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Flugplatz Schönhagen

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Flugplatz Schönhagen
Datei:Aerial image of the Schönhagen airfield.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDAZ
Flugplatztyp Verkehrslandeplatz
Koordinaten 52° 12′ 14″ N, 13° 9′ 36″ OKoordinaten: 52° 12′ 14″ N, 13° 9′ 36″ O
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Höhe über MSL 46 m (152 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 5 km westlich von Trebbin
Strasse 246 Am Flugplatz
Basisdaten
Eröffnung 1936
Betreiber Flugplatzgesellschaft Schönhagen mbH
Flug-
bewegungen
45.000
Start- und Landebahnen
07/25 1510 m × 23 m Asphalt
12/30 700 m × 18 m Asphalt
12/30 760 m × 40 m Gras
Datei:EDAZ Vorfeld Hallen und Terminal.jpg
Vorfeld, Tower und Hallen am Flugplatz Schönhagen während des Luftbrückenjubiläums 2019

Der Flugplatz Schönhagen Vorlage:Flughafen-Codes ist ein Verkehrslandeplatz im Trebbiner Ortsteil Schönhagen im Land Brandenburg. Am Standort sind mehrere Instandhaltungsunternehmen, Flugzeugwerften und Flugschulen sowie ein Segelflugverein ansässig.

Für den Motorflug wird in der Regel die Asphaltbahn 07/25 benutzt. Die Bahnen 12/30 werden nur in Ausnahmefällen verwendet. Südlich und parallel zur Piste 07/25 befindet sich das 1000 m lange Segelfluggelände für Schlepp- und Windenstarts von Segelflugzeugen. Der Flugplatz befindet sich im Luftraum G mit einer Radio Mandatory Zone, ab 1000 ft AGL beginnt der Luftraum E, ab 2500 ft der Luftraum C.

Geschichte

Datei:Flughafen Schönhagen Vorfeld Golf.jpg
Flugzeuge vor Halle Golf
Datei:Apron with tower and main building of Airport Schönhagen Brandenburg daytime august 2016.jpg
Vorfeld mit Tower

Seit 1928 wurde das Areal um den Löwendorfer Berg für Segelflug genutzt. Die Luftwaffe der Wehrmacht, die das Gelände ab 1936 ausbaute, führte den Fliegerhorst Trebbin als Notlandeplatz. Es waren jedoch keine fliegenden Einheiten stationiert. Zwischen 1937 und 1945 befand sich auf dem Gelände eine „Reichsschule für Segelflug“ des Nationalsozialistischen Fliegerkorps, einer paramilitärischen Luftsportorganisation, die in Schönhagen Segelflug betrieb.<ref>Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–1945 Germany (1937 Borders). S. 650. Abgerufen am 25. Oktober 2016.</ref> Gegen Kriegsende wurde in diesem Rahmen auch eine spannweitenreduzierte Version des DFS Habicht zur Vorschulung auf den Raketenjäger Me 163 eingesetzt. Ebenso wurde die Aufstellung einer mit der Gleitversion des „Volksjägers“ He 162 ausgerüsteten neuen Einheit vorgesehen, was aber wegen des nahen Kriegsendes nicht mehr verwirklicht wurde. In den Morgenstunden des 22. April 1945 besetzte die Rote Armee den Platz. Sie betrieb auf dem Gelände eine Zeitlang eine Werkstatt und nutzte die Bauten der Flugschule als Wohnhäuser.

Zu DDR-Zeiten befand sich auf dem Gelände das Schulkombinat der staatlichen Gesellschaft für Sport und TechnikErnst Schneller“. Sie betrieb unter anderem die Grundausbildung von Piloten in Vorbereitung auf eine militärische Fliegerausbildung bei der NVA. Am 31. Januar 1952 absolvierte Karl Liebeskind mit einem SG 38 in Schönhagen den ersten Start eines Luftfahrzeugs in der DDR.<ref>Johannes Höntsch: Schönhagen und das letzte Aufgebot. In: Fliegerrevue Nr. 2/1997, FlugVerlag Berolina, ISSN 0941-889X, S. 36.</ref> Im Juni 1959 wurden hier die ersten DDR-Meisterschaften im Segelflug ausgetragen.<ref>Karl-Heinz Hardt, Peter Stache: Zwischen Startband und Zielstreifen. In: Flügel der Heimat Nr. 7/1959, Sport und Technik, Berlin, S. 3–12</ref> Hier entstand auch die FSS-100 Tourist, ein zweisitziges Sportflugzeug. Es war das einzige in der DDR konstruierte und gebaute Flugzeug seiner Art.

