-1, S. 501–502.</ref> Im Jahr 784 überschrieb Ealhmund mit der einzigen von ihm in einer frühen Abschrift erhaltenen Urkunde 12 aratra (Hufe, Gehöfte) bei Scilduuic (Sheldwich bei Faversham) an Hwitred, den Abt von Reculver und gewährte Abgabenfreiheit.<ref>Charta S38</ref> Um 784/785 geriet Kent nochmals unter die Kontrolle von Offa, der das Land bis zu seinem Tod 796 selbst regierte.<ref name="enc501" /> Vermutlich kam Ealhmund in diesen Kämpfen 785 ums Leben.<ref>Julia Barrow, Andrew Wareham (Hrsg.): Myth, Rulership, Church and Charters: Essays in Honour of Nicholas Brooks, Ashgate, 2008, ISBN 978-0-7546-5120-8, S. 261.</ref> Ealhmunds Sohn Ecgberht musste 786 vor Offa fliehen und fand am Hof Karls des Großen im Frankenreich Asyl.<ref name="enc157" />

Siehe auch

Quellen

Literatur

  • Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u. a. 2001, ISBN 978-0-631-22492-1.
  • D. P. Kirby: The Earliest English Kings, Routledge, 2000, ISBN 978-0-415-24211-0.
  • Julia Barrow, Andrew Wareham (Hrsg.): Myth, Rulership, Church and Charters: Essays in Honour of Nicholas Brooks, Ashgate, 2008, ISBN 978-0-7546-5120-8.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

VorgängerAmtNachfolger
Ecgberht II.König von Kent
779/784–784/785
Offa