Dune – Der Wüstenplanet
| Produktionsland | USA, Kanada, Deutschland |
|---|---|
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2000 |
| Länge | ca. 273 Minuten |
| Altersfreigabe |
</ref> |
| Produktionsunternehmen | SciFi Channel ⋅ Tandem Communications |
| Stab | |
| Regie | John Harrison |
| Drehbuch | John Harrison |
| Produktion | David R. Kappes ⋅ Richard P. Rubinstein ⋅ Michael D. Messina |
| Musik | Graeme Revell ⋅ Tim Simonec |
| Kamera | Vittorio Storaro |
| Schnitt | Harry B. Miller III |
| Besetzung | |
| |
| → Synchronisation | |
Dune – Der Wüstenplanet (Originaltitel: Frank Herbert’s Dune) ist eine US-amerikanische Science-Fiction-Miniserie aus dem Jahr 2000 mit internationaler Besetzung von Regisseur John Harrison nach dem Roman Dune von Autor Frank Herbert. Die dreiteilige Serie wurde von SciFi Channel und Tandem Communications produziert und erzählt die Geschichte des jungen Paul Atreides, der nach dem Verlust seiner Familie auf dem Wüstenplaneten Arrakis zum Anführer der Fremen aufsteigt.
Handlung
1. Dune
In ferner Zukunft hat die Menschheit das Weltall besiedelt, Adelshäuser kämpfen um die Macht. Dem edlen Herzog Leto Atreides wird von Imperator Shaddam IV. die Lehensherrschaft über den Wüstenplaneten Arrakis, genannt „Dune“, übertragen. Diese öde Welt birgt ungeheuren Reichtum, denn nur hier kann das „Spice“ gewonnen werden, eine bewusstseinserweiternde Droge, die für die interstellare Raumfahrt im Imperium unerlässlich ist.
Doch Baron Wladimir Harkonnen, dessen Geschlecht seit Äonen mit den Atreides verfeindet ist, schmiedet finstere Pläne, um Leto und seine Familie zu zerstören und die Herrschaft über Arrakis zurückzugewinnen. Mit Hilfe des Imperators, der keinen männlichen Erben aufweisen kann und die stetig wachsende Popularität seines Vetters fürchtet, überrennen die Harkonnen die Verteidigung des Herzogs, der zur selben Zeit von einem Verräter, seinem Leibarzt Dr. Yueh, außer Gefecht gesetzt wird. Dieser gibt ihm jedoch auch Gelegenheit, sich mit einem künstlichen Giftgas-Zahn an dem Baron zu rächen. Diesem fällt aber nur dessen Berater Piter deVries zum Opfer.
2. Muad’dib
Obwohl der Plan des Barons zum großen Teil aufgeht und der Herzog stirbt, können Letos Bene-Gesserit-Konkubine Jessica und sein Sohn Paul in die Wildnis der Polregion von Arrakis fliehen. Nachdem sie bei den rätselhaften Fremen, den Bewohnern der Wüste, ein neues Zuhause gefunden haben, wächst der junge Herzogssohn unter der Aufsicht seines Beschützers Stilgar zu einem mächtigen Gegner für die Harkonnens und den Imperator heran: Er und seine Mutter unterrichten die Fremen in den Künsten der Bene Gesserit und bauen sie zu einer massiven Armee aus, die mit Überraschungsangriffen und Anschlägen die Harkonnens und den Imperator unruhig macht.
Jessica bringt Pauls übernatürlich begabte Schwester Alia zur Welt, während er selbst die schöne Fremin Chani zur Gefährtin nimmt. Entsetzt muss Paul erkennen, dass der Baron Harkonnen sein leiblicher Großvater ist. Seine Mutter Lady Jessica war insgeheim als Tochter des Barons geboren worden. Dem wurde dies allerdings vorenthalten, so dass er nichts von seiner Tochter wusste. Paul erkennt, dass er in manchen Bereichen ähnliche Verhaltensmuster wie sein Großvater besitzt.
3. Der Prophet
Schließlich versammeln sich der Imperator, Baron Harkonnen selbst und die anderen großen Häuser mit einer riesigen Armee auf Arrakis, um die Kontrolle über die Spice-Produktion zu übernehmen. In diesem Moment bläst Paul, mittlerweile als Fremen-Messias Muad’Dib bekannt, zum Angriff: mit Atomwaffen und Dutzenden von Sandwürmern greift er die Hauptstadt Arakeen an. Alia lässt sich gefangen nehmen und tötet ihren Großvater, den Baron Wladimir Harkonnen mit dem Nervengift eines „Gom-Jabbar“.
Paul setzt Shaddam IV. fest und fordert mit Unterstützung der Fremen den Thron des Universums. Nach einem letzten Duell mit Feyd-Rautha, dem missratenen Neffen des Barons, willigt er in eine Heirat mit Shaddams Tochter, Prinzessin Irulan, ein und wird zum neuen Imperator. Während seine Fremen-Armeen aufbrechen, das Universum zu erobern, hält er seiner einzig wahren Liebe, der Konkubine Chani, die Treue. Sie, so sagt seine Mutter, würde die Geschichte einst seine Ehefrau nennen.
