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Natriumdisulfit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von E 223)
Strukturformel
Strukturformel von Natriumdisulfit
Allgemeines
Name Natriumdisulfit
Andere Namen
Summenformel Na2S2O5
Kurzbeschreibung

weißer bis gelblicher kristalliner Feststoff mit stechendem Geruch<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 231-673-0
ECHA-InfoCard 100.028.794
PubChem 656671
DrugBank DB15842
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 190,11 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS" />

Dichte

2,36 g·cm−3 bei 20 °C<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt

Zersetzung ab 150 °C<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

leicht in Wasser (ca. 650 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.028.794">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​318
EUH: 031
P: 264​‐​270​‐​280​‐​301+312​‐​305+351+338​‐​501<ref name="GESTIS" />
MAK

Schweiz: 5 mg·m−3 (gemessen als einatembarer Staub)<ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 7681-57-4 bzw. Natriumdisulfit)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Natriumdisulfit, (Na2S2O5) auch Natriumpyrosulfit oder Natriummetabisulfit genannt, ist ein Natriumsalz der in freier Form nicht stabilen Dischwefligen Säure.

Natriumdisulfit kann namentlich leicht mit Natriumbisulfit verwechselt werden, einem älteren aber noch gebräuchlichen Namen für Natriumhydrogensulfit.

Synthese

Die Herstellung erfolgt durch thermische Dimerisierung (Kondensation) von Natriumhydrogensulfit unter Abspaltung von Wasser (1), oder durch Umsetzung von Schwefeldioxid und Natriumsulfit in Natronlauge (2):

<math>\mathrm{(1) \ 2 \ NaHSO_3 \longrightarrow H_2O + Na_2S_2O_5}</math>
<math>\mathrm{(2) \ Na_2SO_3 + SO_2 \longrightarrow Na_2S_2O_5}</math>

Eigenschaften

Disulfite verfügen über eine recht lange, daher wenig stabile Schwefel-Schwefel-Bindung. In Wasser erfolgt daher leicht die Hydrolyse zu Natriumhydrogensulfit:

<math>\mathrm{Na_2S_2O_5 + H_2O \ \rightleftharpoons \ 2 \ NaHSO_3}</math>

Beim Erhitzen des Salzes erfolgt eine thermische Zersetzung unter Abspaltung von Schwefeldioxid (SO2):

<math>\mathrm{Na_2S_2O_5 \ \xrightarrow{\triangle} \ Na_2SO_3 + SO_2}</math>

Verwendung

Datei:Sodium metabisulfite.jpg
Natriumdisulfit

In Deutschland wird Natriumdisulfit als Lebensmittelzusatzstoff (E 223) vor allem als Konservierungsmittel und Antioxidationsmittel verwendet. Es wird in Trockenfrüchten, bei Meerrettichmasse, Frucht- und Gemüsezubereitungen, Meeresfrüchten, Kartoffelgerichten, Fertiggerichten, Fruchtsäften und Marmeladen eingesetzt. Auch in Kombination mit Sorbinsäure und Benzoesäure wird es verwendet. Es kann zur Diagnostik beim Sichelzelltest eingesetzt werden, um dem Hämoglobin bei der Sichelzellanämie den Sauerstoff zu entziehen und eine Sichelbildung zu beschleunigen.

Natriumdisulfit wird auch als Reduktionsmittel bei der Chemiefaserherstellung, zum Entgiften chromhaltiger Abwässer der Galvanobetriebe sowie in der Fotoindustrie und Bauchemie eingesetzt.<ref>Natriumpyrosulfit. Grillo-Werke AG, abgerufen am 8. November 2018.</ref>

Gesundheitshinweise / Risikobewertung

Bei den meisten Menschen wird Natriumdisulfit in den in Lebensmitteln vorhandenen Konzentrationen schnell durch ein körpereigenes Enzym abgebaut, würde aber sonst zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen führen.<ref name="zusatzstoffe-online">zusatzstoffe-online.de: Natriumdisulfit.</ref> Bei Asthmatikern kann es Sulfitasthma auslösen; außerdem sind allergische und allergieähnliche Reaktionen möglich, wenn auch selten.<ref name="zusatzstoffe-online"/> In Lebensmitteln zerstört Natriumdisulfit Vitamin B1 (Thiamin).<ref>das-ist-drin.de: Natriummetabisulfit; Natriumdisulfit.</ref><ref>Eintrag zu Schwefeldioxid. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref>

Natriumdisulfit wurde 2014 von der EU gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Dabei werden die Auswirkungen des Stoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. Folgemaßnahmen eingeleitet. Ursächlich für die Aufnahme von Natriumdisulfit waren die Besorgnisse bezüglich Umweltexposition, Exposition empfindlicher Bevölkerungsgruppen, hoher (aggregierter) Tonnage und weit verbreiteter Verwendung sowie der Gefahren ausgehend von einer möglichen Zuordnung zur Gruppe der CMR-Stoffe. Die Neubewertung fand ab 2014 statt und wurde von Ungarn durchgeführt. Anschließend wurde ein Abschlussbericht veröffentlicht.<ref>Europäische Chemikalienagentur (ECHA): Substance Evaluation Report und Conclusion Document.</ref><ref>Community Rolling Action Plan (CoRAP) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA): Vorlage:Linktext-CheckVorlage:Abrufdatum </ref>

Einzelnachweise

<references />