Dörtendorf
Dörtendorf Stadt Zeulenroda-Triebes
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(185)&title=D%C3%B6rtendorf 50° 42′ N, 12° 1′ O
{{#coordinates:50,702222222222|12,018055555556|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Dörtendorf | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 371 (360–380) m | |||||
| Fläche: | 4,51 km²<ref name="Gindex">Gemarkung 165614, Stadt Zeulenroda-Triebes. In: GEOindex. Abgerufen im Januar 2026.</ref> | |||||
| Einwohner: | 185 (31. Dez. 2018)<ref>Flächennutzungsplan der Stadt Zeulenroda-Triebes. (PDF; 1,32 MB) S. 8, abgerufen am 10. Januar 2025.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 41 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. April 1999 | |||||
| Eingemeindet nach: | Triebes | |||||
| Postleitzahl: | 07950 | |||||
| Vorwahl: | 036622 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Dörtendorf ist ein Ortsteil der thüringischen Stadt Zeulenroda-Triebes im Landkreis Greiz. Der Ort wurde am 1. April 1999 nach Triebes eingemeindet, mit dem er seit dem 1. Februar 2006 zur Stadt Zeulenroda-Triebes gehört. Für den Ortsteil gibt es eine Ortsteilverfassung nach der Thüringer Kommunalordnung und damit einen Ortsteilrat und Ortsteilbürgermeister.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 201 kB) § 3 Abs. (2). In: Webauftritt. Stadt Zeulenroda-Triebes, abgerufen im Januar 2026.</ref>
Geographische Lage
Dörtendorf liegt etwa zwei Kilometer nördlich des Zentrums von Triebes. Von Zeulenroda im Südsüdwesten ist es etwa sieben Kilometer und von der Kreisstadt Greiz im Ostsüdosten etwa vierzehn Kilometer in Luftlinie entfernt. Dörtendorf hat etwa 200 Einwohner.
Das Dorf liegt auf einer Anhöhe im Thüringer Schiefergebirge (größte Erhebung: Steinhügel, 401,3 m ü. NN). In seiner Nähe befindet sich die untere Weidatalsperre. Durch Dörtendorf führt die Landstraße 2332.<ref name="TK10">Thüringer Landesvermessungsamt TK10 – Blatt 37-C-c-3 Triebes, Erfurt (1992).</ref>
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung als Doberenndorf (slaw. dobry = gut) ist im Urkundenbuch der Vögte von Weida zu finden und stammt vom 2. Juni 1293.<ref>Schmidt: UB Vögte. Band 1, S. 135.</ref> Als „Dobertendorf“ erscheint es im Jahr 1356.<ref>Schmidt: UB Vögte. Band 1, S. 519.</ref> Der Ort war namensgebend für eine Weidaer Bürgerfamilie. 1397 erscheint urkundlich ein Priester „Johannes Dobertendorf de Wyda“.<ref>Repertorium Germanicum online. Band 2, Nr. 3955.</ref> 1604 wurde Georg Kresse, der Bauerngeneral des Dreißigjährigen Kriegs, in Dörtendorf geboren.
Dörtendorf gehörte bis 1815 zum Kurfürstentum Sachsen bzw. Königreich Sachsen (Amt Weida im Neustädter Kreis).<ref>Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Gumnior, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 78 f.</ref> Durch den Wiener Kongress wurde der Neustädter Kreis mit Dörtendorf an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach abgetreten, innerhalb dessen der Ort 1850 dem Verwaltungsbezirk Neustadt/Orla zugewiesen wurde. Nach einem großen Brand im Jahre 1847 wurde Dörtendorf nahezu komplett neu aufgebaut. Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 und der anschließenden Gründung der Weimarer Republik gelangte der Ort in den Hoheitsbereich des im selben Jahr gegründeten Freistaats Sachsen-Weimar-Eisenach. Am 1. Mai 1920 kam es dann zur Gründung des Landes Thüringen, dem Dörtendorf innerhalb des Landkreises Greiz (seit 1922) angegliedert war. Bei der Verwaltungsreform von 1952 in der DDR wurde das Land Thüringen aufgelöst und der Landkreis Greiz aufgeteilt, wodurch Dörtendorf seitdem zum Kreis Zeulenroda im Bezirk Gera gehörte. Seit 1990 lag Dörtendorf im thüringischen Landkreis Zeulenroda, der 1994 im Landkreis Greiz aufging.