Entstehung
Nach dem Kinofilm Der Wüstenplanet von David Lynch (1984) wurde der Stoff längere Zeit nicht mehr verfilmt. Nach dessen Flop galt es allgemein als zu schwierig, Herberts umfangreicher Roman in einem einzelnen Spielfilm angemessen umzusetzen. Diese Einschätzung teilte auch Produzent Richard P. Rubinstein, der die Fernsehrechte an Herberts sechs Dune-Romanen erwarb. Er ging davon aus, dass das eine Miniserie der Länge und Komplexität der Bücher besser gerecht werde als ein Film. Rubinstein fand mit dem SciFi Channel (heute Syfy) einen Interessenten. Der Sender plante damals, künftig mehr Event-Miniserien zu produzieren, wobei Dune als geeigneter Einstand schien. Es konnten weitere Produzenten gewonnen werden, die sich finanziell an der Umsetzung beteiligten, darunter die Münchner Firma Tandem Communications. Dies hatte zur Folge, dass auch deutsche Darsteller berücksichtigt werden mussten.<ref>Memories of DUNE: Der wüste Planet. 7. Dezember 2019, abgerufen am 2. Juni 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":1">Peter Osteried: Dune & Children of Dune - Zwei Miniserien für die ersten drei Wüstenplanet-Romane. In: Golem. 3. Januar 2024, abgerufen am 22. April 2026.</ref>
Für die Umsetzung wurde John Harrison als Drehbuchautor und Regisseur verpflichtet. Dieser hielt sich im Vergleich zur Verfilmung von David Lynch stärker an die literarischen Vorlage. Obendrein hatte er eine längere Filmlaufzeit zur Verfügung, die er nutzte, um einzelne Figuren und Handlungsstränge auszubauen und eigene Elemente einzubringen.<ref name=":1" />
Als Darsteller engagiert wurden neben William Hurt und Alec Newman auch der Italiener Giancarlo Giannini und der Deutsche Uwe Ochsenknecht, der den Anführer der Fremen spielt.<ref name=":1" /> Für die Rolle der Lady Jessica war ursprünglich Schauspielerin Alice Krige vorgesehen, die aber durch Saskia Reeves ersetzt wurde. In der Fortsetzung Children of Dune (2003) übernahm Krige die Rolle dann tatsächlich.
Die Produktion begann 1999. Das Budget betrug 20 Millionen Dollar<ref name=":1" /> (40 Millionen DM).<ref name=":0">Frank Klubertz: Dune - Der Wüstenplanet. In: Lexikon des internationalen Films. 19. Januar 2002, abgerufen am 12. April 2026.</ref> Gedreht wurde in Prag.<ref>Florian Breitsameter: Children of Dune 2003. In: SF-Fan.de. 5. Februar 2003, abgerufen am 22. April 2026.</ref>
Als Kameramann wurde der mehrfache Oscar-Preisträger Vittorio Storaro engagiert und für die Musik der mehrfache BMI-Award-Preisträger Graeme Revell.<ref name=":2">Torsten Dewi: TV-Kritik Children of Dune 2003. In: SF-Fan.de. 16. März 2003, abgerufen am 22. April 2026.</ref>
Aufgrund der internationalen Beteiligung wurden auch die Spezialeffekte auf unterschiedliche Firmen verteilt, was trotz des soliden Budgets große Schwankungen bei der Qualität zur Folge hatte. Beispielsweise ersetzten aus Zeitmangel einfache Fototapeten die virtuellen Hintergründe und notwendige Nachdrehs wurden nicht durchgeführt.<ref name=":2" />
Synchronisation
| Haus Atreides |
| Fremen |
| Haus Corrino |
| Haus Harkonnen |
| Bene Gesserit |
| Rolle | Schauspieler | Synchronsprecher<ref>Dune – Der Wüstenplanet. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 6. Mai 2018.</ref> |
|---|---|---|
| Paul Atreides | Alec Newman | Dietmar Wunder |
| Herzog Leto Atreides | William Hurt | Randolf Kronberg |
| Lady Jessica Atreides | Saskia Reeves | Evelyn Maron |
| Gurney Halleck | P.H. Moriarty | Jürgen Kluckert |
| Duncan Idaho | James Watson | Uwe Büschken |
| Dr. Wellington Yueh | Robert Russell | |
| Thufir Hawat | Jan Vlasák | Otto Mellies |
| Stilgar | Uwe Ochsenknecht | Uwe Ochsenknecht |
| Chani | Barbora Kodetová | Carola Ewert |
| Liet Kynes | Karel Dobrý | |
| Imperator Shaddam IV. | Giancarlo Giannini | Joachim Kerzel |
| Prinzessin Irulan Corrino | Julie Cox | Maud Ackermann |
| Baron Wladimir Harkonnen | Ian McNeice | Hans-Werner Bussinger |
| Feyd-Rautha Harkonnen | Matt Keeslar | David Nathan |
| Glossu Rabban | László I. Kish | László I. Kish |
| Piter deVries | Jan Unger | Klaus-Dieter Klebsch |
| Ehrwürdige Mutter | Zuzana Geislerová | Joseline Gassen |
Veröffentlichungen
Bis heute hat keine andere Eigenproduktion des SciFi Channel die Einschaltquoten von Dune übertroffen.
