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Durchsicht von Papieren

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Die Durchsicht von Papieren ist eine strafprozessuale Maßnahme bei Durchsuchungen im Ermittlungsverfahren.

Die gesetzliche Regelung findet sich nach dem deutschen Strafprozessrecht in {{#switch: juris

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Durchsichtsvorbehalt für die Ermittlungsbehörden

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}}{{#if: 110||[Paragraf fehlt]}}{{#if: stpo||[Gesetz fehlt]}} Abs. 1 und 2 StPO erlauben die Durchsicht gegen den Willen des Betroffenen nur der Staatsanwaltschaft bzw. deren Ermittlungspersonen. Nach bisheriger Auffassung waren elektronische Speichermedien schon immer in den Anwendungsbereich der Vorschrift einbezogen.<ref>vgl. BGH NStZ 2003, 670.</ref> Der Gesetzgeber hat dies durch Einfügung des Abs. 3 zum 1. Januar 2008 und dessen Änderung zum 1. Juli 2021 ausdrücklich bestätigt. Als elektronische Medien können darüber hinaus auch Computereinheiten wie Notebooks betroffen sein, wenn der Datenträger nicht separat zur Durchsicht mitgenommen werden kann. Die Mitnahme selbst stellt keine Beschlagnahme dar.

Nicht als "Papier" im Sinne der Vorschrift gelten im Übrigen Druckwerke.

Anwesenheitsrecht

Dem Betroffenen der Durchsichtsmaßnahme kann bei der Durchsicht die Anwesenheit gestattet werden. Ggf. muss dem Betroffenen aus verfassungsrechtlichen Gründen die Anwesenheit auch gestattet werden.<ref>vgl. Bundesverfassungsgericht NJW 2005, 1917.</ref>

Rechtsbehelf

Gegen die Mitnahme zur Durchsicht war der Antrag auf gerichtliche Entscheidung nach {{#switch: juris

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Schwerwiegende Verstöße gegen die Vorschriften des {{#switch: juris

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Kritik

Die deutsche Regelung zur Durchsicht von Papieren wurde in der Literatur erheblich kritisiert.<ref>vgl. Knauer/Wolf NJW 2004, 2937; Sommer AnwBl. 2004, 507</ref> Es wurde insbesondere die Übertragung der Zuständigkeit auf den Ermittlungsrichter gefordert. Dafür spreche das Geheimhaltungsinteresse des Betroffenen.

Einzelnachweise

<references />

Literatur

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