Bis 1995 war Dörtendorf Mitglied in der Verwaltungsgemeinschaft Weidatal. Am 1. April 1999 wurde Dörtendorf zu Triebes eingemeindet.<ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999</ref> Im Zuge der Fusion von Zeulenroda und Triebes wurde Dörtendorf am 1. Februar 2006 Teil der neuen Doppelstadt.<ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2006</ref>
1972 ehrte Dörtendorf seinen Sohn Georg Kresse, genannt der Bauerngeneral, mit einer Gedenktafel. 1995 gestaltete ein Heimatverein die Tafel zu einem Denkmal für Georg Kresse um. Die Tafel wurde an einem Gedenkstein montiert. Aus der Zeit um 1914 ist ein Ortsfoto erhalten, welches auch das Kressehaus zeigt.<ref>Otto Behr/Friedrich Wilhelm Trebge: Georg Kresse - Der Bauerngeneral. Eine Geschichte aus dem Dreißigjährigen Kriege von Otto Behr. Mit Erläuterungen von Friedrich Wilhelm Trebge. Hrsg.: Vogtländischer Altertumsforschender Verein zu Hoheleuben, Sigrun Voigt, zweite überarbeitete Auflage der Ausgabe von 1930 des Hermann-Schaffstein-Verlages Köln. S. 61–63</ref>
Im Steinbruch von Dörtendorf wurde bis vor wenigen Jahren Diabas abgebaut.
Der schwere Anstieg von Göhren-Döhlen nach Dörtendorf ist seit Jahren wichtiger Bestandteil der Internationalen Thüringen-Rundfahrt der Frauen.
Burgstall „Altes Schloss“
Im Weidatal befindet sich oberhalb der ehemaligen Holzmühle ein wohl mittelalterlicher Burgstall. Er ist als „Altes Schloss“ oder „Großes Schloss“ bekannt. Die Anlage über der Weidaaue gegenüber der Holzmühle ist ein Bergsporn mit Halbkreis-Abschnittswall mit einer Ausdehnung von 20 × 30 m im Burginneren. Vor 1951 hatte es hier keine Ausgrabungen oder Lesefunde gegeben.<ref>A. Auerbach: Die vor- u. frühgeschichtlichen Altertümer Ostthüringens. Jena 1930, Burgstall Dörtendorf (bei der Holzmühle im Weidatal) S. 180</ref><ref>Werner Radig: "Die Ausgrabung der Burgstätte von Staitz im Kreis Greiz", in: Festschrift zur 125-Jahrfeier des Kreismuseums des Landkreises Greiz in Hohenleuben-Reichenfels. Heft 1. Hrsg.: Der Kreisrat des Kreises Greiz, Abteilung für Kunstangelegenheiten. Hohenleuben-Reichenfels 1951, S. 20-45 (mit Bildern, Lageplänen, Literaturquellen und Anmerkungen zu Funden anderer Burgställe der Gegend): Altes Schloß Dörtendorf S. 42-43</ref>
Literatur
- Th. (Thoß): "Der Dörtendorfer Bauerngeneral", in: Volkswacht, Kreisausgabe Zeulenroda, 15. November 1952 (Zeitungsartikel)
- Franz Hauschild: "Der Rebell von Dörtendorf", in: Heimatbote (Nr. 12), Greiz 1966.
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Ortsteil Dörtendorf In: Webauftritt der Stadt Zeulenroda-Triebes.
Zeulenroda mit den Ortslagen Dr.-Wilhelm-Külz-Siedlung, Karl-Liebknecht-Siedlung, Lichtensteinsiedlung, Märien, Meinersdorf, Obere Haardt, Pfefferleite, Rötlein, Schwarzbach, Seeschlößchen und Untere Haardt
Ortsteile:
Arnsgrün-Bernsgrün-Pöllwitz mit Arnsgrün, Bernsgrün, Büna, Dobia, Frotschau, Pöllwitz, Schönbrunn und Wolfshain
Dörtendorf |
Förthen |
Kleinwolschendorf |
Läwitz |
Leitlitz |
Mehla mit Nässa |
Merkendorf mit Piesigitz |
Niederböhmersdorf mit Grüna |
Pahren |
Silberfeld mit Quingenberg |
Stelzendorf |
Triebes mit Kranich und Tscherlich |
Weckersdorf mit Grüngut |
Zadelsdorf mit dem Bungalowdorf Zadelsdorf