Dufrénoysit
| Dufrénoysit | |
|---|---|
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Symbol |
Duf<ref name="Warr" /> |
| Andere Namen |
Bleisulfarsenit<ref name="Baumhauer" /> |
| Chemische Formel |
|
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Sulfide und Sulfosalze |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
II/D.06 II/E.18-010<ref name="Lapis" /> 2.HC.05d 03.05.09.03 |
| Ähnliche Minerale | Baumhauerit, Rathit, Sartorit |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | monoklin |
| Kristallklasse; Symbol | monoklin-prismatisch; 2/m<ref name="Webmineral" /> |
| Raumgruppe | P21 (Nr. 4)<ref name="StrunzNickel" /> |
| Gitterparameter | a = 7,90 Å; b = 25,7 Å; c = 8,37 Å β = 90,3°<ref name="StrunzNickel" /> |
| Formeleinheiten | Z = 8<ref name="StrunzNickel" /> |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 3 (VHN100 = 135 bis 146 kg/mm2)<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Dichte (g/cm3) | gemessen: 5,50 bis 5,57; berechnet: 5,61<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Spaltbarkeit | vollkommen nach {010}<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Bruch; Tenazität | muschelig; spröde<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Farbe | bleigrau bis stahlgrau<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Strichfarbe | rötlichbraun bis schokoladenbraun<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
| Transparenz | schwach durchscheinend bis undurchsichtig |
| Glanz | Metallglanz<ref name="Handbookofmineralogy" /> |
Dufrénoysit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der chemischen Zusammensetzung Pb2As2S5<ref name="IMA-Liste" /> und damit chemisch gesehen ein Bleisulfarsenit.
Dufrénoysit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem und entwickelt flächenreiche, längsgestreifte Kristalle mit tafeligem und selten auch nadeligem Habitus mit einem metallischen Glanz auf den Oberflächen. Das Mineral ist schwach durchscheinend bis undurchsichtig und von blei- bis stahlgrauer Farbe bei rötlichbrauner bis schokoladenbrauner Strichfarbe.
Etymologie und Geschichte
Erstmals entdeckt wurde Dufrénoysit in der Grube Lengenbach im Binntal im Schweizer Kanton Wallis. Beschrieben wurde er 1845 durch Augustin Alexis Damour, der das Mineral nach dem französischen Geologen und Mineralogen Armand Dufrénoy benannte. Julius Berendes behandelte das Mineral 1864 in seiner Dissertation.
Da der Dufrénoysit bereits lange vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Dufrénoysit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.<ref name="IMA-Liste" /> Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Dufrénoysit lautet „Duf“.<ref name="Warr" />
Das Typmaterial des Minerals soll sich in der Mineralogischen Sammlung der Mines ParisTech (auch École nationale supérieure des mines de Paris; ENSM) befinden, wobei der Typmineral-Katalog der IMA den Zusatz „Not in the list of "type locality"“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) aufweist.<ref name="IMA-Typmaterialkatalog" />
Klassifikation
In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Dufrénoysit zur Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort zur Abteilung „Komplexe Sulfide (Sulfosalze)“, wo er zusammen mit Baumhauerit, Geokronit, Gratonit, Jordanit, Liveingit, Rathit-I, Rathit-III (beide diskreditiert) und Sartorit die „Sartorit-Jordanit-Gruppe (Bleiarsenspießglanze)“ mit der Systemnummer II/D.06 bildete.
In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/E.18-010. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Sulfosalze (S : As,Sb,Bi = x)“, wo Dufrénoysit zusammen mit Veenit eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer II/E.18 bildet.<ref name="Lapis" />
Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunzschen Mineralsystematik ordnet den Dufrénoysit in die bereits feiner unterteilte Abteilung der „Sulfosalze mit SnS als Vorbild“ ein. Diese ist zudem weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Nur mit Blei (Pb)“ zu finden ist, wo es als Namensgeber die „Dufrénoysitgruppe“ mit der Systemnummer 2.HC.05d und den weiteren Mitgliedern Rathit, Rathit-IV und Veenit bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Dufrénoysit die System- und Mineralnummer 03.05.09.03. Dies entspricht der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung der „Sulfosalze“. Hier ist er zusammen mit Cosalit und Veenit in der „Cosalitgruppe“ mit der Systemnummer 03.05.09 innerhalb der Unterabteilung der „Sulfosalze mit dem Verhältnis 2,5 < z/y < 3 und der Zusammensetzung (A+)i(A2+)j[ByCz], A = Metalle, B = Halbmetalle, C = Nichtmetalle“ zu finden.
Kristallstruktur
Dufrénoysit kristallisiert monoklin in der Raumgruppe P21 (Raumgruppen-Nr. 4) mit den Gitterparametern a = 7,90 Å; b = 25,7 Å; c = 8,37 Å und β = 90,3° sowie 8 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />
Bildung und Fundorte
Dufrénoysit bildet sich hydrothermal bei mittleren bis niedrigen Temperaturen in Dolomit. Begleitminerale sind unter anderem Chalkopyrit, Sphalerit, Realgar, Auripigment und Tetraedrit.
Als seltene Mineralbildung konnte Dufrénoysit bisher (Stand: 2012) nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, als bekannt gelten rund 30 Fundorte.<ref name="MindatAnzahl" /> Neben seiner Typlokalität Lengenbach trat das Mineral in der Schweiz noch am Messerbach, Turtschi und Reckibach im Binntal auf.
Weitere Fundorte sind unter anderem die „Beltana Mine“ in South Australia, die Goldlagerstätten Shuiquan bei Lianshan in China und Hemlo bei Thunder Bay in Kanada, die „Tynagh Mine“ bei Killimor in Irland, Piano dei Camosci in der italienischen Gemeinde Formazza, die „Okoppe Mine“ im japanischen Landkreis Shimokita-gun auf Honshū, Batopilas im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua, Mine Bay auf der Great Barrier Island Neuseelands, die „Bleikvassli Mine“ bei Bleikvasslia in der norwegischen Gemeinde Hemnes, Wheal Boys (Trewetha Mine) bei St. Endellion im englischen Cornwall sowie an verschiedenen Orten in mehreren Bundesstaaten der USA.<ref name="Fundorte" />
Siehe auch
Literatur
Weblinks
- Dufrénoysit. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung, abgerufen am 21. November 2024.
- Dufrénoysite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- IMA Database of Mineral Properties – Dufrénoysite. In: rruff.info. RRUFF Project (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
- Dufrénoysite search results. In: rruff.info. Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF) (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Einzelnachweise
<references> <ref name="Baumhauer"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Dufrénoysit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 21. November 2024. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: November 2024. (PDF; 3,1 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, November 2024, abgerufen am 21. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Typmaterialkatalog"> Catalogue of Type Mineral Specimens – D. (PDF 151 kB) Commission on Museums (IMA), 9. Februar 2021, abgerufen am 21. November 2024 (Gesamtkatalog der IMA). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Localities for Dufrénoysite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 21. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Rösler"> </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Dufrénoysite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 21. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>