Nach der Friedlichen Revolution in der DDR ist der Flugplatz ausgebaut worden. Beide Start- und Landebahnen wurden asphaltiert, die Hauptbahn verlängert und mit einer Befeuerung ausgestattet. Ältere Immobilien und Gebäudeteile auf dem Flugplatzgelände sind umgebaut oder modernisiert worden, um Verwaltungs-, Tagungs- und Abfertigungsräume zu schaffen. Eigentümer und Betreiber des Flugplatzes ist die Flugplatzgesellschaft Schönhagen mbH<ref>www.flugplatz-schoenhagen.aero</ref>, die von der Öffentlichen Hand getragen wird.

Am 24. November 2008 landete in Schönhagen das letzte am Flughafen Tempelhof gestartete Flugzeug.

Im Juni 2016 wurde der Instrumentenflugbetrieb genehmigt. Er hat zum AIRAC Termin am 11. Oktober 2018 begonnen.

Der Flugplatz Schönhagen ist (2025) mit rund 45.000 Flugbewegungen pro Jahr der größte in den neuen Bundesländern. Zum Vergleich: Am Flughafen Nürnberg werden jährlich rund 49.000 Flugbewegungen gezählt und am Flughafen Berlin Brandenburg fast 200.000.<ref>rbb24.de: "Hier kommt alles runter, was sie in Schönefeld nicht gebrauchen können", 8. Dezember 2025.</ref>

Zwischenfälle

  • Am 9. April 1978 flüchteten der Schüler der Flugsportschule Schönhagen, Lothar Weber, und sein Bruder Dieter in einer Moravan Z-42M nach West-Berlin. Der damals 24-jährige hatte an diesem Tag seine ersten Alleinflüge auf diesem Typ absolviert. Nach der letzten Landung rollte er mit dem Flugzeug an das Ende der Start- und Landebahn, wo sein bereits im nahen Wald wartender Bruder zustieg. Anschließend startete das Flugzeug mit dem Kennzeichen DM–WNX in Gegenrichtung und landete einige Zeit später auf dem nahegelegenen Flugplatz Gatow, wo beide Personen Asyl beantragten. Das Flugzeug wurde drei Tage später auf dem Landweg rücküberführt.<ref>Claus Gerhard: Der überwachte Himmel. Die staatlichen Sicherungsmaßnahmen der DDR zur Verhinderung von Fluchten mit Fluggeräten. Metropol, Berlin 2020, ISBN 978-3-86331-562-7, S. 403ff.</ref>
  • Am 5. Juli 1997 startete eine Socata TB 10 mit drei Personen an Bord zu einem Einweisungsflug. Nach einer Platzrunde führte der Pilot ein Aufsetzen und Durchstarten durch. Dabei setzte das Flugzeug erst bei der Halbbahnmarkierung auf. Nach dem Abheben gewann es nur langsam an Höhe, stürzte aus ungeklärter Ursache etwa 1,5 Kilometer vom Flugplatz entfernt in einen Wald und geriet in Brand. Die einzuweisende Pilotin starb im Flugzeugwrack. Die beiden anderen Insassen wurden schwer verletzt, woran der Fluglehrer sechs Wochen später verstarb.<ref>Untersuchungsbericht 3X239-0/97. (PDF) Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, Februar 1999, abgerufen am 13. April 2018.</ref>

Literatur

  • Jürgen Zapf: Flugplätze der Luftwaffe 1934–1945 – und was davon übrig blieb. Band 1: Berlin & Brandenburg. VDM Heinz Nickel, Zweibrücken 2001, ISBN 3-925480-52-8.

Weblinks

Commons: Flugplatz Schönhagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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* Als Wasserlandeplatz klassifiziert.

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