In den USA wurde die ursprüngliche Version geschnitten, da einige Verantwortliche diese als zu gewalttätig und den Anteil und die Aufmachung von einigen Nacktszenen als „unanständig“ betrachteten. Die Deutsche Version hingegen ist ungeschnitten.
In Deutschland wurde die erste Dune-Miniserie zuerst bei ProSieben ausgestrahlt, während RTL sich die Rechte an der Fortsetzung sicherte. Seitdem kam es zu mehreren Wiederholungen der beiden Trilogien bei RTL.
Auf DVD erschien die erste Miniserie zu einem ganzen Spielfilm zusammengeschnitten.
Es existiert auch eine sogenannte „Director’s Edition“, welche ca. 6 Minuten länger läuft. Diese ist bisher aber nur in den USA auf DVD (erschienen bei Artisan bzw. jetzt Lions Gate Entertainment) erhältlich.
2001 erschien mit Frank Herbert’s Dune eine gleichnamige Computerspiel-Adaption der Miniserie.
Kritiken
Darsteller Ian McNeice erhielt großes Lob für seine gelungene Darstellung des schmierig-intriganten Baron Wladimir Harkonnen.
Das Lexikon des internationalen Films kritisierte die Produktion 2002 als „dialoglastige, theatralisch inszenierte Fernseh-Miniserie, die an ihrer unterbudgetierten Ausstattung und schlechten Spezialeffekten krankt.“ Die 40 Millionen Mark teure Produktion sei schwach besetzt. Zwar bemühe sie sich, möglichst werkgetreu und vollständig zu sein, allerdings um den Preis von Weitschweifigkeit und sehr gemächlichem Erzählduktus. Erst im letzten Drittel nehme die Geschichte etwas an Fahrt auf. Empfehlen könne man die fast fünfstündige Strapaze nur denjenigen, die sowohl das Buch gelesen als auch die Lynchs Version gesehen hätten und Vergleiche anstellen wollten.<ref name=":0" />
Cinema urteilt:
- Teil 1: „Die von Fans lang erwartete Saga enttäuscht: zu viel Personal, zu wenig Spannung. Einige Dialoge sind unfreiwillig komisch, und Hauptdarsteller Alec Newman fehlt das nötige Charisma. Eng an der Vorlage, nett bis trashig ausgestattet und doch viel zu lahm.“
- Teil 2: „Die 40 Millionen Mark Produktionskosten sind arg ungerecht verteilt: Teil zwei spielt meist vor gemalten Dünen, ein herber Abfall gegen das technische Niveau des ersten Teils. Vielleicht wurden gerade diese Szenen aus der kürzeren US-Version entfernt? Was bleibt, ist pathetisches Gerede ohne Höhepunkte.“
- Teil 3: „Bis auf Uwe Ochsenknecht, der als Fremen-Führer Stilgar mit ewig mürrischer Miene die Kamera anmuffelt, agieren die Darsteller in den sterilen Kulissen so, als spielten sie „Beverly Hills, 90210“ mit falschen Texten und Kostümen.“
Unterschiede zur Romanvorlage
Regisseur Harrison brachte auch eigene Elemente in die Miniserie ein. So entschied er, dass Prinzessin Irulan weit mehr zu tun haben sollte, da sie in späteren Büchern eine gewichtigere Rolle einnahm. Nur zwei Irulan-Szenen der gesamten Miniserie basieren auf dem Roman. Auch das Alter von Paul Atreides wurde geändert. Im Roman ist er 15, am Ende 18. In Harrisons Miniserie ist er schon ein erwachsener Mann.<ref name=":1" />
Gruppierungen und Begriffe
Für ein genaueres Verständnis der verschiedenen Gruppierungen, Personen und Begrifflichkeiten, siehe:
Literatur
- Frank Herbert: Dune. Roman = Der Wüstenplanet (Originaltitel: Dune). Deutsch von Ronald M. Hahn. Überarbeitete Neuausgabe. Heyne, München 2001, ISBN 3-453-18567-6, 872 [16] S.
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Vergleich der Schnittfassungen [[[:Vorlage:Schnittberichte/URL]]2727 FSK 16 – Director’s Cut], [[[:Vorlage:Schnittberichte/URL]]517 FSK 12 TV – FSK 16] von Dune – Der Wüstenplanet [TV-Mini-Serie] bei Schnittberichte.com
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