Dschamahirija
Dschamahiriyya (oft Dschamahirija, manchmal auch Jamahiriyya geschrieben; arabisch{{#if:جماهيرية | {{#invoke:Vorlage:lang|fold}}{{#if:| {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:ǧamāhīriyya|, DMG {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:| <templatestyles src="IPA/styles.css" />
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Das Wort „Republik“ wird im modernen Arabisch aus dem Nomen {{#if:dschumhur |{{#invoke:Vorlage:lang|flat}} / }}{{#invoke:Vorlage:lang|fold}}{{#if:ǧumhūr | / {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:Volksmenge, Volksmasse | / ‚Volksmenge, Volksmasse‘}}{{#invoke:TemplatePar|check |template=Vorlage:arF |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:arF |format=@@@ |all=1= |opt=2= w= DMG= d= de= b=}}, im Singular als Abstraktum {{#if:dschumhuriyya |{{#invoke:Vorlage:lang|flat}} / }}{{#invoke:Vorlage:lang|fold}}{{#if:ǧumhūriyya | / {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if: | / ‚‘}}{{#invoke:TemplatePar|check |template=Vorlage:arF |cat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:arF |format=@@@ |all=1= |opt=2= w= DMG= d= de= b=}} abgeleitet. Die Wortbildung „Dschamahiriyya“ ist somit ein arabischer Neologismus. Seit dieser Wortschöpfung wurde der Begriff im arabischen Sprachraum nur in Verbindung mit Libyen unter Muammar al-Gaddafi verwendet.
Libyen
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Das von 1977 bis 2011 in Libyen bestehende System sah vor, dass das libysche Volk mittels Volkskongressen und Volkskomitees direkt die Macht ausüben sollte. Artikel 2 der vom Allgemeinen Volkskongress beschlossenen Deklaration über die Errichtung der Volksmacht bestimmte den Koran zum Grundgesetz. Der aus der libyschen Arabischen Sozialistischen Union hervorgegangene Allgemeine Volkskongress stellte als oberste legislative Gewalt eine Art Nationalversammlung dar, der sich aus rund 1000 Delegierten der örtlichen Volkskomitees und Basisvolkskongresse zusammensetzte. Als formal oberste exekutive Gewalt war das Allgemeine Volkskomitee eine Art Regierung, dessen Sekretäre (Minister) vom Allgemeinen Volkskongress gewählt wurden,<ref>Gerhard Brehme, Hans Kramer (Hrsg.): Kleines Nachschlagewerk Afrika. Berlin 1983, S. 299 und 305.</ref><ref>Muammar Al-Qaddafi: Das Grüne Buch – Die Dritte Universaltheorie, S. 24–28 und 35 f.</ref> faktisch aber dominierte Machthaber Gaddafi den Allgemeinen Volkskongress, der Gaddafis „Vorschläge“ meist annahm.
Burkina Faso und weitere
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Nach dem Putsch des Hauptmanns Thomas Sankara in Obervolta unterstützte Gaddafi dessen revolutionären Kurs. Bei einem Besuch in dem westafrikanischen Land, das sich 1984 in Burkina Faso umbenannt hatte, lobte Gaddafi es im Dezember 1985 als die zweite Dschamahiriyya der Welt. Auch Sankara stellte fest, ein „Staat der revolutionären Volksmassen“ sei geschaffen worden und proklamierte offiziell die Einführung des Dschamahiriyya-Systems nach libyschem Vorbild.<ref>Munzinger-Archiv/Internationales Handbuch-Zeitarchiv Burkina Faso 25/86, Chronik 1985, Ravensburg 1986, S. 5 f.</ref> Für seine „Verdienste um die Gründung der zweiten Dschamahiriyya in der Geschichte“ beförderte Gaddafi im April 1987 Sankara bei dessen Gegenbesuch in Libyen zum Obersten<ref>Munzinger-Archiv/Internationales Handbuch-Zeitarchiv Libyen 12–13/88, Chronik 1987, Ravensburg 1988, S. 30.</ref>, doch noch im gleichen Jahr wurde Sankara in Burkina Faso ermordet und sein revolutionäres Experiment beendet.
Nach seinem erfolgreichen Eingreifen in den Tschadischen Bürgerkrieg vereinbarte Gaddafi mit Goukouni Oueddei 1981 die „vollständige Vereinigung“ Libyens und Tschads. Der geplante Einheitsstaat sollte wie Libyen die Bezeichnung Dschamahiriyya tragen und nach libyschem Vorbild errichtet werden.<ref>Gustav Fochler-Hauke (Hrsg.): Der Fischer Weltalmanach 1982, Frankfurt a. M. 1981, S. 190.</ref> Auch die 1990 geplante Union Libyens mit dem Sudan sollte unter der gemeinsamen Bezeichnung „Dschamahiriyya“ zustande kommen.<ref>Andreas Fleischer: Vereinigungsversuch Nr… In: Neues Deutschland. 14. März 1990, S. 3.</ref> Beide Projekte scheiterten.
Einzelnachweise
<references />