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Dystokie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
{{#ifeq:|ja|Klassifikation nach ICD-10-GM|Klassifikation nach ICD-10}}
{{#if: O62.4 | O62.4 | Eintrag fehlt }} Hypertone, unkoordinierte und anhaltende Uteruskontraktionen
– Uterine Dystokie o.n.A. | Eintrag fehlt }}
O66 Sonstiges Geburtshindernis
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Eine Dystokie (Vorlage:GrcS „schwere Geburt“, von {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „übel“ und {{#invoke:Vorlage:lang|flat}} „Geburt“) ist ein gestörter Geburtsverlauf im Sinne einer erschwerten Entbindung<ref>Willibald Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, 48. – 53. Auflage, Walter de Gruyter, Berlin 1942, Seite 162.</ref>. Willibald Pschyrembel definierte die Dystokie als Wehenanomalie mit Dauerkontraktionen (Tetanus uteri), mit zu starken Wehen (Hypersystolie), mit zu häufigen Wehen (Polysystolie) oder mit einem erhöhten Grundtonus<ref>Willibald Pschyrembel: Praktische Geburtshilfe und geburtshilfliche Operationen, 14. Auflage, de Gruyter, Berlin und New York 1973, ISBN 3-11-001683-4, Seite 774.</ref>. Diese enge Definition im Sinne zu starker Wehen wird in seinem Wörterbuch jetzt weiter gefasst: Die Dystokie bezeichnet heute jeden gestörten Geburtsverlauf infolge mechanischer, organischer oder funktioneller Ursachen. Es gibt die vier Formen Beckendystokie, Schulterdystokie, Wehendystokie und Zervixdystokie<ref>Pschyrembel (Medizinisches Wörterbuch), 266. Auflage, de Gruyter, Berlin und Boston 2014, ISBN 978-3-11-033997-0, Seite 536.</ref>. Etwa sechs Prozent aller Entbindungen sind solche Risikogeburten. Man spricht von der schweren Geburt<ref>Otto Dornblüth: Wörterbuch der klinischen Kunstausdrücke, Verlag von Veit & Comp., Leipzig 1894, Seite 35.</ref>. Das Gegenteil der Dystokie ist die normale Geburt (Eutokie)<ref>Maxim Zetkin und Herbert Schaldach: Wörterbuch der Medizin, 15. Auflage, Verlag Ullstein Mosby, Berlin 1992, ISBN 3-86126-018-2 und ISBN 3-86126-015-8, Seite 536.</ref>. Im Französischen wird mit den Begriffen Dystocie maternelle und Dystocie foetale zwischen mütterlichen und kindlichen Ursachen unterschieden<ref>Otto Dornblüth: Klinisches Wörterbuch, 3. Auflage, Verlag von Veit & Comp., Leipzig 1907, Seite 62.</ref>.

Ursachen

In den meisten Fällen handelt es sich bei der Dystokie um nicht voranschreitende Wehen (Wehenschwäche). Bei einer Schulterdystokie ist eine Schulter des Kindes im Geburtskanal eingeklemmt. Andere Ursachen sind kindliche oder mütterliche Anomalien wie die Querlage des Kindes, ein Hydrozephalus, ein zu enges mütterliches Becken, eine Weichteilrigidität, eine Placenta accreta, eine Placenta adhaesiva, eine Placenta praevia, eine zervikale Striktur (Zervixdystokie), ein Uterusspasmus<ref>Günter Thiele (Herausgeber): Handlexikon der Medizin, Urban & Schwarzenberg, München, Wien, Baltimore 1980, Band 1, Seite 586.</ref> oder Siamesische Zwillinge.

Diagnose

Im Vordergrund steht die gründliche körperliche Untersuchung. Hilfreich sind außerdem die Sonographie und die Kardiotokographie und mit Einschränkungen auch die Amniozentese und das Partogramm. Röntgendiagnostik, Computertomographie und Magnetresonanztomographie nur in Ausnahmefällen.

Therapie

Neben den umfangreichen Möglichkeiten der konservativen Geburtshilfe muss an einen Dammschnitt und an die Schnittentbindung (Kaiserschnitt) gedacht werden. Es gibt wehenfördernde (zum Beispiel Dinoproston) und wehenhemmende (zum Beispiel Fenoterol, Atosiban) Medikamente.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein

it:Taglio cesareo#Distocia