Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik
Die Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik sind ein in Dresden veranstaltetes internationales Festival für Neue Musik. Das Festival ist bestrebt die Verbindungen der zeitgenössischen Musik mit anderen Künsten, wie Theater und Musiktheater, Tanz, Performance, Installationen, Neue Medien, Video- und Filmkunst aufzuzeigen und herzustellen.<ref>TONLAGEN – Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik </ref>
Geschichte
Die Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik wurden 1987 vom Komponisten und Dirigenten Udo Zimmermann ins Leben gerufen und zählen auf diesem Gebiet zu den wichtigsten Festivals in Europa. Veranstaltet wurde das Festival zunächst durch das 1986 ebenfalls von Udo Zimmermann gegründete und seither geleitete Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik (DZzM), welches zum 1. Juli 2002 auf das Festspielgelände Hellerau zog, was nicht nur eine räumliche, sondern auch konzeptionelle Neuorientierung mit sich brachte.<ref>Europäisches Zentrum der zeitgenössischen Künste im Festspielhaus Hellerau. Deutsches Musikinformationszentrum / Deutscher Musikrat, 22. Mai 2003, abgerufen am 29. Juli 2020.</ref>
Am 11. Dezember 2003 wurde durch den Dresdner Stadtrat beschlossen, die städtische Einrichtung Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik (DZzM) mit Wirkung zum 1. Januar 2004 zu einem Institut der zeitgenössischen Künste am Festspielhaus Hellerau zu entwickeln und in Bezug auf die Gründungsgeschichte des Festspielhauses Hellerau in HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste umzubenennen.<ref>Dresdner Zentrum für zeitgenössische Musik (DZzM) wird zum Träger des Festspielhaus-Geländes in Hellerau. Pressemitteilung Stadt Dresden, 15. Dezember 2003, abgerufen am 29. Juli 2020.</ref> Mit dieser Umwandlung des DZzM unter der Leitung von Intendant Udo Zimmermann waren u. a. folgende Zielstellungen verbunden: Etablierung eines Instituts für die Produktion und Präsentation im Bereich der zeitgenössischen Künste; Bündelung der personellen, finanziellen und anderen Ressourcen zur Betreibung des Festspielhauses Hellerau; Schaffung von professionellen Rahmenbedingungen für künstlerische und strukturelle Kooperationen.
Mit Beginn der Intendanz von Dieter Jaenicke 2009<ref>Ein Europäer aus Dresden macht sich frei – Udo Zimmermann im Ruhestand? Undenkbar! nmz – neue musikzeitung, Januar 2009, abgerufen am 29. Juli 2020.</ref> trat das Festival mit neuem Konzept an und nannte sich zunächst TonLagen, ab 2010 Tonlagen.<ref>Berauschend neue TonLagen in Hellerau. nmz – neue musikzeitung, November 2009, abgerufen am 29. Juli 2020.</ref><ref>TonLagen Festival 2009. Kulturstiftung des Bundes, 2009, abgerufen am 29. Juli 2020.</ref> Seit 2012 findet es biennal<ref>Festspielhaus Hellerau kürzt trotz Besucherrekord beim Programm. nmz – neue musikzeitung, Januar 2013, abgerufen am 29. Juli 2020.</ref> statt, bis 2016 jeweils im Oktober eines Jahres, ab der Saison 2018/2019 im Frühjahr. 2019 fand das Festival erstmals unter der neuen Leitung von Moritz Lobeck statt und wurde seitdem TONLAGEN – Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik genannt.<ref>Festival TONLAGEN 2019 – Ostdeutsche Stimmen in der Musik. Deutschlandfunk, April 2019, abgerufen am 29. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Ausgabe 2021 fand pandemiebedingt dreiteilig und in Teilen online statt (April/November/Februar 2022), es war die 30. Ausgabe des 1987 erstmals ausgerichteten Festivals.<ref>TONLAGEN 2021. Kulturstiftung des Bundes, 2020, abgerufen am 29. Juli 2020.</ref> 2023 fand die 31. Ausgabe vom 19. April bis 07. Mai statt, in diesem Jahr kehrte man zum alten Titel „Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik“ zurück.<ref>DTzM 2023. 2023, abgerufen am 13. April 2023.</ref>
Interpreten
Dirigenten waren in der Vergangenheit u. a. Krzysztof Penderecki, Mauricio Kagel, Karlheinz Stockhausen, Herbert Kegel, Cristóbal Halffter und Friedrich Goldmann. Mehrere Kammermusikensembles, unter ihnen das Ensemble Modern, Leipziger Consort und die Gruppe Neue Musik Hanns Eisler konzertierten in Dresden. Außerdem gastierten Rundfunkorchester, wie das MDR-Sinfonieorchester, die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern und das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg.
Uraufführungen (Auswahl)
Literatur
- Marion Demuth, Udo Zimmermann (Hrsg.): Klang – Raum – Bewegung. 10 Jahre Dresdner Zentrum für Zeitgenössische Musik. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1996, ISBN 3-7651-0331-4.
- Marion Demuth, Frank Geißler (Hrsg.): Musik – Macht – Missbrauch. Kolloquium des Dresdner Zentrums für zeitgenössische Musik, 6.–8. Oktober 1995 im Rahmen der 9. Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik, Verlag Klaus-Jürgen Kamprad, Altenburg 1999, ISBN 3-930550-08-3.
- Frank Geissler, Sylvia Freydank (Hrsg.): Kunst und Künstlichkeit: zum Verhältnis von Technologie und künstlerischer Kreativität. Kolloquium des Dresdner Zentrums für zeitgenössische Musik, 4.–5. Oktober 2001 im Rahmen der 15. Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik, Beiträge von Rudolf Frisius, Barbara Barthelmes, Sabine Breitsameter, Detlev Schneider, Golo Föllmer u. a., Pfau Verlag, Friedberg 2003, ISBN 3-89727-249-0.
- Henriette Zehme: Zeitgenössische Musik und ihr Publikum. Eine soziologische Untersuchung im Rahmen der Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik. ConBrio Verlagsgesellschaft, Regensburg 2005, ISBN 3-932581-51-2.
Einzelnachweise
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